Ja, allen voran hallo und herzlich willkommen. Im Namen des Instituts für Kunst und Bildung darf ich Sie heute hier begrüßen zu einem Vortrag von Barton Brock. Eigentlich gehört sich sehr, dass man vor so einem Vortrag die Referentin den Referenten kurz vorstellt, dass man ein paar Worte darüber sagt, was die oder derjenige eigentlich so treibt. Ja, aber wenn ich jetzt bei Bad Sonnbrock anfangen würde, die ganzen akademischen Positionen, die Publikationen, die Präsentationen, die Vorträge, die Action-Teachings, die Besucherschulen. Wenn ich das alles jetzt irgendwie skizzieren oder anführen würde, da glaube ich, würde man heute Abend nicht fertig werden, da würde man morgen Vormittag immer noch da sitzen. Auch kenne ich eigentlich niemanden, der so viel redet, wie der Name sagt schon, Batson Brock. Vor allem kenne ich niemanden, der so gut im Sinne von erkenntnisstiftend sprechen und vermitteln kann wie Batson Brock. Von dem her, glaube ich, kann ich mich guten Gewissens kurzfassen. Mich freut es unheimlich, dass Sie zu uns gekommen sind an die Kunstuniversität Linz. Ja, und jetzt, glaube ich, sind wir einfach alle unheimlich gespannt und freuen uns auf den Vortrag. Bartson Brock. Ja, ich habe zu Linz natürlich schon eine sehr viel längere Zeit anhaltende Beziehung. die Großunternehmungen Zampkelb und Hausrucker und Co. und dann die ersten großen Xolpoitner-Aktionen, die Gründung des Designzentrums hier entwickelt hat und wir dann von Wien aus Unterstützung geben konnten für die äußerst ambitionierten Vorhaben in Linz. Und jetzt hat mich das wirklich sehr überrascht und auch erstaunt, denn Österreich ist offenbar immer noch sehr viel mehr möglich als eben reich, dass die Entwicklung hier über alle Erwartungen vorangeschritten ist, vor allem in der Entwicklung der Institutionen der Kunstuniversität. Insofern ist das für mich eigentlich ein familiärer Besuch, auch wenn die Verwandtschaft lange nicht mehr zu den Familientreffen erschien, beziehungsweise ich nicht mehr an den Treffen teilnehmen konnte. Aber jetzt wird es dringlich. Jetzt scharen sich auch die fernab bisher weitgehend Desinteresse signalisierenden Bezirke des familiären, trabialen, nationalen, akademischen Potenzials aufeinander zu. Es scheint sich wieder zu lohnen, nachdenken zu wollen, seit nun Mitte Februar, beziehungsweise exakt 24. Februar bzw. exakt 24. Februar, der Einbruch der Wirklichkeit in das Spiel unübersehbar geworden ist. Wirklich ist ja nur das, worauf wir keinen Einfluss haben. Ein kriegerisches Geschehen, wie es jetzt in Europa wieder als realpolitische Machtdemonstration bewiesen wird, ist jenseits aller Einflussnahmen von wem auch immer. Ich glaube, selbst dem Schöpfergott wäre nicht gelungen, dort noch zu intervenieren mit Aussichten auf irgendeinen erwartbaren paradiesischen Zustand in der Zukunft. Das Bedeutsame an dem Vorgang ist ja, dass sich erst darin die innere Logik, gibt es da ein Echo hinterher oder bin ich zu nah dran, unseres Selbstverständnisses, sagen wir mal insgesamt Kapitalismus, erweist. Nämlich das, was wir immer übersehen wollten, obwohl uns ja eine ganze Reihe großer Köpfe, vor allen Dingen der Nationalökonomie, die aus Österreich bzw. Wien stammten, wie etwa Schumpeter, nun seit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs klargemacht haben, dass unsere alten Vorstellungen von produktiver Orientierung auf das in die Welt bringen, aus sich heraus zielführend wäre, zur immer weiteren Optimierung, zum Fortschritt und dergleichen mehr. Die einzige Erkenntnis, die wir seit Schumpeters systematischer Darstellung, 1942 hat er sie gegeben, 1911 mit seiner Doktorarbeit, hier eigentlich schon vorformuliert gibt, war, dass wir gezwungen sein werden, zu erkennen, was die Kompensation für die Mächtigkeit des kapitalistischen Produzierens sei, nämlich die konsumistische Aufhebung dessen, was da konsumiert wird. In der Zerstörung, Zermalmung, Vermüllung, bis zum Müll waren wir vorgedrungen, das hatte sich rumgesprochen, aber dass es tatsächlich ernst ist mit dem eigentlichen Ziel des Produzierens, nämlich zu zerstören, das haben die vielleicht allzu harmlosen Selbstvergewisserungen eben in der Sphäre des Spiels uns vergessen lassen. Jetzt wird klar, der Sinn dieser Unternehmungen ist eben das Zerstören, soweit es eben als schöpferisch betrachtet werden kann. Noch in früheren Zeiten erlaubte man sich die schöpferische Ebene des Zerstörens, den teuflischen Krächten der Macht des Bösen, so nannte das, glaube ich, noch der vorletzte amerikanische Präsident, zuzuschreiben, aber es gibt keine Entgegensetzung aus den unterschiedlichsten Welten. Es ist ein und dasselbe. Das kapitalistische In-die-Welt-Bringen ist gleich in jeder Hinsicht vollständig identisch mit dem schöpferischen Zerstören. Das Schöpfere dran ist das Gleichgewicht von In-die-Welt-Setzen und Aus-der-Welt-Bringen, also zwischen Produzieren und Konsumieren oder zwischen Gestalten und Vermüllen, also zwischen Produzieren und Konsumieren oder zwischen Gestalten und Vermüllen, zwischen Hervorbringen und Abwracken. Das müssen wir jetzt wieder neu lernen, was eigentlich schöpferisch oder produktiv an den teuflischen Fähigkeiten der Zerstörung und Zermüllung ist. Ich will nur ein Beispiel geben, das inzwischen allen einleuchten, obwohl man es jahrelang nicht verstehen wollte. Das wird jetzt vielleicht schon wieder geleugnet, aus naheliegenden Gründen. Die Deutschen müssen ihre Atomkraftwerke doch weiter betreiben, obwohl sie in vieler Hinsicht beschlossen hatten, sich von der atomaren Energieerzeugung und der Verarbeitung von Braunkohle beispielsweise zu verabschieden. Immerhin die Möglichkeit, das zu begründen durch die Entfaltung des Ernstfalls in der kriegerischen Auseinandersetzung, ist harmlos im Vergleich zu dem, was sie der Sache nach bedeutet, nämlich, dass es auf der ganzen Welt in keiner Hinsicht je gegeben hat, noch gibt, noch je geben wird, noch gibt, noch je geben wird, was man eine sichere, die Menschen nicht mehr belangende Verlagerung der Verantwortung für den radioaktiven Strahlenmüll genannt hat. Also es auch niemals wegdefinieren kann, vergraben kann, versenken kann, aus der Welt bringen kann. Nicht einmal mit der Vorstellung, den atomar strahlenden Müll in den Weltraum zu verlagern. Es bleibt dabei, dass die tatsächliche Zumutung der Irreversibilität der Handlungsresultate neben der atomaren Erzeugung von Energie unsere gesamte Orientierung im Sozialen, im Kulturellen, im Politischen, wie auch im Wissenschaftlichen, Artifiziellen, vor allem aber im religiösen Kontext der Organisation des Zusammenhalts von Menschen in dem Zusammenleben verändern wird, vollständig verändern wird. Denn es ist klar, wenn man den atomastrahlenden Müll auf keine Weise loswerden wird, unsichtbar werden machen kann, vergraben kann in irgendwelche sicheren Endlagerungen, die kann es gar nicht geben. Und es ist ja klar, jetzt nach 80 Jahren vergeblicher Suche nach einer Endlagerungsstätte ist es definitiv klar, dass man einen ganz anderen Einstieg in die Problematik finden muss, statt sich loszusprechen von der Verantwortung für die Handlungsfolgen, also atomare Plans einzurichten mit dem Resultat des atomar schwachmittel- oder starkstrahlenden Mülls, muss man jetzt ihn als das begreifen, was er objektiv ist, nämlich die neue Macht der Begründung von Verbindlichkeit im Zusammenleben der Menschen, das man normalerweise ja Organisation der Kultur nennt. Kulturen sind Beziehungsgeflechte zwischen Menschen, die darauf abheben, Verbindlichkeit in die Beziehung zu bringen. Bis dato waren in allen historischen Gesellschaften die Drohung mit der tödlichen Ernstfallsituation, also Kopf ab bei Nichtfügung in dieses Verbindlichkeitsschema, eine gewisse Ordnung aufrechterhalten worden, die aber, wie Sie jetzt sehen, sogar unter Bedingungen nicht mehr eingehalten werden kann, die bisher als völlig undenkbar galten. Wenn man das richtig bedenkt, dann wird tatsächlich das, wovon wir uns eigentlich als unausstehlich, unaushaltbaren, unvertretbaren Konsequenzen unseres Handelns, also die Erzeugung von atomarstrahlendem Müll, zu verabschieden durch den Gebrauch, den richtigen Gebrauch von dieser Macht, von der Wirklichkeit des atomarstrahlenden Möglichkeiten her, die Gesellschaften völlig neu als Verbindlichkeit garantierende Beziehungsgeschlechtlichen Menschen zu sehen. Wir haben das beschrieben. Wie alles, was ich jetzt sagen kann, können Sie auf unserer Website www.barzumrock.de nachgucken und auch in Zitaten wiederfinden. Wir haben schon seit 40 Jahren versucht, mit den Vorschlägen für die Sichtbarmachung dieser neuen ordnungsstiftenden Kraft der Wirklichkeit in entsprechenden Bauten zu überzeugen. Natürlich gelingt das nicht Leuten aus der Kunst oder Akademischen. Es gelingt nur der politischen Macht der tödlichen Bedrohung, wie sie jetzt eben wieder in Europa sichtbar wird. wie sie jetzt eben wieder in Europa sichtbar wird. Das heißt, wenn die Moscheen, wenn die Kathedralen, die christlichen Kathedralen und wenn die jüdischen Tempel die Verbindlichkeit nur noch im Reflex auf ein historisches Beispiel geben, Religion als Zentrum der Verbindlichkeitsstiftung zu sehen, verstanden werden, dann ist das Verlöschen dieser Verbindlichkeitsformen nicht ein Zeichen des Verlustes, also zum Beispiel die christlichen Kirchen lehren sich mehr und mehr, die Kirchenbänke sind leer. Das ist aber nicht ein Hinweis darauf, dass sich das, was mit dem Christentum in die Welt kam, als obsolet erwiesen hat, sondern ganz im Gegenteil, es hat sich verwirklicht. Das heißt, die ganze Sphäre der Sakralität ist in die säkulare Sphäre der Organisation von Rechtsstaat, Demokratie, Verfassung, jedem Instanz übersetzt worden. Und die Erfüllung dessen, was früher in der kirchlichen Autorität manifestiert, durch die Kultbauten nur vor Augen geführt wurde, war längst oder ist längst, wenigstens seit dem 18. Jahrhundert permanent, in die soziale Wirklichkeit Europas oder des Westens überführt worden, in Gesellschaften, die eben diese, sagen wir mal, fast 2000 Jahre für Offenbarungsgewissheit gehaltene Wundvorstellungen, Konzeptionen, Märchenhafte, Mystische oder was immer, Erzählung politischer Realität geworden. Die Kirchen sind leer, weil das, was dort repräsentiert wurde, inzwischen soziale Wirklichkeit geworden ist. Warum soll man an einer Kirche beten, wenn man Verfassungsgarantien für das bekommt? Und wenn man sich noch weiter orientieren will, wenn man beispielsweise die in der säkularen Sphäre entwickelten Technologien als Instrumente der Verwirklichung von Korinther 13, 14 oder was immer Sie wählen wollen, ansieht. So dass man sieht, alles was wir heute als technologische Großleistungen kennen, ist nichts als verwirklichte Theologie. Wenn Sie zum Beispiel sehen wollen, Allwissenheit Gottes, so haben Sie heute in der beliebigen Einsetzung von entsprechender Technologie die Möglichkeit, jeden Menschen auf Erden zu jedem Augenblick, Tag, Nacht, was auch immer, in jeder Bewegungsform, in jeder Befindlichkeitsform zu identifizieren. Das war früher der Autorität Gott alleine zugeschrieben. Das macht man heute durch Verwirklichung dieses theologischen Arguments der Allwissenheit, der Allsehenheit, durch Verwirklichung dieses theologischen Arguments der Allwissenheit, der Allsehenheit, durch die entsprechende Entfaltung mit Bewertungsschemata, die wir in der KI, die Sakralvorgaben nachbauen. Das ist nur ein Beispiel dafür, dass was bisher nur sakral respektiert wurde und entsprechende Bauten, denken Sie nur an die mittelalterlichen Kathedralbauten, als Paradebeispiel repräsentiert wurde, nun bis ins Letzte für jedermann, ob er will oder nicht, als soziale, politische Wirklichkeit realisiert worden ist. Warum reichen denn diese Verwirklichungsformen des ehemal sakralen Imsekularen nicht hin, wenn es eine Bedingung der Technologie gibt, nämlich die Nichtbeherrschbarkeit, wie sie ja beim atomar strahlenden Müll gegeben wird, vor allen Dingen bei mittel- und starkstrahlenden nicht gegeben wird. mittel- und starkstrahlenden