Geschätzte Damen und Herren, Sehr zahlreich sehe ich Sie hier und dementsprechend freudig begrüße ich Sie zu einer weiteren Veranstaltung der Reihe Wagners Dunkelkammer. Und ich begrüße auch die Personen, die uns über die Online-Kanäle begleiten. Vor zwei Wochen fand hier eine Dunkelkammer zur Brauerei Zipf im Nationalsozialismus statt. Aufgrund Corona-bedingter Verschiebungen kann man momentan sagen, eine Dunkelkammer jagt die andere. Für mich ein durchaus befriedigender Zustand. Und ich möchte noch Bezug nehmen auf die Dunkelkammer von vor zwei Wochen. Ich wurde kontaktiert von der ARGE Schlier, das ist die Arbeitsgemeinschaft Schlier, die sich um die Dokumentation, Erhaltung und Zugänglichmachung des ehemaligen NS-Rüstungsbetriebs Schlier kümmert, auf dem weitergefassten Gelände der ehemaligen oder der Brauerei Zipf. Und die Arge Schlier bat mich, ob durch die Dunkelkammer, die vor zwei Wochen hier stattgefunden hat mit Dr. Stefan W. Trak, ob eventuell Personen, die dieser Dunkelkammer, sei es hier live oder online, beigewohnt haben, Personen aufgetaucht sind, die Information für die Argi Schlier bereits hätten, was eben die Dokumentation des Rüstungsbetriebs betrifft oder auch die Strategien lokal jetzt, wie man mit dem ehemaligen Rüstungsbetrieb umgeht. Wenn Personen uns jetzt hier auch online begleiten, die dazu Information hätten und wenn Interesse bestünde, diese Information mit der Argi Schlier zu teilen, dann bitte ich Sie, eine E-Mailhen über deren Website www.schlier.at. Nun zum heutigen Thema, Kaltenbrunner und seine Mitschüler. Ernst Kaltenbrunner, ein klingender Name, einer der Hauptverbrecher, was die NS-Verbrechensmaschinerie anbelangt, einer der Hauptangeklagten auch beim Nürnberger Prozess, beziehungsweise den Nürnberger Prozessen. Er war einer der Schüler, die an einem Gymnasium oder an einer Realschule hier in Linz im Schuljahr 1920-21 maturierten. Und das Gefüge dieser Klasse ist mehr als interessant. Etwa war auch eine Person Teil dieses Klassenverbandes, die beteiligt war am Attentat auf Adolf Hitler unter Graf Stauffenberg 1944. Es war auch eine Person, Teil dieses Klassenverbandes, die als jüdischer Bürger unseres Landes ins Exil flüchten mussten. Es war auch eine Person, Teil dieses Klassenverbandes, die in der Euthanasieanstalt Hartheim ermordet wurde. 2017 erschien das Buch Wir sind noch einmal davongekommen im Wagner Verlag. Und der Autor dieses Buches sitzt an meiner Seite, Dr. Egbert Bernauer, mein heutiger Gast. Egbert studierte in Wien Geschichte, Musikwissenschaften und Philosophie, Psychologie und Pädagogik. Nach seiner Promotion in Geschichte und langjähriger Tätigkeit in höheren Schulen in Wien und Linz unterrichtet er seit 2009 an der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich Geschichte und politische Bildung. Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte des Linzer Bildungswesens, sowie die Zwischenkriegszeit, die Zeit des Nationalsozialismus und der Holocaust in Oberösterreich. Holocaust in Oberösterreich. 2005 erschien sein Buch St. Florian in der NS-Zeit, 2017 das Buch, das heute unser Thema sein wird. Lieber Egbert, herzlich willkommen, das Wort gehört dir. Ja, danke, dass ich hier sein darf, es freut mich wirklich sehr. Ich möchte beginnen mit dem Jahr 2009, wo Linz Kulturhauptstadt war. Hier ist dieser Salon installiert worden. Seitdem gibt es hier diese Veranstaltungen im Kepper-Salon. Und 2009, es wurde gesagt, war auch mein Wechsel von Berge-Vardinger-Straße, das man hier auf dem Bild sieht, in die Pädagogische Hochschule. Und an diesem Gehsteig vor der Schule waren im Jahr 2009 diese Worte hier angebracht. Vielleicht können sich noch manche erinnern an dieses In-Situ-Projekt. Es hat 65 Plätze in Linz gegeben, wo solche Kurztexte aufgesprayt waren, wo dieser Ort in einem Zusammenhang zur NS-Zeit steht. Und vor der Schule war eben dieser Text zu lesen. Ernst Kaltenbrunner besucht hier die Oberschule und so weiter. Er ist maßgeblich verantwortlich für die Ermordung von sechs Millionen Jüdinnen und Juden. Dieser Text hat mich damals dazu gebracht, nachzuforschen in der Schule, gibt es irgendwelche Dokumente noch, die man über Ernst Kaltenbrunner finden kann. kein Dokument gegeben, wo er aufgeschieden ist. Und ich bin dann doch sehr bald draufgekommen, dass er eben hier nicht in die Schule gegangen sein kann. Und zu dieser Zeit hat es in Linz nur sehr wenig höhere Schulen gegeben, als war natürlich das akademische Gymnasium, das eine sehr lange Tradition hat, natürlich das Akademische Gymnasium, das eine sehr lange Tradition hat, eben die Oberrealschule, die sich ab 1909 in der Fadingerstraße befindet. Und dann eben seit 1911 wurde eine dritte höhere Schule gegründet, die damals den Namen Realgymnasium bekommen hat. Und später hat diese Schule dann ihre Heimat gefunden in der Käfenhüller Straße. Aber dieses Gebäude ist erst 1927 gebaut worden. Und damals war es eben noch ein Provisorium. Man hat eben 1911 erst mit einer Klasse begonnen. Und 1913, okay, jetzt bin ich ein bisschen vom Bild her, ist das das falsche Bild. 1911 hat man in diesem Gebäude mit diesem Realgymnasium begonnen und es steht heute nicht mehr, es ist dort, wo heute die Oberösterreichische Wirtschaftskammer steht am