nicht gegeben wird. Dann beginnt man natürlich mit demselben Schema, mit dem man seit Jahrtausenden die Verbindlichkeitsverpflichtung in den Kulturen geschaffen hat. Man bannt die Gefahr durch Verehrung. Es gibt keine andere Möglichkeit. Und das Bannen des gefährlich strahlenden Mülls bis auf die nächsten drei und vier oder fünfhunderttausend Jahre unter der Bedingung, dass inzwischen alle Sprachsysteme, alle Kommunikationssysteme, alle Weltorientierungssysteme sich zigmal geändert haben, also niemand mehr garantieren kann, dass das, was jetzt im Hinblick auf die Gefahr des Umgangs mit strahlendem Müll gesagt wird, auch noch in 30.000 Jahren, in 300.000 Jahren verstanden werden kann, wenn es dann entsprechende Nachfolger der Primaten-Hierarchie, also der Menschen an der Spitze der Primaten hier geben sollte. Was macht man? Wie band man? Wie würdigt man das Unbeherrschbare durch Verehrung, das was alle menschheitsgeschichtlichen Beispiele zeigen, indem man eben dem atomar strahlenden Müll einen entsprechenden Kultdienst zuordnet. nachdem die Moscheen, nachdem die jüdischen Tempel leer geworden sind, weil das, was dort gelehrt wird, inzwischen soziale Wirklichkeit geworden ist, zumindest in westlichen Systemen demokratischer, rechtsstaatlicher, sozialstaatlicher Verfasstheit, indem man das entsprechend einrichtet. Das heißt, neben die immer noch als historische Zeugnisse sichtbar gebleiben, Kathedralen, Moscheen etc., wird nun ein Tempel gebaut, der als Containment für den strahlenden Müll, den man nirgendwo verbuddeln kann, in jeder Sozietät, in jeder Gemeinschaft der lebenden Menschheit repräsentiert wird, so wie eben die Götter durch die Kultbauten repräsentiert wurden oder der Bezug auf die Götter durch die Kultbauten repräsentiert wurden oder der Bezug auf die Götter durch die Kultbauten repräsentiert. Das heißt, in jeder Großstadt wird es im Zentrum nicht mehr die Moschee, nicht mehr den Tempel oder was immer als Kultstätte der Bannung durch Verehrung in erster Linie nutzbringend für die gesellschaftliche Verpflichtung auf Verbindlichkeit geben, sondern das Containment des strahlenden Mülls. Was daraus ergibt, dass jedermann verpflichtet sein wird, wie er früher zum Kultdienst an der göttlichen Autorität, dem Bittdienst zur wohlgefälligen Berücksichtigung der Lebensinteressen verpflichtet war, beten und arbeiten, so wird er das in Zukunft sein, als Kultdiener an den Tempeldienst gegenüber dem atomar strahlenden Müll, repräsentiert in jeder Gemeinschaft. Wenn der Dienst nicht vorgehalten wird, dann verfällt das Containment und die entsprechende Strahlungsenergie wird die Gesellschaft vernichten, die im Umfeld von 300, 400 Kilometern um so ein Zentrum steht. Man hat also ein Interesse daran, den Kultdienst so zu gestalten, dass das Containment des strahlenden Mülls in jeder größeren Stadt auch tatsächlich kontinuierlich garantiert werden kann. Und das ist eine Strenge des Sozialdienstes, des Wehrdienstes oder beziehungsweise des Dienstes an der Verpflichtungsunterwerfung der Kulturen, wie sie in dieser Mächtigkeit bisher historisch nicht bekannt gewesen ist. Denn die Christen konnten sagen, was schert uns der alttestamentarischer jüdischer Gott, was schert uns der mohammedanische Offenbarungsglaube, auch wenn wir alle Nachkommen der abrahamitischen Stiftungsinitiative sind. Man könnte immer noch die Wirklichkeit, die verpflichtende Wirklichkeit des von anderen Gesellschaften verehrten ultimativen Machtanspruchs leugnen und sich einer eigenen Verpflichtung durch seinen Kämpel des eigenen Gottes entziehen. Das ist bei Atomar Strahlen nicht möglich. Es nützt nichts, kulturelle Relativität, Gewissheiten einer anderen Art noch ins Feld zu führen. Das ist etwas, was universell alle Menschen betrifft, völlig unabhängig von allen sonstigen Distinktions- also Unterscheidungskriterien. Verbindlichkeit im Zusammenleben der Menschen durch Verpflichtung auf kultischen Verehrungs- und Bewahrungsdienst am atomastrahlenden Müll, den man sowieso auf andere Weise nie loswerden kann. Man kann ihn weder im Ozean versenken noch irgendwo in die Tiefe der Erde einlagern. Das ist keine Garantie auf Dauer, das zu bannen. Die einzige ist es, als Stiftung der Verbindlichkeit in den Gesellschaften selber aufzunehmen. Und wie Sie ja sehen am Beispiel Technologie, alles das, was vorher nur auf der Ebene von Offenbarung, von religiösen Gewissheiten, von Hoffnung, von Mysterien, von Versprechungen, von Wunschdenken etc. als märchenhafte Zuordnung der Wirklichkeit zur Möglichkeit funktioniert hat, jetzt tatsächlich als verwirklichte Möglichkeit zu sehen, und zwar im allumfassendsten Sinne. Das ist eine Form, in der die verbotene Ernstfalldrohung mit Kopf ab, mit Vollzug der Todesstrafe mit definitiven Unterwerfungen aller, die nicht sich beugen und die man in jeden Fall rechtsstaatlich verfassten Gesellschaften nicht mehr durchziehen kann, aber trotzdem eben Verbindlichkeit erzwingen muss, um zu denken hat. Wie wird Verbindlichkeit anders erzeugt als durch den drohenden Ernstfall? Wie wird Verbindlichkeit anders erzeugt als durch den drohenden Ernstfall? Wenn der Ernstfall verboten ist, etwas was wir hier in Wien 1975, 77, bis 85 entwickelt haben, der verbotene Ernstfall, bitte nachlesen, wird dann dazu führen, dass der verbotene Ernstfall, das heißt, dass tatsächlich wirksam werden, der atomastrahlenden Zerstörungskraft durch kultischen Verehrungs- und Bannungsdienst und Bewahrungsdienst leistet, durch die unaufgebbare, niemals vernachlässigbare, für keine Minute des Tages übersehbare Ernstfallverpflichtung auf die Bannung dieses unglaublichen Zerstörungspotenzials des atomastrahlenden Mülls, also des wahren Sinns aller menschlichen kulturellen Schöpfung bisher, nämlich nach dem Muster der kreativen Zerstörung. Schumpeters Vision ist ja 1942 ausschließlich auf die Demokratiedefinition von ihm so verfasst worden, also mitten im Zweiten Weltkrieg. Es war ja nicht eine bloße Fortsetzung der vorerst weltkrieglichen angedachten Verhältnisse, die er damals vielleicht hätte nur ausarbeiten müssen oder was er vorher nur geahnt hat, jetzt durchweg zu belegen mit entsprechenden Verweisen. Nein, es war ihm tatsächlich als Schlussfolgerung nach der Marx schon bis dahin letztgültig geltenden Analyse des Kapitalismus jetzt klar geworden, dass die Macht dieser Art der Organisation des Produzierens von Lebenschancen, darin besteht, die mindestens die Gleichwertigkeit von Herstellen und Vermüllen, von Produzieren und Konsumieren, von in die Welt bringen, aus der Welt bringen, herzustellen. Und dass die Mächtigkeit des Kapitalismus in der historischen Dimension der Organisation von gesellschaftlichem Zusammenleben eben genau darin besteht, entdeckt zu haben, dass allerproduktivstes für menschliches Tun auf der Welt Zerstörung ist. Man kannte das im Hinblick auf die Rechtfertigung des Krieges, indem man sagte, ja gut, also der Krieg ist schließlich die Art und Tode, wie man das obsolet geword, durch Verschiebung von Machtverhältnissen, Besitzverhältnissen etc. in Schieflageratende Gleichgewicht wiederhergestellt werden kann. Aber ein Krieg ist relativ schwach. Sie wissen ja, selbst im Zweiten Weltkrieg, wo nun wirklich Hektar-Kombiner, Vietnamkrieger, wie immer, von Zerstörungspotenzial in Gang gesetzt wurden, ist doch erstaunlich viel übrig geblieben. Wir hatten als beteiligte Kinder in den Kriegen eine ganz andere Vorstellung von der Mächtigkeit des Krieges. Wir glaubten tatsächlich, es wäre überhaupt keine Welt mehr vorhanden, in die man zurückkehren könnte, sobald Frieden sein würde. Und waren dann doch was erstaunt, dass selbst die unvorstellbare Zerstörungskraft, wie sie im Zweiten Weltkrieg durch alle Militärs demonstriert wurde, relativ unbedeutend geblieben ist. Ja, das war das beginnende Studium, das wir dann so ab Mitte 50er Jahre aufnahmen, dann so ab Mitte 50er Jahre aufnahmen, dass nach dem Kriege etwa im Hinblick auf architektonische Visionsoptimismus, Veränderung der Welt, viel mehr Substanz, zum Beispiel bauliche Substanz in den Städten kaputt gemacht worden, als alle Bombeneinsätze im Zweiten Weltkrieg hier erreicht hat. Sie wissen ja, dass die Speergruppe, also einer der Edelnazis mit allen Verpflichtungen, die selbst für die Herausgeber der FAZ nach deren Entlassung aus Spandau Weltbildbestimmend geworden ist, dass selbst diese Gruppen glaubten, nur mit Hilfe der Air Force die Voraussetzungen schaffen zu können, mit der sie nach dem Kriege den Wiederaufbau Deutschlands nach modernistischen Konzepten zustande bringen wird. Man hat also tatsächlich gebeten, die Air Force bitte zerwummt diesen Teil von Kassel, denn da wollen wir nach dem Kriege unsere Visionen als Architekten, vornehmlich Spärchenformats, also neoklassizistischer Pathetik und Monumentalismus aufbauen. Speer und Co. haben während der Kriegsaktionen, Goebbels hat es ja auch alles schriftlich festgehalten und vermittelt, gehofft, dass möglichst viel von der Bausubstanz der mittelalterlichen Städte beseitigt werden würde, damit sich der Fortschritt durchsetzen kann. Keine beklagenswerte oder bedenklichkeitenerzeugende Protesthaltung gegen die Zerstörung, sondern die flehentliche Herbeisehnung von noch viel größerem Zerstörungspotenzial als Voraussetzung jeder Art von Fortschritt. Das galt in allen Kulturen, in allen Situationen aller Zeiten immer. Nur eben auf dem Niveau der damaligen Mächtigkeiten von Gesellschaft und Handeln. Die größte Mächtigkeit erreichte die Menschheit eben in den kapitalistischen Gesellschaften, soweit sie Krieg führten und damit auch das erfüllten, was ihre innere Logik der Entwicklung gewesen ist, nämlich Zerstörung schöpferisch werden zu lassen. Das ist die einzige Quelle des schöpferischen Glaubens daran, dass sich durch die Kraft des menschlichen Eingriffs in die Natur als einer Macht, die man heute sogar Zeitalterbestimmenden nennt, Anthropozän, wird von entsprechenden Dummköpfen die neue Mächtigkeit genannt. Das heißt, die Menschen bestimmen sogar das neue Naturzeitalter, sie bestimmen den Lauf der Natur, was natürlich reiner Irrsinn ist. Übrigens hat mir eben jemand gerade das Liesmann-Heftchen unterzeichnet. Ja, Sie da hinten, ja. Gucken Sie mal nach. Das war auch so jemand, der glaubte, der Triumph der Wissenschaft beweise sich daran, dass die Mächtigkeit der menschlichen Interventionsmöglichkeit in die Natur dazu führt, dass jetzt die Menschen die Herren der Bestimmung des nächsten Erdzeitalters seien. Das ist natürlich reiner Quatsch. So etwas können nur philosophische Dummköpfe sagen. Denn was jetzt zum Beispiel in der heute viel diskutierten Nachhaltigkeitsdebatte zur Aufrechterhaltung der Überlebensmöglichkeit der Menschen auf Erden genannt wird, Umweltkatastrophe. Das ist doch nicht ein Zeichen der Mächtigkeit des Menschen. Das ist ja lächerlich geradezu gegenüber jedem kleinen Vulkan ist das eine Idiotie. Alle Atombomben zusammenbringen das nicht aufs Tablett, was so ein kleiner Vulkan schafft. Nein, das ist die Herrschaft der Naturgesetze. Was wir als demonstrative Mächtigkeit unseres eigenen Waldes aufs Erden verstehen, wir bestimmen sogar den Lauf der Naturevolution, ist nichts anderes als die Durchsetzung der Gewalt der Naturgesetze. In gerade der Mentalität von Allmachtswahnsinnigen, die sich wirklich Macht etwa im Vergleich zur Natur zuschreiben und attestieren wollen. Also Verbindlichkeit. Wie entsteht Verbindlichkeit, wenn es nicht mehr mit Kopfabdrohung, mit kriegerischer Intervention, also mit dem durchgesetzt werden können, was nun nach allen Konventionen seit 1948, seit der Gründung der internationalen Gemeinschaft friedensverpflichteter Gesellschaften für allgemein gültig und von allen auch zertifiziert gedacht worden ist. worden ist. Antwort Nummer eins, zu erkennen, dass es bei der einzigen Möglichkeit bleibt, nämlich das Gefürchtete durch Verehrung zu bannen. Kultische Verehrung als einzige Form der wirklichen beherrschbaren Bewältigung von Weltangst und Todesahnung zu etablieren. Es ist also jetzt an der Zeit, wir haben das ja seit 50 Jahren in allen Varianten mit Architekturmodellen dargestellt. Gerade in der jetzt wieder erzwungenen Aufnahme der Atomplant-Ideologien, weil es ja heißt, wir können auf die andere Weise unsere Nachhaltigkeitspostulate gegenüber der CO2-Reduktion nicht durchhalten. Wir gezwungen sein werden, nun ernsthaft wieder mit dem Potenzial zu rechnen, was eben in der atomaren Energieproduktion das Entscheidende ist, nämlich der von niemandem beherrschbare, durch nichts in irgendeiner Weise relativierbare Einfluss des Resultats des Handelns mit der Erzeugung von atomar strahlenden Müll auf diejenigen, die aus der Erzeugung des strahlenden Mülls glaubten, ihren Nutzen durch Energiegewinnung abziehen zu können. Das ist sicherlich die entscheidende Perspektive im Hinblick auf die anthropologisch gut begründbare, mindestens seit 35.000 Jahren für die nachneandertale Entwicklung der Menschheit, wie wir sie kennen, Homo sapiens sapiens, einzig aussichtreiche verbindliche Strategien. reiche verbindliche Strategien. Das hieße zum Beispiel heute, Zerstörung schöpferisch werden zu lassen, das heißt, Verbindlichkeit zu erzeugen, aus der inneren Logik des Handelns selber und nicht aus der allmächtigen Intervention von Leuten, die die entsprechende Machtandrohung entwickeln. In diesem Zusammenhang möchte ich auch hier wieder meine Huldigung an den bedeutendste europäischen Geist in Erinnerung bringen, der durch die Österreicher selber entfaltet wurde. Es gibt kein Beispiel dafür, was Handeln unter diesen Bedingungen bedeutet, als das Beispiel der Österreicher, die es fertiggebracht haben 1977, mit Zwentgendorf, einem perfekten, damaligen Stand der Technik, optimal repräsentierenden Atomplant. Zwentgendorf kennen Sie vielleicht, ich weiß nicht, ob das, ja, kennen Sie, es wird ja leicht alles vergessen, nicht in Diensten haben. Obwohl Kreisky, wir haben ja damals mit ihm unbaren Kontakt gehabt, weil er uns anbot, soweit wir in Deutschland ein Berufsverbot hatten, oder Beuys zum Beispiel aus der Akademie rausgeschmissen wurde und ihm auch alle als Obsensivien gestrichen wurden, nach Österreich zu kommen, wo Kreisky meinte, das hätte man 1933 auch schon mal gemacht, wenigstens von 1933 bis 1938 und das könnte man jetzt wiederholen. Aus dem Grunde bin ich auch österreichischer Staatsbürger geworden. Kreisky war für die Indienstnahme von Svenkendorf. Sie sehen, was das für ein Format eines Menschen gewesen ist, der sich der Einsicht von Menschen beugte, die intelligenter waren als er selbst und auch über seinen eigenen Machtanspruch hinaus ihn überzeugten, weil er in der Macht der Ohnmacht das eigentliche Potenzial der christlichen Zivilisation sehen wollte, die damals nicht mehr christisch, sondern sozialistisch genannt wurde. Der ganze Sozialismus ist ja nichts anderes als die gesellschaftliche Übersetzung der Bergpredigt. Das gab es ja immer wieder, dass alle religiös vorgegebenen Vorstellungen in gewisser Weise als soziale Realität etabliert werden, bis dann durch die nächste Mächtigkeitswelle, also neue Waffen, neue Technologiesysteme, es wieder nötig wird, eine Neujustierung zu erreichen. Damit ist zweitens nach der alten Divise Band durch Verehrung, was euch zu töten droht, die zweite Empfehlung ausgesprochen, unterlasst das, was in eurer Macht steht, eben um der inneren Logik der schöpferischen Zerstörung zu entgehen, weil sich nur unter bestimmten Bedingungen dieser kosmologischen Dimension die Erdgeschichte sich entwickelt hat, die Zerstörung wirklich schöpferisch ist. Aussterben von ganzen Spezies, meinetwegen Dinosaurier, 60 Millionen Jahre herrschten die auf Erden, jetzt sind sie schon 60 Millionen weg, aber in Gestalt der Vögel leben ja die Dinos immer noch unter uns. Und du bist ja da eine Zeugin für die allgemeine Erkenntnis, dass die Dinos keineswegs ausgestorben sind, sondern bei uns hausen und jetzt gerade wieder anfangen, uns Zeugnis von dieser Tatsache durch den Frühlingsgesang zu geben. Die zweite Empfehlung heißt also, eine mächtige Form des Handelns als die Durchsetzung von Machtintentionen ist das Unterlassen. Und das würde also heißen, nach dem Beispiel von Svendgenorf, Nach dem Beispiel von Sventgenorf, europäische Verbindlichkeit in der Legitimation von Handeln wird im Maß des Verzichts auf Tatkraft gesehen, sodass Unterlassen die entscheidende Form des Tuns wird. Das wiederum geht auch auf christliches Etwas zurück, weil wir wissen, dass von den zehn Geboten neun Unterlassungsgebote sind. Du sollst nicht stehlen, nicht Ehe brechen etc. Mit anderen Worten, alles was ethisch vertragen ist, griechisch heißt das Etos Anthropon Paimon, werden kann, ist tatsächlich im Unterlassen als höchste Form des Handelns möglich. In keiner anderen, nicht durch Verwirklichung, nicht durch allergrößte, mächtigste Verwirklichung der mächtigsten Reiche auf Erden, des römischen Reiches, des hittitischen Reiches, des persischen Reiches, des englischen Reiches oder was auch immer, sondern durch die entsprechende Fähigkeit handeln, als ein Unterlassen zu definieren. Das galt seit 500 vor Christus für die Sattelzeit von Jaspers damals so ausgewiesen, sowohl für den ganzen östlichen Raum, Lao Tse und Konfuzius und Buddha, was immer sie wollen. Wir aber vor allen Dingen hier, den uns bestimmenden Kreis um Solon, die griechische Gesetzgebungsdynamik und die entsprechende Entfaltung der neuen Organisationsformen des Zusammenlebens von Menschen unter Verbindlichkeitsforderungen, die jeder einzuhalten hat. Und wer sie nicht einführt, wird ausgestoßen, wird in die Wüste gejagt oder getötet oder was immer bisher dann galt. Also kultische Verehrung dessen, was sich als Wirklichkeit erweist. Wirklich ist nur das, worauf wir keinen Einfluss haben. Also kann man die Wirklichkeit nur kultisch verehren und dadurch sich einstimmen, auf zweitens die Möglichkeit unterlassen, als entscheidende Form des Handels zu etablieren. Wenn man es nur so weit belässt, kann man sagen, es gibt ja noch ganz andere Begründungen, aber lassen Sie es heute dabei, diesen beiden Aspekten, gerade weil wir eben in Österreich sind und durch Zwentkendorf gesehen haben, dass das keine leeren Worte sein müssen, sondern es eine Gesellschaft gibt, die tatsächlich die Kraft zu einem solchen Unterlassen aufgebracht hat. Gegen den Regierungschef, gegen die Ideologen, alleine durch das Kalkül der Einsicht, christlich gesehen, meinetwegen auch protestantisch gesehen, dass eben mit unserer Macht nichts getan ist. Da können Sie sagen, schön, dass das lothärische Pathetik von Bach in die Welt geblasen, von den Großlyrikern wie Paul Gerhardt und Ähnlichem in millionenfacher Wirksamkeit unter das Menschenvolk gebracht. Aber es bedeutet weit mehr, als es in dieser Art von Beschreibbarkeit oder Darstellbarkeit je Anwürdigung erfahren hat. erfahren hat. Nun, unter diesen Voraussetzungen ist es ja extrem interessant zu sagen, wie weit die Europäer oder der Westen als Träger dieser ebenfalls nur in zwei Stufen angesprochenen objektiven Entwicklungen. Wie weit die Europäer als die eigentlichen Träger dieser Strategie alles wirklich ist, das worauf wir keinen Einfluss haben. Allmachtsfantasien müssen erdrückt werden. Ernstfalldrohungen gibt es nicht. Kopf ab ist nicht mehr zugelassen. Wie entsteht Verbindlichkeit, wenn der Ernstfall derjenige, der die Verbindlichkeit nicht einhält, dann doch von den schädlichen Wirkungen seiner Willkürhandlungen, wie ja jetzt Putin, abgehalten werden soll. Was hat die Europäer gekennzeichnet? Das ist die sensationellste Antwort, die es je in der Weltgeschichte gegeben hat. Es ist nicht die Macht der Kulturen, es ist nicht der objektive Geist aller Nachregel, es ist nicht das, was materiell, physisch die Welt wirklich bestimmt, sondern es ist die Ohnmacht in einer sehr merkwürdigen Weise in Gestalt der Individualität, Gestalt der Individualität, der ernsthaften Geltungsansprüche auf Leben, Bewahrung des Lebens, Ernährung, Schutz, die ein kleines, mageres Wesen namens Mensch erheben kann. Wie gesagt, etwas objektiv für 18,70 Mark in jeder Apotheke Kaufbares. Das ist die Luthers Formulierung, der Madensack, dieses kleine Gefäß, der bis zu den Singularitätsvorstellungen auch der heutigen Soziologen pathetisch angesprochen wird, ohne dass diese Soziologen überhaupt eine Ahnung haben, was die theologische Kulturgeschichte, die anthropologische Dimension ihrer Behauptung von Singularität darstellen. Was ist die Antwort? Dieses Kleine, in jeder Hinsicht vollständig übersehbar, ohne jede objektive Wirksamkeit, ohne Durchsetzungsfähigkeit zur Erzwingung von Machtgeltung oder was immer. Menschliche Wesen, dieses Individuum ist der Träger der entscheidenden Weltsicherungsvorgaben für das Interesse der Europäer oder im Sinne der Überlegung der Europäer oder für das, was wir schließlich den Westen gegenüber dem Osten nennen. Sie wissen alle, dass nicht nur Herr Xi auf dem letzten großen Parteitag gesagt hat, der Osten geht auf, der Westen geht unter. Das ist die objektive Parole auf der ganzen Welt heutzutage. Das heißt nicht nur die islamische Weltgemeinschaft Umar geht auf und der christliche Katholikos geht unter und so fort, die Kost geht unter und so fort, sondern es ist in entscheidender, in allen anderen Kulturen nicht mal ahnbaren Vorgabe, richtig, warum ausgerechnet das Allerschwächste aller Elemente der Wirkkraft auf Erden, Kulturen kann man sich vorstellen, Stämme kann man sich vorstellen, Mächtigkeit von 100.000 Leuten, die koordiniert marschieren, oder potenzielle Handlungen, wie in der kapitalistischen Industrie, bestens organisiert. Das kann man sich alles vorstellen. Aber warum der Kern der ganzen Bewegbarkeit ein kleines Würbchen, ein Individuum, ein kleiner Matensack voll Nichtigkeiten genannt Individuum sein soll, das ist nur in Europa verstehbar. Und zwar unter der Bedingung, dass die christliche Theologie, und das ist die Alleinstellung Europas gegenüber der gesamten Weltgeschichte, es ermöglicht, den Anspruch eines Individuums auf absolute Würdigung vor der höchsten Autorität, vor Gott, entwickelt hat. Wer jedes kleine Individuum unmittelbar vor Gott ist und ihm nicht die Kulturen und nicht die Mächtigen, sondern jedermann entscheidend gegenüber tritt, in seinem Recht auf Leben, Sicherheit und Individualität, genährt zu werden, gelehrt zu werden und bewährt zu werden, also Leerstand, Leerstand, Wehrstand, wie die alten Ideologien das bezeichneten, dann ist die Frage, wie ist das begründet. Natürlich war die Gewissheit, alle Menschen sind vor dem christlichen Gott gleich, jedes Individuum ist gleich unbar zu Gott. Es sind nicht die Könige, es sind nicht die Kulturträger, es sind nicht die mächtigen Unternehmer, es sind nicht die Feldherren, sondern jedermann, dass das eine der Voraussetzungen für den Mut gewesen ist, sich einer solchen Vorstellung überhaupt anzuschließen. Aber objektiv gesehen, warum ist dann das Individuum tatsächlich, und das ist die weltsensationelle Alleinstellungsentwicklung Europas gegenüber allen anderen weit überlegenen Kulturen. Die Chinesen waren weit überlegen bis ins 12. Jahrhundert. Trotzdem haben die Europäer gerade im Hinblick auf diese Position nicht die Mächtigkeit des Reiches, nicht die Großmächtigkeit der Mittelfunksformulierung für die gesamte Welt, das Reich der Mitte etc. Sondern die Vorgabe, nur ein Individuum, ein einzelnes kleines Menschchen kann Träger der objektiven Gewissheiten in dem Spiel der Natur, der Mächte etc. sein. Wie ist das verstehbar gewesen? Es war sehr einfach. Und es hat keine andere Zivilisation erkannt, niemand hat das durchgesucht, obwohl Konfuzius oder Lao Tse wirklich Geister unendlichen Formats gewesen sind. Aber das Entscheidende ist ihnen nicht möglich gewesen, weil sie zu dieser Überlegung entsprechend der christlichen Theologie nicht angeleitet oder nicht verführt worden sind, anders zu denken. Es ist ganz einfach verstehbar, ich verkürze das jetzt. anders zu denken. Es ist ganz einfach verstehbar, ich verkürze das jetzt. Was nützt den chinesischen, sagen wir mal, Repräsentanten des Reichs der Han und die Chinesen sind immer extreme Nationalisten, die ihre Macht aus der Vorherrschaft einer Volksgruppe, eben der Han, gegenüber allen anderen, zum Beispiel der Mongolene, eben der Han, gegenüber allen anderen zum Beispiel Wesen, wie der Mongolen oder heute eben der islamischen Minderheiten im Südwesten auftraten und aus dieser behaupteten Machtposition, die objektiv ja durch entsprechende Verwirklichungsanstrengungen mit Gewalt durchgesetzt wurden, sagen wir mal, potenziell wahrscheinlich, wie allen Menschen einzusehen, möglich gewesen wäre, aber es gab keinen Anlass dafür. Aber es gab keinen Anlass dafür. Also selbst dort, wo man die Mandarine herbanführte, durch zwölf- bis 15-jährige Ausbildung, sodass sie schließlich als Chefs der jeweiligen Entscheidungsebenen in der Lage waren, das Ganze der Reichspolitik, der Wirtschaft, der politischen Organisation zu repräsentieren, also zu kennen bis in die letzte Einzelheit hinein und sich vollkommen unterwarfen der objektiven Weisheit dessen, was alle wussten, was geschrieben stand. Am besten nach 14 Jahren durften Sie dieser Ordnung einen halben Satz hinzufügen. Ist Ihnen nicht klar geworden, was das tatsächlich bedeutete. Nämlich, was nützt einer Kultur? Die Mächtigkeit ist objektiv von allen 100.000 Leuten über Jahrzehnte, Jahrhundert zusammengetragene Wissen repräsentiert in Schriftrollen, in Bibliotheken oder in sonstigen Manifestationen des objektiven Wissens, wenn es nicht angewendet wird. Angewendet werden kann es aber nur durch Individuen. Was nützt es, Bibliotheken über das Wissen in medizinischer Therapie zu haben, etwa im Hinblick auf chirurgische Eingriffe, wenn nicht einer da ist, der tatsächlich am Operationstisch sagt, ich entscheide jetzt, ich tue es und kann nicht sagen, ich verweise darauf, dass das da und da in den Bibliotheken in der Schriftrollen steht und da ist es objektiv gegeben, ich bin nicht beteiligt. Das heißt, was nützt den Gesellschaften, dass über Jahrhunderte von Hunderttausenden von Gelehrten angeschaffte Wissen, wenn es nicht doch von einem Einzelnen jeweils im Anwendungsfall repräsentiert werden kann. Es tut ja gar nichts, es bleibt ja tot. In anderen Worten, eine objektive Erkenntnis, dass nur durch Individuen das objektiv allgemeine vermittelt werden kann und wirksam werden kann im Handel, und sei es der höchsten Form Handeln als Unterlassen, nicht als Nichtstun, sondern als ein Tun, als das anstrengendste Tun überhaupt. Unterlassen ist die anstrengendste Form des ethisch gerechtfertigten Handelns, so zu beherrschen, dass man verantwortlich gemacht werden kann. Obwohl das, was hinter einem solchen Geschehen am OP-Tisch ja nun wirklich in erster Linie die Autorität der Natur steht. Wieso kann da jemand Verantwortung übernehmen, angesichts der Tatsache, dass man es ja im Allgemeinen sehr viel besser und genauer wusste, es steht ja alles geschrieben, es ist ja alles vermittelt. Das war der Kern der Sache. Das heißt, es nützt allen anderen nichts, die kollektive Autorität, Jahrhunderte angeschafften kollektiven Wissens und Kenntnisse gegenüber den Individuen durchzusetzen, sagt, beugt euch der Weisheit der Generationen. Hier steht es, wenn dieses kollektive Wissen nicht von Individuen im konkreten Fall ihres Handelns repräsentiert wird, also doch nur durch Individuen zur Geltung gebracht werden kann, ist das ganze Verfahren der Entgegensetzung von Kollektivautorität in der Legitimation durch Verfahren, also durch Institutionalisierung und entsprechenden Vorrichtungen sinnlos. Auch bei uns gilt ja immer noch, die Institutionen seien die Rettung vor der Willkür der Individuen, vor dem Vergessen etc. Das ist ja Unsinn. Die Institutionen leben nur aus der Kraft ihrer individuellen Akteure und nicht aus der objektiven Sphäre, das was die Institutionen selber sichern. Diese Lehre der Soziologen aller Gehlen ist natürlich totaler Humbug. Wenn es keine Individuen gibt, die das repräsentieren, was die Institution ist, dann gibt sie sie ja nicht. Die existiert doch nicht deswegen, weil da objektive Dinge an der Wand hängen oder geschrieben stehen. Das war die entscheidende Einsicht. geschrieben stehen. Das war die entscheidende Einsicht. Aus diesem Grunde wurde ab 1400 entschieden in Europa geleistet werden kann. So dass die Stadtverwaltung ab Mitte des 14. Jahrhunderts, die großen Chompi-Aufstände waren die letzten Kollektivdemonstrationen. Nein, wir die Vertreter der mächtigsten Gewerkschaft, wir sind die Leute, die bestimmen, was hier geschieht. Und es dann Leute um Giotto und Petrarca und die ersten Humanistengenerationen gab, die sagten, das nützt euch gar nichts, ihr könnt euch auf den Kopf stellen, größten Generationen gab, die sagten, das nützt euch gar nicht, ihr könnt euch auf den Kopf stellen, ihr könnt euer angewandtes Wissen selbst in der Stelle von Handlungsmacht als Kapital in den damaligen Vorstellungen auch als fürstliche, durchgesetzte Machtdrohung nicht nutzen, um euch im Hinblick auf das, was ihr da behauptet, nämlich die Autorität der kollektiven Erfahrung und des Wissens weiterzuentwickeln. Kulturen, kollektive Kulturen sind nur dadurch bedeutsam, dass sie ja gerade die Sicherheit durch Beharren garantieren, durch das einzige Verfahren, das kulturelle kollektive Autoritäten kennen, nämlich die ewige Wiederholung, was den Begriff der Religio, Relegere immer wieder lesen, immer wieder erneut, immer selber, immer nochmal vortragen können und durch die hochgradige Ritualisierung als verbindliche Gegebenheit, mit der Individuen entwickeln, die ja eben frei sind vom Wiederholungszwang, von dem Konstanthalten der Gewissheiten, ob sie religiöser oder weltkenntnischer Art sind. Und ab 1400 wird diese Position für den Westen, das heißt für die christlich geprägten Westen, zur Voraussetzung von 600 Jahren absoluter Beherrschung der Entwicklung in der Welt. Obwohl die Chinesen, obwohl die Koreaner 80 Jahre vor Gutenberg mit beweglichen Lettern gedruckt haben, das wird hier alles übersehen, die Kulturleistungen sind geradezu nichts außer in der Garantie von Beständigkeit, von Behauptung, rigider Behauptung von immer dem Gleichen. Und es wurde immer so gemacht, dass die Tradition so wurde es gehalten etc. Was natürlich durch die Änderung der Welt, zum Beispiel die Naturkräfte selber, bald zum Untergang führt, wenn die Anpassungsfähigkeit an veränderte Weltbedingungen verloren geht. Die kann man nur haben, wenn man diese festgelegte ritualisierte Wiederholung als Konstanzgarantie, so ist es, das ist verbindlich, entsprechend variiert werden kann. Diese Anpassungsfähigkeit gewinnen die Autoritäten der kollektiven Verbindlichkeitsstifter ausschließlich, indem sie von den riskanten und natürlich insofern auch für die Kulturen wenig riskanten, abenteuerlichen Vorgehensweisen, genannt Experiment der Individuen als Künstler und Wissenschaftler Kenntnis nehmen. Seit 1400 gibt es den Beruf des Künstlers, seit 1400 gibt es den Beruf des Wissenschaftlers in der Begründung von Autorität durch Autorschaft. Das heißt, es wird deklariert, hier gibt es Leute, die handeln ohne jedes Backing, ohne jede Zustimmung, ohne jede mehrpäpstliche, militärische, kaufmännische, bänkrische Hintergrundbestimmung. Sie sind ausschließlich eine Autorität durch ihre Autorität, also durch ihre Individualität. Und damit wird klar, dass die entscheidenden Bedingungen für die Anpassungsfähigkeit von Kulturen ausschließlich durch die individuellen Repräsentanten dessen geboten werden, ist durch die individuellen Repräsentanten dessen geboten werden, was tatsächlich das objektive Wissen bedingen kann, nämlich wirksam zu werden in den Handlungen der Individuen. Kollektive werden ja niemals verbindlich agieren können, außer in dem ewigen Zirkus der Wiederholung dessen, was nun mal eingeschliffen ist. Diese Vorgabe für Europa nannte man die langsame Ausdifferenzierung von Wissenschaft und Kunst aus der Kultur oder aus den Kulturen. Kunst aus der Kultur oder aus den Kulturen. Das ist mal ganz großzügig. Mit anderen Worten, es entstand zum Beispiel die Tätigkeit des wissenschaftlichen Arbeitens, das nur jenseits der kulturellen Gewissheiten stattfindet. In der Kultur gibt es so etwas wie Wissenschaft oder Kunst nicht. Das wäre ja die Aufhebung Ihres Geltungsanspruchs auf Ewigkeit der Dauer, die sie selber repräsentiert. Es gibt keine Möglichkeit, als Kulturträger in irgendeiner Hinsicht Veränderungen, Innovationen, also innovatives und kreatives Verhalten zu entfalten, dass dann die Aufrechterhaltung der Kulturen zugute käme. Das sind Leistungen der Kulturen selber, aber die Entwicklung der Veränderungspotenziale selber sind Leistungen der Individuen. Und seit 1400 gilt die Freiheit der individuellen Äußerungsformen, Aktivsformen, experimenteller Wissenschaftler oder Künstler als Freiheit der Kunst und der Wissenschaft mit dem Höhepunkt ihrer schließlichen grundgesetzlichen Garantie, wie sie nach dem Zweiten Weltkrieg, nach immer wieder erneuten Versuchen der Kulturen, alle individuellen, alle eigenmächtig agierenden Künstler und Wissenschaftler, wir unter die Fuchtel der kollektiven Autorität der Kultur zu bringen, gescheitert waren, oder mit katastrophalen Folgen, wie jetzt in Russland und China zu scheitern drohen, rückgängig zu machen. Das heißt, 5.3 Grundgesetz, Wissenschaft und Kunst sind frei, ist sozusagen 600 Jahre Erfahrung zusammengefasst Ist sozusagen 600 Jahre Erfahrung zusammengefasst in einem Satz eines Grundgesetztextes, der besagt, nicht die Unternehmer sind frei, nicht die Repräsentanten der Chompi, der Gewerkschaften sind frei, nicht die Banker sind frei, sondern Kunst und Wissenschaft sind frei und sonst nichts. Das heißt, nur die Individuen sind frei, soweit sie auf nichts anderes zurückgreifen können, auf ihre eigene Individualität, heute Singularität genannt. Ihre Einzigartigkeit, Unvergleichlichkeit mit allen Risiken des Scheiterns, denn wenn kein Backing hinter ihnen steht, keine Bank, kein Papst, keine Familie, kein Vermögen etc., dann ist die Zumutung der Inualität eine permanente existenzielle Bedrohung. Und das war sie immer. Und man hat verstanden, wie tödlich es ist, wenn kulturelle Autoritäten versuchen, die freien Individuen als Künstler und Wissenschaftler wieder unter ihre Fuchtel zu bringen. Ob das nun heute von Herrn Xi, von Herrn Erdogan, von Herrn Putin, von dem Herrn Nordkorea versucht wird, oder in historischen Dimensionen von Stalin, Hitler, Mussolini und Co. Das spielt aber keine Rolle. Das ist der Grad der totalitären Unterwerfung, ist nicht das Entscheidende, sondern der Anspruch der Kulturen. Alles, was von diesen Individuen im Sinne ihrer Autorität als singuläre Autoren in Anspruch genommen wird, wieder unter die Fuchtel der Kulturhoheit zu bringen. Und das ist der Kampf. Der weltgeschichtliche Kampf im objektiven Sinne, wie er dann definiert und analysiert worden ist, ist der Konflikt zwischen den Ansprüchen der hochentwickelten, aus der christlichen Theologie hervor, hochentwickelten Bewusstseinsformen des Bürgers, als derjenige, der als Individuum mehr repräsentiert, als das bisschen, das ihm dazu gestanden wird, den Anspruch darauf erhebt, als Individuum, als dieses konkrete Individuum, mehr zu wissen über das, was die Welt im Innersten zusammenhält, mehr zu erkennen über das, was die grundsätzlichen Fähigkeiten, Strategien der Weltbewährung ausmacht, als alle Kollektive zusammen. Denn die Kollektive können ja nur garantieren, dass es immer so weitergeht. Das ist natürlich klar, um die Individuen erhalten zu können. Aber die Anpassungsfähigkeit, ihnen zurückzugewinnen, damit sie überhaupt überlebensfähig sind, damit Kulturen überhaupt mehr als drei Generationen überleben können, das ist der natürliche Zeitrahmen. Das verdanken sie ausschließlich der Indienstnahme, der Leistung dieser Madensäcke, dieser ein bisschen aufgefüllten Schläuche, die man eben Menschen nennt, Individuen nennt. Das ist die Situation, die heute wieder in ernsthafter Weise zur Debatte steht. Gegenwärtig wird das nicht bestritten, in erster Linie problematisch, durch die Intervention von Putin. Das ist nur ein äußeres Zeichen dafür, dass jemand ganz ernst nimmt mit der Autorität der kollektiven Kulturführung, der Macht über alle Individualität, über alle Gewissensentscheidungen etc. Das wird ja längst im Westen selbst und zwar auf gleich Weise, wie bei Herrn Putin demonstriert. Der Westen hat selbst diese Selbstsabotage, diese Aufgabe seines zentralen Projekts, nämlich Autorität der Autorschaft von Künstlern und Wissenschaftlern, aufgegeben. Ich lese mal heute in der FAZ, nee, gestern in der FAZ veröffentlicht vor, was als Normalfall schon lange gilt. Aber jetzt gerade wieder in Amsterdam, also einer Hauptstadt des liberalen, Sie wissen, Schweden und Holland waren die Gemeinschaften, die sich erlaubten, im höchsten Maße bestimmend für die Taktgabe in diesem Zusammenhang von 1950 bis 1990 gewesen zu sein und über alle lachten, die es dagegen werten. Heute sind sie die rigidesten von allen. Schweden lässt überhaupt keine Einwarnung mehr zu, keine Zuwarnung mehr zu, ist radikal geschlossen. ist radikal geschlossen und es herrscht in der Schwedisch ein ganz rigides Regime, unter dem man hier nicht leben möchte, als Ausdruck liberaler Gesinnung natürlich. Hier wird beschrieben, wie in Amsterdam die Chefin des Opera Forward Festival unter Druck gesetzt wird, und zwar nicht von Herrn Putin, nicht von Herrn Xi, nicht von Herrn Erdogan etc., sondern von ihren eigenen akademischen Genossen, die etwas von Opern oder von Theater verstehen. Sie schreibt, als sie die Oper von Manfred Trojan, Eurydice, die Liebendenenden blind aus Programm gesetzt hat, erreichten sie wütende Briefe, in denen es heißt, was sie da machen mit der Aufführung einer Oper ist zu altmeisterlich, zu voraussetzungsreich, zu eurozentrisch. Das Werk sei in Bezug auf die antiken Mythen, auf 400 Jahre Operngeschichte, auf Rainer Maria Rilkes Sonnette an Orpheus hier nur verstehbar. Und das Publikum versteht das eben nicht mehr und hat dann Anrecht darauf, dumm zu sein. Sie brauchen nichts mehr von antiken Mythos zu wissen, sie brauchen nichts mehr von Rilke zu wissen. Sie bestehen darauf, dass die Dummheit das demokratische Grundrecht ist. Man braucht nichts zu wissen, nichts zu lernen. Und alles, was man dann fordern kann, ist, dass alle diejenigen, die wie bei der Opernentzündung auf 400 Jahre, also seit 1600 ist die Oper ja etabliert, Geschichte der Opernentzündung eingehen, die auf Mythen der Antike eingehen, die auf das neue Verständnisnisse der Orphan Eurydike Vorgabe, haben kein Anrecht mehr, Direktoren oder Regisseure in einer westlichen Kulturinstitution zu sein. Und nun kommt es. Untragbar sei vor allem das künstlerische Team aus lauter alten weißen Männern. So etwas könne man heute nicht mehr machen, sagen die aggressiven akademischen Milieus von Studenten an den Universitäten und Kunsthochschulen. Wozu studieren die hier? Da steht draußen Kunstgeschichte, da steht Anthropologie und was da toll war, an der Wand als Lehrfach. Die behaupten, das alles darf es nicht mehr geben. Zum Beispiel sei eurozentrisch. Wer heute eurozentrisch sagt, ist ein Vollidiot. Denn er hat keine Ahnung von der Geschichte. Er weiß zum Beispiel nicht, dass alles das, was heute europäisch gilt, zum Beispiel universelle Forderungen nach Menschenrechten, Zum Beispiel universelle Forderungen nach Menschenrechten, universelle Forderungen nach Sicherheit der Überlebenschancen von Individuen, egal aus welcher kulturellen Kontext sie stammen, sind in Europa durchgefochten worden mit mehr Opfern als je der westliche Imperialismus und Kurialismus in der Auseinandersetzung mit der dritten und vierten Welt erzeugt hat. Ab 1789 floss hier das Blut in Strömen. In Europa. Wieso kann das, das hier in Europa die größten Blutströme erzeugt hat, sogar um nur so etwas wie Arbeitsschutzrecht durchzusetzen, eurozentrisch genannt werden, wenn es doch gerade in Europa erst zum Gegenstand der radikalsten Auseinandersetzung geworden ist. Alle, die Leute behaupten, demokratische Reformen, universalistische Ansprüche auf Menschenrecht seien eurozentrisch und deswegen von China und Afrika nicht zu akzeptieren, das sei Kolonialismus, haben keine Ahnung, wovon sie reden. Das ist nichts anderes als Demonstration ihres angemaßten Rechts auf absolute Dummheit, Bildungslosigkeit, Verständnislosigkeit, aber in Gestalt des Lehrbetriebs. Denn sie wollen unbedingt, dass diese Institutionen da sind und dass diese Institutionen sie legitimieren. Das heißt, eine Kunsthochschule, eine Universität ist heute dazu da, um jedermann das Recht auf Dummheit zu bestätigen. Er lernt, wie er seine Dummheit objektiv durchsetzen kann, wie er daraus strategisches Kapital macht. Wie er sich zum Beispiel als Minderheit ausgeben kann, die als Minderheit sofort das Recht hat, Rechte zu einem zu klagen, als die mehr hatten selber. Das ist die Legitimation. Und das schreibt jetzt diese Dame hilfesuchend, das Team wird aus lauter alten Männer, so etwas kann es heute nicht mehr geben, sagen aggressive akademische Milieus der Studenten an den Universitäten und Kunsthochschulen, also auch der Institutionen, in deren Rahmen Lehrbetrieb ja diese Opern aufgeführt werden. Dieses Operfestival als ein Festival der Entwicklung weiterer Formen der theatralischen Demonstrationen. Die wird ja gerade dort aufgeführt und wird von den eigenen Leuten, nicht von der Putin, nicht von Herrn Erdogan, nicht von den Chinesen, sondern hier von den Autoritäten, die sich anmaßen, in schlimmerer Weise als heute jeder fundamentalistische Jüse-Diktator oder Autokrat in der ganzen Welt tut. Im Vergleich zu dem, was die hier demonstrieren, ist das, was Putin in Russland verlangt. Man dürfe nicht mehr Krieg sagen, sondern müsste sagen, militärische Sonderoperationen sind geradezu harmlos. Hier darf man nicht mehr sagen, wenn du Euro-Dicke hörst, musst du wissen, was das für ein griechischer Mythos ist. Du darfst nicht mehr fragen nach der Begründbarkeit einer solchen Erzählung, wie sie etwas von Rilke oder Hölderlin oder sonst jemand oder Gluck, was die Leute alle so vor sich hin summen, wenn sie ihre Benebelungsradius anstellen, eigentlich zu erwarten haben. Es ist so katastrophal, dass das alles in dieser Haltung Dekolonialisierung genannt wird, um genau das, was den Westen kennt, steht hier, haben sie ihr geschrieben, die Kunstautonomie sturmreif zu schießen. Das heißt, der Westen, der gar nicht mehr weiß, mit welchen Opfern hier im Westen demokratische Grundrechte erfochten wurden, selbst so etwas Einfaches wie Arbeitsrechtsschutz blutig erfochten worden sind, die das in Anspruch nehmen, für sich als Einrede und Anspruchsdenken dieser Leute, die sich von der Gesellschaft ernähren lassen, ich habe das Anreiz darauf, ernährt zu werden, ich bin doch im sozialen Jungstab, ich bin ja unser Sozialstaat, dass diese Leute ganz offensichtlich alles das zu zerstören vorgeben, alles das zu zerstören, vorgeben, sagen, schreiben, ihr Briefe schreiben, die der Operation der Leitung dieses Festivals vorlegen, um jede Zumutung auf aktive Orientierung, auf begründetes Sprechen loszuwerden. Jede Zumutung auf Verpflichtung zum Lernen. Jede Zumutung auf Verpflichtung zur Kenntnisnahme. Jede Zumutung zur Entwicklung von Reflexionsfähigkeit, von Urteilsfähigkeit. Das nennen sie Traumatisierung. Und das nennen sie Dekolonialisierung. Die Leute, die das betreiben, sind die radikalsten Kolonisatoren heute und imperialistische Strolche, wie man sie in der Weltgeschichte nie gesehen hat. Das sind nicht die Herren Erdogan, Putin etc. Das sind die Leute, die hier genau dieses Geschäft betreiben. Und zwar ausgestattet mit den Segnungen der rechtsstaatlichen Garantien auf die Unverletzlichkeit ihres Lebens. Bei Herrn Putin und Erdogan sind sie schon im Gefängnis, da kneifen sie den Schwanz ein. Aber hier, wo ihnen garantiert wird, was sie gerade leugnen, nämlich rechtsstaatliche Sicherheit, da wagen sie, so etwas am laufenden Bande vorzutragen. Und zwar wirklich so, dass dieser Bericht heute in genereller Hinsicht als Darstellung unserer Situation im Bereich der Künste gilt. Das heißt, gegenwärtig ist schlimmer als im Dritten Reich, schlimmer als im Stalinismus, gegenwärtig radikaler als in allen fundamentalistischen Diktaturen, inklusive Erdogan und Putin, der nur verbietet, das Wort Krieg nicht zu verwenden. Bei uns verbietet man alles andere, was denjenigen, der verbietet, nicht gefällt. Und zwar kollektiv. Aus meiner Generation gibt es das dreifache Wiederholen. Ich will nur die wichtigste sagen. Zum Beispiel Herr Lethen, Herr Schlögel, Herr Safranski, das sind ja Namen, die Sie auch hier sicherlich kennen. Diese Herrschaften haben in den Jahren 1968, 69 bis 77 sich alle als Mitglieder der KPD-ML geriert. Sie haben ihren Professoren die Bibliotheken aus den Seminaren gerissen und sind auf den Büchern herumgetanzt und haben sie beschissen. Das war soziale Revolution. Heute befragt man Herrn Lethen, Sie schreiben das ja alles in Ihren Rechtfertigungsbüchern, Herrn Schlögl, Herrn Zafranski. Zafranski ist noch der harmloseste, weil er gesagt hat, so geht es nicht. Das ist der einzige, der gesagt hat, so geht es nicht. Sagen Sie, ja, wir verstehen gar nicht mal, warum wir damals so totalitär sein konnten. Wir wissen gar nicht, was ist in uns gefahren, was war eigentlich los? Warum waren wir KPDML-Idioten, die Bibliotheken zerstört haben? Obwohl das Zugriff auf Bibliothek, Anrecht auf Bildung genau das gewesen ist, was in Europa selbst für jeden normalen Menschen erst durchgesetzt werden muss. Schulfrist etc. Sie rechtfertigen sich nicht. Sie sagen nicht etwa, ich arbeite jetzt daran, festzustellen, wie kommt es zu solchen Absurditäten. Helmut Lehten, Großdenker, seine Frau ist heute die Chefin der Kulturabteilung AfD. Wie kommt es dazu, dass selbst so Großgeister wie Schlögl, der sich jetzt im Hinblick auf die Ukraine ja wieder positioniert, das kann man alles sehr gut verstehen, aber leider irrtümlich im Hinblick auf das, was die Bedingungen seiner Möglichkeiten darstellen, dass die nicht einsehen, was haben wir denn da getan? Warum waren wir solche Vollidioten? Warum haben wir die Radikalität von Pol Pot als Welterlösungsprogramm dargestellt? Warum haben wir Massenschlechtereien mit 100.000 Toten als große Welterlösungspathetiker dargestellt? Warum haben wir Mao Zedong, die alle waren KPDML, warum haben wir Mao Zedong als den größten Geist der Weltgeschichte gehuldigt? Zehn Jahre lang, der seine 70 Millionen Tote als Beweis seiner historischen Größe für jedermann dargestellt hat. Und jedermann kannte es und jedermann wusste es. Wieso konnten diese intellektuellen Hochleister Lethenschlügel, das ist nur drei Namen für 30 auf diesem Niveau, allein in der kleinen Bundesrepublik, wieso konnten die überzeugt sein, dass die Zahl der liquidierten Menschen als Gegner der Beweis für die historische Größe von jemand ist? Also in deren Auge war das natürlich klar. Hitler ist so ein Durchschnittstäter, der hat es auf vielleicht 10 bis 12 Millionen Tote gebracht. Stalin immerhin auf 22 Millionen. Mao aber mindestens auf 50 Millionen Tote gebracht. Da weiß man, wie die Hierarchie. Also ist Mao der größte bedeutende politische Führer der Weltgeschichte. Also huldigen wir ihn. Das war die ganze Logik. Stellen wir das vor als Zultat von 2000 Jahren Nachdenksgeschichte oder 2500 Jahre seit Platons Zeiten Nachdenken über solche Voraussetzungen. Was heute passiert, ist nicht die Bedrohung der westlichen Errungenschaften, von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Sozialstaatlichkeit, von Autorität der Individuen als wissenschaftlerischer Künstler durch Erdogan etc., sondern durch die in der Garantie dieser Gewissheit sich suhlenden, allmachtswahnsinnigen Mitglieder dieser Gesellschaft, die vermuten, dass ihnen mit dieser Legitimation auf Automie der Individuen auch das Recht zugestanden werden muss, Autoritäten der Kollektive zu unterwerfen und ihre eigene inübliche Mächtigkeit durch Führerschaft von kulturobjektivierten Kräften, also von Parteien, von Kampftruppen, von Schlägertruppen etc. zu führen. Und die dann alle sagen, ja, sehen Sie mal, Herr Brock, das ist doch ein klarer Beweis. Stalin, Hitler, Mao, Pol Pot, das sind doch alles Beweise dafür, dass auch im kulturellen Bereich die Autorität der Kollektive nur durch Individuen repräsentiert werden kann. Und deswegen orientieren wir uns am Mao Zedong, an Pol Pot, an Stalin als den größten Menschen der Geschichte. Und das sind für uns die Leistungsträger. Obwohl das, was sie geleistet haben, nichts anderes daran besteht, als den Ernstfall der Verbindlichkeitsgarantie durch Töten durchzusetzen. Nichts haben sie in der Welt gesetzt, gar nichts. Buchstäblich nichts. Und die einfache Frage an all diese Leute, warum wurde das englische Empire das mächtigste Regime auf Erden? Warum wurde das römische Empire das mächtigste Regime auf Erden? Warum wurde die persische Zivilisation? Warum wurden die Altegipter? Warum wurden die Griechen? Obwohl in bestimmten Perioden das mächtigste, was es auf Erden gegeben hat, warum verschwanden die, wenn sie doch das mächtigste waren? Als mächtigste hatten sie doch gar keine Gegnerschaft. Warum verschwanden die, wenn sie doch das Mächtigste waren? Als Mächtigste hatten sie doch gar keine Gegnerschaft. Warum verschwanden die mächtigsten Reiche dieser kollektiven Autorität der Kulturen sang- und klanglos, wenn sie doch das Mächtigste eurer Meinung war, das es je gegeben hat? Mehr als die Macht von Mazedon konnte man sich gar nicht vorstellen. Mehr als die Mächte der ägyptischen Pharaonen bis zur 18. Dynastie kann man sich doch gar nicht vorstellen. Mehr als die Perser-Könige in der Nachfolge der Leute, die die Seeschlacht von Salamis als Haus zu überlegen, die sich in den Kulturen gegenüber den griechischen Individualakrobaten genannt, Strategen, das waren normale kleine Bürger, die der persischen hundertfach überlegenen Armee zeigten, was das Ingenium der Individuen zu schaffen vermag gegenüber der bloßen Durchsetzung von kollektiver Autorität in der Kultur. Warum verschwanden die alle? Hat jemand schon mal eine Antwort gehört? Es gibt jetzt Bemühungen zu hören, ja, warum sind die großen Kulturen verschwunden? Aus einfachen Gründen. Weil sie eben nicht verstanden haben, dass sie als größte Kultur nur durch Individuen repräsentiert werden können, die gerade das Überleben der Kulturen dadurch ermöglichen, dass sie ständig durch ihre eigene Autorität der Autorschaft, hinter der nichts anderes steht, als die Objektivität des Sachverhalts selber, ihre Anpassungsfähigkeit gewannen. Denn wer eine solche Macht gewinnt, wird anpassungsunfähig. Und in dem Augenblick, wo eine Kultur rigide beherrscht wird von Wortwörtlichkeitsverständnissen, von fundamentalistischen religiösen Fanatismus oder politischen Fanatismus, verliert sie ihre Fähigkeit zu überlegen. Genau das ist der Grund. Aber nicht die Putins, nicht die Erdogans, nicht die Schiess bedrohen die westliche Einmaligkeitssensation der Autorität von mageren kleinen Individuen als Individuautorität durch Autorschaft und sonst nichts. In denen nicht steht kein Volk, kein Bank, kein Zirkus, keine Religion, nichts steht in denen, absolut gar nichts. Und die gewinnen den größten Einfluss durch die Resultate ihrer Arbeit als Autoritäten der Autorschaft für die Wirksamkeit innerhalb der Kulturen. Das ist das Rätsel. Und das ausschließlich durch die Tatsache begründet, dass es nur im christlichen Kontext der Durchsetzung der offenen christlichen Aufmerksamkeitsreligion dieses Motiv der absoluten Unwirrbarkeit jedes kleinen Menschenwurms gegenüber Gott und dem Schöpfer darstellt. Jeder einzelne kleine Idiot hatte das Recht einzuklagen. Ich stehe hier, du bist der Herr, ich verlange, dass du deine Aufgabe erfüllst mir gegenüber und mich würdigst als einen Teil deines Geschöpfes, gerade in der kleinen Ohnmacht. Also, begründet Invalidität. Also das, was alle fürchten, alle Diktaturen, alle Fundamentalisten fürchten, die Macht eines Einzelnen, der etwas sagt, was in der Kultur nicht erlaubt ist. Es ist geradezu umgekehrt, die Begründung des 600-jährigen gelungenen Anspruchs des Westens, etwas in die Weltgeschichte einzuführen, was man die Macht der Ohnmacht nennen kann, das ist ein Motiv, während auf den Großen die Ohnmacht der Macht das Entscheidende ist. Die Ohnmacht der Macht, Vietnamkrieg der Amerikaner, gewaltige Militärmarsch, unglaubliche Macht, aber die Macht weist sich dort als ohnmächtig, als unfähig. Wenn umgekehrt so ein paar kleine Leute auf zusammengeschnittenen Fußsohlen mit Bändern aus reifenabgewürzerten Autoreifen zusammengebunden, dieser Macht ihre Ohnmacht demonstrieren und die Macht der Ohnmacht demonstrieren. In der Christentum ist die Macht der Ohnmacht entscheidend handlungsentscheidend geworden und nicht mehr die Macht, also die Ohnmacht ist die begründete Macht und nicht mehr die Macht selber, die ja nur noch in ihrer Funktion selber sich als ohnmächtig erweist, die nichts mehr, heute kann das gar nichts mehr, überhaupt nichts. Das ist ja völlig sinnlos zu behaupten. Wir haben die Atombomben, wir sichern das alles in unserem Interesse. Das beweisen Ihnen ja Ihre eigenen Ebenbilder. Herr Trump ist in keiner Hinsicht als Vertreter der westlichen Demokratie, USA, Urbild für alle Menschen, auch nur ein Gran anders als Herr Putin, in seiner Art zu denken, in seiner Art zu handeln, zu begründen. Gewissenlosigkeit, Radikalität, Verpflichtung auf Asozialität etc. In nichts. Sollte mir jemand erklären, warum wir Herrn Putin als Repräsentanten der westlichen Freiheitsdemokratien und Egalitäten und was immer anerkennen sollen und Herrn Trump anerkennen sollen und Herrn Putin verteufeln sollen. Das ist ja absurd. Denn das ist ein Budenzauber, der noch den letzten Rest unserer Fähigkeit, uns durch Verstand zu wehren, zerstören soll. Diese Art von behaupteter Unterschiedenheit, wenn zwei das Gleiche tun, ist es nicht dasselbe. Einer der grausamsten Sätze. Schon die alten Philosophen haben gesagt, zwischen einer Regierung und einer Mafiabande gibt es objektiv überhaupt keine Differenz. Die eigentliche Differenz ist, was die Regierung macht, als asozial, apolitisch, machtgetreibt, ist legal und deswegen der illegal genannten Tätigkeit, derselben Tätigkeit auf der Ebene der Mafia haushoch überlegen. Das ist alles. Objektiv tut man genau das Gleiche wie eine Mafiabande. Das ist die älteste philosophische Weisheit in politischer Hinsicht. Wir haben da also wirklich etwas zu verteidigen, wenn wir nicht nur im objektiven Sinne 5.3 Grundgesetz, Kunst und Wissenschaft sind frei mit der Erfahrung des Dritten Reiches, wo die Kultur des NS-Regimes bestimmt hat, wer was zu sagen, zu schreiben, zu denken hat, wie man dies oder jenes in der Welt positioniert als eine historische oder sonstige Gegebenheit des Faktischen. So wie heute. Sie bestimmen, wie man den Begriff Krieg verwenden darf. Dieses Groteske ist ja jetzt wirklich ziemlich einmal zu verbieten. Etwas objektiv Geschehen, das über Jahrtausende als Krieg erfassbar ist, jetzt nicht mehr Krieg nennen zu dürfen. Das ist aber genau das Regime, das wir hier haben. Die schrecklichste aller Propagandaaktivitäten in dieser Hinsicht, sind nicht die fundamentalistischen religiösen Mächte, sind nicht die Hasardeure der islamischen Akteure, der Durchsetzung des fundamentalistischen Verständnisses des Korans etc., sondern es ist die westliche Warenpropaganda. Eine größere Lügerei als das, was einer Warenpropaganda jetzt über, sagen wir mal, mindestens 80 Jahre in die Köpfe reingedämmert wurde, gibt es gar nicht. Wir haben nichts mehr. Wir haben kein Glück, wir haben keinen Frieden, wir haben kein Verständnis für irgendetwas noch, was nicht vollkommen zerstört wurde durch die Überdeckung im Hinblick auf Warentropaganda. Ich habe gestern in der Stadt hier ein Paradebeispiel dafür gefunden. Nämlich am Hauptplatz gibt es ein Unternehmen, das riesengroß, so ein Fenster, so groß, verkündet, was sie der Menschheit mitzuteilen hat. Sie, die nichts anderes betreiben, als ein paar seltsame Objekte zu vertreiben, haben festgestellt, worauf sie dann kommen. Wir haben da festgestellt, worauf sie dann kommen. Unsere Werte, wenn man das schon hört, die westlichen Werte, weiß man schon, das ist alles gelogen. Das ist alles zerstört. Das ist ebenso tyrannisch zerstört wie der Begriff des Krieges in Russland. Sie verkaufen nichts, sie handeln nicht, sie machen Lebensfreude, Wertschätzung, Gewissenhaftigkeit, Begeisterung, Verantwortung, Kompetenz, Individualität, Achtsamkeit, Zuverlässigkeit und Inspiration. Alles im Namen dieser Kofmich-Ideologie. Da gibt es keinen Platz mehr für irgendeine Philosophie, eine Ästhetik oder eine Kunst. Nichts mehr. Also, schlimmer als das hier kann niemand lügen. Also schlimmer als das hier kann niemand lügen, weder fundamentalistische religiöse Fanatiker noch politische allmachtsgeile Tyrannen. Dagegen geht es jetzt anzutreten. Was die Künstler zu leisten hatten, war eben gerade gegen diesen objektiven Geist der absoluten Macht der Kulturen zu bestimmen, was die Realität, was die Wirklichkeit war. Also zu zeigen, nein, wir bestimmen, was real ist und nicht umgekehrt. Wir erkennen nicht die Wirklichkeit als das, worauf wir keinen Einfluss haben, sondern wir bestimmen das. Das heißt, sie machten alles auf das Niveau einer psychiatrischen Auffälligkeit fertig und zerschlugen ist. Denn wer sagt, die Wirklichkeit machen wir selber, die Realität ist das, wofür wir sie halten, ist natürlich nichts anderes als ein psychiatrischer Fall. Das Umgekehrte, das Geltenlassen von etwas, was sich unserem Willen nicht beugt, macht erst Menschen realitätstüchtig. Vor allem im Hinblick auf die Natur. Die Natur wird sich in keinem Fall, in nichts, dem beugen, was noch so mächtige Geschöpfe ihrer eigenen Evolution hervorgebracht haben. In nichts. Da können Sie noch so lange herumtröten, dass Sie jetzt das Anthropozän bestimmen. Stellen Sie sich mal vor, westliche Wissenschaftler kriegen von der Politik eingeredet, Sie seien jetzt so mächtig, dass sie den Lauf der Natur bestimmen. Wahnsinniger kann eine Gesellschaft gar nicht sein als das. Anstatt zu sagen, das ist das Resultat unserer Unfähigkeit, den Gesetzen der Natur zu folgen, als das, was die Wirklichkeit bestimmt, nämlich mächtiger als wir selbst zu sein. Das wäre die einzige Form der Erkenntnis, die gilt. nämlich mächtiger als ihr selbst zu sein. Das wäre die einzige Form der Erkenntnis, die gilt. In den Kunsthochschulen, in den Ausbildungszentren, hier wird sogar akademisch, die werden sogar genannt, welche holländischen Institutionen diesen Irrsinn betreiben, gilt es also, genau auf das hinzuarbeiten, auf das in Geltung zu bringen, was Wirklichkeitssinn stiftet, und das ist ja wohl ziemlich eindeutig, das ist nur möglich durch jede Art von Kritik der Absolutheitsbehauptung, wie etwa im Anthropozän oder sonstigen Mächtigkeiten der kapitalistischen Selbstvergottung. Es ist ziemlich klar, was es heißt, aufgeklärt zu sein. Das ist seit Mitte des 18. Jahrhunderts nun hinreichend für alle zugänglich, in jeder Form der Alltagssprache, wie der philosophischen Alltagssprache. Bei Kant noch einfacher kann man es nicht definieren, als er es definiert hat. Auf den Hinblick der künstlerischen Arbeit, also die Erzeugung von Fähigkeit der Menschen per eigenem Augenschein zu bestätigen, ja, das sehe ich, der Zusammenhang ist so, wenn ich das so mache und so mache, dann kommt das heraus. Ich sehe per Evidenz, per Augenschein. Unter dem historisch erkannten Sachverhalt, dass wir alle täuschbar sind, wie kann ich also meinen eigenen Augen glauben, wenn ich weiß, dass ich täuschbar bin? Die Resultate heißt, das ist die Entstehung von Kunst, das ist die Entstehung von Wissenschaft. das ist die Entstehung von Wissenschaft. Das muss heute jeder Künstler, jeder Wissenschaftler, der mit einem Computer arbeitet, beherrschen, wie früher nur die Hochleister in der bildenden Kunst. Nämlich, dies ist keine Pfeife, sondern eine Abbildung einer Pfeife. Das ist ontologisch völlig anders als eine Pfeife. Dies ist das Bild eines zu operierenden Kranken. Aber ich operiere nicht das Bild, sondern ich operiere den Kranken. Die Differenz zwischen dem Bild des Kranken, das ich die Voraussetzung meiner Operation nenne, und dem Kranken selber, ist die ästhetische Differenz, die ethische Differenz, die epistemologische Differenz, die alle aus der Natur geschaffen werden. Diese Idioten meinen, Wahrheitsfragen, Schönheitsfragen, Gutheitsfragen seien etwas, die Menschen sich ausgedacht haben. Die Natur selber erzwingt diese Kenntnisse und nicht unser Belieben. Ist doch wohl klar, wenn die Natur selber Wesen und Erscheinung differenziert, indem es eine Gestalt einmal als ein Blatt erscheinen lässt und einmal als ein Insekt, das sich als Blatt harnt, dann kann ich mich nicht darauf berufen, dass die Natur auf die Wahrheit ausgerichtet ist. Camouflage, chimerische Repräsentation des Falschen etc., sind Strategien der Natur selber. Also die Wahrheitsfrage wird von der Natur gestellt. In welchem Verhältnis steht hier Wesen zur Erscheinung? Ist es giftig oder nicht giftig? Essbar oder nicht essbar? Das ist die Wahrheitsfrage, die an die Menschen herangestellt wird. Ist diese Bewegung einmal das Zeichen einer möglicherweise bedrohlich giftigen Schlange und andererseits nur die natürliche Fortbewegung von etwas ganz Harmlosen, nämlich keiner Aufmerksamkeit. Die Wahrheitsfrage von Natur gestellt, die ästhetische Schönheitsfrage, die Gutesfragen werden von Natur gestellt und nicht von Kultur, nicht von Menschen. Wer das nicht erkennt, hat von Natur keine Ahnung. Die Wahrheitsfrage heißt essbar, nicht essbar, giftig und nicht giftig. Nützlich, förderlich, zerstörerisch. Das ist die Wahrheitsfrage der Natur. Und wer kann besser mit Kamouflagen, wer kann besser mit dem Verhältnis von Wesen und Erscheinung umgehen, als die, die die Erscheinung darstellen in Bezug auf das Wesen. Alles, was bildlich erzeugt wird, alles, was modellhaft erzeugt wird, das war genau die Aktivität der Künstler ab 1400, auf der Modellehne arbeiten zu können. Also ein ontologischer Sonderstatus, der eben nicht immer bei einer Eingriffen, totalitärer Eingriff in das Wesen der Sache operiert, sondern ausschließlich im Hinblick auf die Differenz von Wesen und Erscheinung. Und das heißt zum Beispiel, wenn ich vor Augen führe, was eine Sache ist durch ihre bildliche Darstellung, dann kann das als Evidenzerlebnis nur gelten unter der Bedingung, dass ich ja gerade täuschbar bin. Das heißt, überzeugen kann nicht die Evidenz sein, das, was ich mit eigenen Augen sehe, sondern überzeugen kann nur sein, dass das Bild selber in sich die Kritik an der totalitär-fundamentalistischen Gutgläubigkeit darstellt, nämlich dem Augenschein zu trauen. Das Bild ist das Gegenteil dessen, was eigentlich beweist, Sicherheit im Augenschein. Das Gegenteil. Es beweist, wie ich vorzugehen habe, wenn ich unter Bedingungen der Täuschbarkeit augenscheinlich optische Täuschung, augenscheinlich begriffliche Täuschung und so fort agiere. Sodass ich dann in der Lage bin, meinem Augenschein zu folgen, weil der Künstler der Verpflichtung nachgegangen ist, der Verpflichtung nachgegangen ist, die Darstellung von etwas überzeugend mir sinnfällig werdenden, mit Mitteln der Attraktivität, der Hinwirkung etc., durch die Kritik, der er selber unterliegt, als täuschbarer Mensch, hindurchgegangen ist. Und wenn es ihm gelungen ist, die Evidenz durch Kritik an der Evidenz zu erzeugen, das heißt, das wirklich evident Überzeugende an der bildlichen Darstellung, begrifflichen Darstellung, musikalischen, literarischen Darstellung, ist, dass ich auf sie nicht als Versuch der Täuschung reinfalle, sondern mich auf sie verlassen kann als erkenntnisfähig, da es bereits das Resultat der Kritik an eben dieser Sinnfälligkeit darstellen. Das ist eine hohe Kunst. Das wird heute jedem Wissenschaftler abverlangt, sobald er bildgebende Verfahren. Imaging Sciences haben wir 1992 durchgesetzt bei AAA, American Association for the Advancement of Arts and Science. Da müssen Sie mal denken, was das bedeutet. Plötzlich wussten alle, das galt bestenfalls für Ornithologen und zeichnerischen Darstellungen von Naturgegebenheiten, mit dem Computer musste jeder Wissenschaftler wie ein Künstler arbeiten. Er musste eben wissen, dies ist keine Pfeife, sondern die Darstellung einer Pfeife. Dies ist nicht der Patient, sondern die Darstellung dessen, was ich als Operateur zu berücksichtigen habe, aber ich operiere nicht das Bild, sondern den Patienten. Und wo ist die Differenz zwischen der FMT, PET, CT-Aufnahme, Röntgenaufnahme eines Patienten, den ich da als Patient behandeln soll, und dass die Voraussetzung dafür ist, dass ich überhaupt operieren kann, und der Tatsache, dass ich nicht das Bild operiere, sondern den Patienten. Da beginnt Leistungsfähigkeit von Kunst und Wissenschaft. Erst da, wo alle natürlichen Voraussetzungen des Zugriffs auf die Natur das Kriterium der Kritik erfüllt haben. Weswegen Kritik seit 2500 Jahren das Fundament aller Evidenzerzeugung ist. Evidenzüberzeugung kann nur erzeugt werden durch die Kritik an der Evidenz. Wer das nicht kapiert, spielt in der Kunst und Wissenschaft keine Rolle, ist bestenfalls ein Kinderbuchillustrator. Aber selbst die sind viel intelligenter, weil die Kinder sich sowas gar nicht mehr gefallen lassen. Das sind die Aufgaben, die heute verbindlicher sind als je zuvor. Denn inzwischen hat nämlich nicht mehr die Künstlerschaft und nicht mehr die Wissenschaft die Führung und Erzeugung von Evidenz, sondern die wahren Propagandisten, die Absatzstrategen für Nudeln und Automobile haben die Autorität. Die bezeugen die Welt. Sehen Sie hier, Mercedes, wunderbar, fährt er schon gerade. Das ist die Ebene, auf der heute das Evidenzerleben der Menschheit beruht und nichts als Schwindel ist, weil das der Kritik nicht unterworfen wird. Das ist platteste totalitäre Überredung, Überwindung, Bestechung im nächsten Falle. Und wer nicht das hingeben will, Bestechungsgegebenheit, der wird mit entsprechenden finanziellen Mitteln oder sonstigem Druck dazu genötigt. Es ist heute wichtiger, als je zuvor Künstler zu sein, Wissenschaftler zu sein, weil die Mächtigkeit der kapitalistischen Überzeugungsstrategien derartig umfassend geworden ist, dass sich niemand, auch Wissenschaftler und Künstler selber, diesem Druck anziehen können. Es geht heute so weit, dass man nachweislich keinen Menschen aus dem Bereich der Kunstgeschichte, aus dem Bereich der Kulturgeschichte, aus dem Bereich der Ästhetik findet, der nicht beeindruckt wäre durch die Aussage, dass diese Werke im Museum 2 Millionen, 7 Millionen, 77 Millionen, 80 Millionen, 22 Millionen kosten. Es gibt keinen. Niemand kann sich davon freimachen. Ja, was bedeutet das, wenn wir die Bedeutsamkeit der künstlerischen Aktivitäten als Maler beispielsweise danach einschätzen, wie hoch der Abverkaufserfolg bei Versteigerung ist und wenn diese Bilder ihre Bedeutung aus der Höhe der erzielten Verkaufspreise ableiten. Und dass das einzige Erkenntnisinteresse ist, sodass man die Bilder gar nicht mehr zu sehen braucht, da hängt man Preisschilder in die Ausstellung, ist viel kostengünstiger und hat denselben Effekt. Wozu denn das noch? Wie umgesehen dann die Strategien aus, die Künstler entwickeln? Das ist genau die Aufgabe von Leuten, die heute lehren, die heute verpflichtet sind, diesen jungen Leuten genau diesen Zugang zur Wirklichkeit, also das zu ermöglichen, was nicht ihrem Belieben unterliegt, was nicht ihrer Willkür, ihrer genialen individualistischen Rumtoberei und Attitüde von Einmaligkeit unterliegt, sondern Fähigkeit der Anerkennung dessen, was objektiv der Fall ist. Das war früher das Grundgesetz der akademischen Ausbildung. Nämlich zu wissen, wie ist ein Körper anatomisch aufgebaut. Wie ist das Verhältnis von Muskulatur, Zuckknochen und Hautoberfläche, wenn ich eine Darstellung eines lebenden Organismus geben will. Das sind nicht Fragen der Beliebigkeiten, die irgendjemand für sich entscheidet, der mal ein bisschen rumpinselt. Bloß weil es so interessant ist, inzwischen ein Künstler zu sein. Künstler in diesem Fall sind wirklich die letzten Narren. Und gehen auch zugrunde entsprechend. Aber als heutiger Arbeiter im Bereich der KI, im Bereich der intelligenten Medien, der verwirklichten Theologie, der verwirklichten Bildtheologie, kann man sagen, ist die Tätigkeitenarbeit in ästhetischer, ethischer und epistemologischer Hinsicht von Künstlern so wertvoll wie noch nie. Bilderkriege werden heute um die Frage Reinheit oder Sauberkeit geführt. Da müssen Sie schon was im Kopf haben, wenn Sie da mitspielen wollen und nicht nur als Reklame-Fatzke zwei Bilder nebenan da hängen. Eine weiße Fläche, ganz weil, darunter steht rein und eine etwas grauer. Und dann heißt es, sehen Sie, mit unserem Mittel wird Ihre Wäsche nur noch so weiß wie grau gewaschen. Aber mit dem anderen Mittel wird sie so weiß wie das Weiße. Und da wird der Beweis der Entgegensetzung von ganz weißer reiner Fläche und graulicher Fläche als Beweis für die Wirksamkeit der Mittel dargestellt. So primitiv, so abgrundtief primitiv, wie nicht einmal ein Steinzeitmensch je gedacht hat, der wäre längst tot, wenn er sich das erlaubt hätte, wird heute Gesellschaft repräsentieren. Daher gibt es Forderungen an, nicht die Putins, nicht die Erdogans. Da können wir sowieso nicht intervenieren. Das wird die Gesellschaft selber erledigen. Aber an uns, uns das nicht gefallen zu lassen, was uns da aus unserer eigenen Allmachtsfantasie als kapitalistische Genies der Zerstörung, der Zermüllung, der Verwahrlosung in die Hände gegeben ist, uns zu befreien. Das war der Appell an Sie alle. Ich wünsche einen guten Abend. Und wir gehen jetzt etwas essen, wo wir sofort die Wahrheitsfrage stellen, ist das simuliert mit Kunststoffen, ist das ein künstlicher zugegebener Geschmack oder können wir feststellen, wie das verarbeitet ist, wo dann tatsächlich die Genussfähigkeit in der Aufnahme dieser Speise im Unterschied zu jeder im Hinblick auf Farbe und Geruch und Geschmack darstellen. Warum? Weil wir als Menschen ja Homo sapiens heißen. Und zwar sapiens sapiens. Sapere heißt im Lateinischen, das gilt ja seit Linnés 18. Jahrhundertdefinition, Sapere heißt schmecken und sapere heißt wissen. In anderen Worten, Homo sapiens sapiens ist das Lebewesen, das weiß, dass alle Weltbezüge von ihm durch das Unterscheiden getroffen wird. Schmecken heißt differenzieren. Schmecken ist der feinste Sinn der Unterscheidung. Esst man nicht, esst man verbraucht oder frisch. Schmecken ist der höchst differenzierte Unterscheidungssinn überhaupt. Aber, sapiere im Sinne von Wissen, ich weiß, dass es darauf ankommt, zu unterscheiden. Homo sapiens sapiens heißt ein Lebewesen, das weiß, dass ein gesamter Weltbezug ausschließlich dadurch entstehen kann, dass er das Unterscheiden als Verpflichtung zum Gewinn von Wissen zur Urteilsfähigkeit auszubilden hat. Urteilsfähigkeit auszubilden hat. Sapiens, Sapiens, in diesem Sinne essen wir heute Abend bei einem von dir ausgewählten Kulturträger. Also, vielen Dank, Wiedersehen. Geht das schon? Ich hätte mich einfach nur gefragt, was wäre von Ihnen so ein Beispiel für so eine gelungene Kunst, die in jüngster Zeit stattgefunden hat? Zum Beispiel das Innaligen. Alles das, was beispielsweise nur als ein im Einzelnen heute, das ist traurig genug, als einzig und allemal anerkannte Hochleister, nämlich die schon, der sagt, ich kann mich nur auf das, was bildenkünstlerische Leistungen bezogen war, nur dadurch noch äußern, dass ich es unterlasse, mich als Mahlschwein zu betätigen, Subtilitäten der Valeurs herauszubilden. Das heißt, er erfüllt seinen Auftrag, den höchsten Anspruch an sich als Künstler zu stellen, indem er es unterlässt, die übliche Form der Künstler, die von Allmacht Fähigkeit, Überlegenheit zu demonstrieren. Sein Verzicht darauf ist die entscheidende Leistung. Er unterlässt es, Mahlschweineestätig zu werden. Es reicht ihm, ein paar Gedanken zu entwickeln, die man verwenden kann, um genau diese Differenz von Augenschein, also der Willenserzeugung und Kritik der Evidenz herzustellen. Wenn ich vielleicht noch ein jüngeres Beispiel... Überall da, wo Wesen und Erscheinungen differenziert werden. Natürlich neigt man dazu, Josef Beuys zu unterstellen, dass er primitiv genug gewesen sei. Ein Klümpchen Erde mit ein paar Würmern drin würden Wunder tun. Also Primitiv-Animismus, amuletthafte Wirkungs zu beschwören etc. Nein, der Witz ist, eine Beuysche Plastik wirkt, weil man sie von vornherein ansieht. Dies ist kein Instrument zur Erzwingung von mystischer Substantialität oder von spiritueller Erleuchtung etc. Sondern es ist ein Beweis dafür, dass wir diese Praktiken nicht beherrschen können. Ein ständiger Verweis auf das, was wir nicht beherrschen. Keiner würde glauben, dass Beusen Schamane sei, dessen Lehmklümpchen magische Kräfte haben. Das ist ja Unsinn. Eurasienstab, zwei abgewinkelte Gestelle mit Filzbezogen. Was soll das? Seid ihr verrückt? Das ist doch große Kunst durch Verweis darauf, dass das, was da steht, nicht die Substanz als Einheit von Wesen und Erscheinung darstellt. Alle große Kunst funktioniert so. Selbst Herr Dürer hat sich in dieser Hinsicht schon ins Zeug gelegt. Denn dessen theoretische Äußerungen dazu sind ja nun alle historisch über Jahrhunderte überliefert. In der Nachfolge gibt es reichlich Hinweise darauf. Und nicht immer nur der berühmte Herr Leonardo, das mussten alle beherrschen. Das heißt, wenn Sie so primitiv sein zu glauben, dass Sie mit ein bisschen Farbe auf der Leinwand etwas zustande bringen, was Sie bisher dem göttlichen Genius zuschreiben, nämlich Leben zu schaffen, dann irren sie sich. Das entscheidende Beispiel stammt ebenfalls aus der Zeit um 1435. Da nennen sich die Künstler, zum ersten Mal sind es ja Künstler, den Begriff gab es vorher gar nicht. Es gab den Begriff Techné, Leute, die wussten, was man macht, im Griechischen oder in der Überleitung im Römischen. Aber Autonomie durch Autoschutz hat es überhaupt nicht gegeben. Da gibt es zum ersten Mal Künstler und Wissenschaftler. Und es wird nun klar, was eigentlich der Anspruch auf Wirkung ist. Ich habe heute wieder Post bekommen. Ich hätte mich versündigt, weil ich historisch von der Künstlerentwicklung gesprochen habe und nicht von der Künstlerinnenentwicklung. Ja, um 1400 gab es keine Künstlerinnen-Diskussion, ging um Künstler. Aber die Frauen spielten eine viel größere Rolle als heute. Warum? Weil man wusste, die einzige göttliche Kraft des Lebengebens stammt von den Göttern als christliche Schöpfergötter. Die gab es in Griechenland nicht, die gab es in Rom, die gab es in keiner anderen Kultur. Schöpfergötter, das gibt es nur im christlichen. Aber genau das ist ja nicht das, worauf wir uns verlassen können, sondern auf das, was wir mit Händen sehen. Wer schafft denn wirklich Leben? Der bringt dann aus nichts, was wir Frauen durch Gebären. Also waren alle Männer, die ab 1435 sich Künstler nennen, Leute, die unterschrieben, nicht Artefakte oder sowas, sondern die schrieben Zorgrafos. Nachgucken sofort, googeln, Pisanello. Bitte sofort, Sie glauben es ja sonst nicht. Zorgrafos, das heißt, er nannte sich lebengebend, nach dem Beispiel der Frauen. Das heißt, was die Humanisten zustande brachten als Schöpfer, war, den Frauen nachzuarbeiten, im Hinblick auf zustande brachten als Schöpfer war, den Frauen Macht zu arbeiten im Hinblick auf die Fähigkeit, Leben zu geben. Wie macht man das? Die Menschen waren ja nicht bekloppt. Die glaubten ja nicht an den Hokuspokus, das da aus einer Läinwand das Leben hervorspringt. Nein, sie sagten, wir stellen einen Betrachter vor unser zentralstativisch organisiertes Bild. Das heißt, er bekommt eine Position zugewiesen, in der er von der aus im Bild selber vorkommt. Und dann sehen wir, wie das gemalte Bild auf ihn wirkt. Und das wirklich Leben gebende ist der Rezipient. Der Rezipient antwortet doch, er wird zornig, er onaniert, er macht alles kaputt. Doch nicht das Bild, das ist totes Material. Ja, Kacke mit Leinwand oder was immer. Rembrandt, was ist das? Schmier, sage ich schon, oder was immer, auf Stoff. Wo ist der Rembrandt bei Farbe auf Leinwand? Das müssen wir mal überlegen. Die Kunst hängt doch nicht an der Wand. Die entsteht in der Demonstration von Lebendigkeit, die erzeugt wird durch die Reaktion auf das, was einem da begegnet. Durch Attraktivität, durch Faszination, wie immer die wirklich in Anspruch genommenen Begriffe gelten. Warum? Weil nur außerhalb der Schöpfer-Elevie, nur die Frauen das Beispiel für das tatsächliche, schöpferische Leben geben sein können. Und die Männer konnten das nur, indem sie jetzt wie die Frauen Leben schufen, aber nicht, indem sie selber irgendwas gestalteten, sondern sie gestalteten etwas, setzten das vor andere Menschen und beobachten, wie diese Menschen darauf reagieren. Die Rezeption also ist die Demonstration der Wirksamkeit des Werkes und nicht das Werk selber. Das Werk ist toter Leid, toter Sack, totes Material, irgendwas drauf. Arbeitsspuren, mehr nicht. Aber die Reaktion darauf, und das geht durchgängig von 1430 bis zu Duchamp. Alle Leute, die etwas im Kopf hatten, haben das gewusst. Und niemand hat animistisch geglaubt, das bisschen Rot auf der Leinwand ist die Wirksamkeit der Illusion, dass da die Sonne aufgeht. Die Sonne geht in Ihrem Gesicht auf, wenn Sie das sehen, aber nicht auf der Leinwand. Eine ganz kurze Frage stellen zu diesem Prozess mit der Evidenz und der Kritik der Evidenz. Geht es dabei eben doch darum, dass im ersten Moment, wenn ich das Werk anschaue, dann eben doch gedäuscht bin und eben doch glaube, dass es das ist. Eben leider nicht. Das ist immer wieder das Paradebeispiel und das kann man auch am einfachsten verstehen, deswegen muss ich es auch wiederholen. Also beispielsweise, in allen Hochreligionen gibt es das Darstellungsverbot, du sollst ja kein Bildnis machen. Sogar bei den Christen. Kein Bildnis von Gott. Nun ist die Frage, die Antwort, du sollst ja kein Bildnis machen, kann ja logischerweise nur denen gelten, die ein Bildnis machen. Also kann man nur durch Bildnis machen, das Verbot der Konstruktion eines Abbilds erfüllen. Das heißt, nur der Maler, der Bildhersteller, der Bildner ist derjenige, der das Bilderverbot erfüllt durch Bilden. Das ist der Witz. Deswegen dann eben die höchsten Geltungsansprüche von sakraler Wirkung von Sackleinwand mit Farbe drauf, bei denen steht, wie in den 15er Jahren in den USA, durch unsere Zeugenschaft können wir das ja alles nachweisen, gelungen ist, die als Juden ganz strikt gegenbildende künstlerische Tätigkeiten eingestellt waren, die Herrn Jatt und Merzawel und Roskow waren alle Leute, die aus dem jüdischen Kontext es absurd gefunden hätten, das Bilderverbot zu durchbrechen durch Malen. Die haben nicht gemalt. So wie es auch heute im Islam gibt. Aus Treue gegenüber dem Bilderverbot des Koran gibt es keine Maler. Es gibt Ornamenteure und Illustratoren und alles Mögliche, aber keine Maler. In den USA 15er Jahren haben plötzlich die Leute um Roscoe und Jad vor allen Dingen, die also großtheoretische Leistungen vollbracht haben, gesagt, aha, ein Bilderverbot, du sollst dir kein Bildnis machen, kann also nur durch Bildnis machen Erfolg. Jetzt malen wir mal so, dass das Resultat unserer Arbeit genau den Zweck erfüllt, zu zeigen, du sollst dir kein Bildnis machen. Jetzt gucken Sie mal Roscoe an. Und dann gucken Sie mal an, was daraus geworden ist. Alle sakrale Malereien, allen Universitätskapellen der USA wird durch diesen Typ von Judd und Roscoe etc. bestimmt. Und nicht mehr von Goldgrundmadonnen oder ähnlichem Zirkus. Und selbst da hat es das schon nicht mehr gegeben. Ab 800, denken die Leute nicht so primitiv wie die heutigen Zeitgenossen, gab es den vierfachen Schriftsinn. Da konnte man die wörtlich-materiale Ebene von Goldgrund anerkennen, da konnte man aber auch die anagogische, symbolische, allegorische Ebene, also vierfacherriftlich, wir haben ja nur noch syntaktisch, pragmatisch und Semantik übrig behalten davon. Relativ primitive Distinktion, allegorisch, symbolisch, anagogisch für Anagogen, also Goldgrundmalerei. Anagogen heißt hinüberführen. Anarchogein heißt hinüberführen. Ich sehe auf eine Goldgrunddarstellung in einem Gebäude und werde veranlasst, nicht das, was ich da sehe, als das zu sehen, was es ist, sondern darauf verwiesen, anarchogein, hinübergeführt zu werden, zu dem Begriff Paradies. Ich sehe nichts vom Paradies. Ich bin ständig durch Goldgrundmalerei gezwungen, den Begriff des Paradieses als eine Ebene der Zeichenfiguration zu bilden. Das ist anagogisch. Dann die allegorische oder symbolische Ebene. Und die unmittelbare wörtliche, das ist ja klar, dass jemand weiß, Gold ist kostbar. Und Goldgrund ist dann eben schon ein Beweis, dass die Darstellung mit Goldblatt als Hintergrund schon aus sich heraus wertvoll ist. Aber das ist völlig unbedeutend. Allegorisch-anagogische symbolische Darstellung ist viel bedeutsamer. Das Bild ist es nie, das ist das, worauf es verweist. Allegorisch, anagogisch oder symbolisch, wie auch immer. Und seit 800 gibt es kein Bildwerk, kein Text, keine Musik, die nicht mindestens vier solcher Schriftszenarien hat. Und nicht raufglotzen und beten. Wie das dann in bestimmten Tyranneien der Orthodoxie den dummen Leuten nahegelegt wurde. In der Ikonenmalerei. Aber das ist ja ein Sonderfall, das hat ja mit der Kunstgeschichte nichts zu tun. Und da sollte man sich bemühen, wenn man sowas studiert, dann langsam die Gewissheiten, die Selbstverständlichkeiten aus diesem Kontext sich auch anzueignen. Und wenn man das nicht mal im Hinblick auf sowas Einfaches wie den Dichot macht, dann soll man es aufgeben. Dann hat man keinen Rechtfertigung mehr, Künstler sein zu wollen oder Wissenschaftler sein zu wollen. Das ist die primitivste Voraussetzung dessen, was man beherrschen muss. Und denken Sie an eins, der hat es hier richtig gemacht. Er orientiert sich auf Technologie, weil er weiß instinktiv, die Technologie ist die tatsächliche, einzige Form der Zugang zu dieser Sphäre der begrifflichen Ebenen. Allwissenheit, Allsehenheit, Allzeitlichkeit und so fort. Simultanität, wo wird die heute noch anders überhaupt je anregbar, aussprechbar, darstellbar als in den elektronischen Medien? Nirgendwo sonst. Das ist der Höhepunkt. Jetzt können wir doch nicht sagen, wir geben also alle Malerei auf, weil die elektronischen Medien in viel höherem Maße allen Kriterien entsprechen, die der Kunstgeschichte nach wirksam sind. Tatsache ist es aber so. Der Witz ist aber, dass wir durch die Fähigkeit, mit diesen elektronischen Medien zu arbeiten, ein ganz anderes Verständnis dessen bekommen, was die klassischen Traditionen geschaffen haben. Es war immer so. Die Medienteorie sagt seit McLuhan-Zeiten 1960, jedes neue Medium ist deswegen so bedeutsam, weil es den Blick auf das alte Medium vollständig verändert. Als die Fotografie eingeführt wurde, hat man den Blick auf die Porträtmalerei völlig verändert, weil jetzt alle Leute ins Fotostudio gingen, um ein Porträt für sich herzustellen. Und das, was vorher die Porträtmalerei gemacht hat, völlig anders darstellte als zu Zeiten, wo es keine Fotografie gab. Als der Film eingeführt wurde, wurde die Fotografie völlig neu bewährt, der Blick auf das fotografische Medien völlig verändert. Und so geht es weiter. Becluons These, die Bedeutsamkeit jedes neuen Medium ist die erzwungene neue Bewertung aller vorhergehenden, scheinbar überwundenen Medien, die aber nicht überwunden sind, sondern die in diesem Blick eine neue Geltung für das neue Medium erhalten. Weswegen alles Arbeiten in diesen Medien, wie ein Medienarbeiten über andere Medien ist. Sie können ja ohne Bildwissen in den elektronischen Medien nichts machen. Sie können ja ohne Begriffsarbeit nichts machen. Die Maschinerie selber tut gar nichts. Das müssen Sie sich schon selber leisten. So einfach ist das alles. Gut, jetzt gehen wir genießen. Homo sapiens sapiens. Darf ich euch nur noch bitten, in die Liste einzutragen beim Rausgehen wegen den Corona-Maßnahmen. So, und jetzt dürfen wir klatschen.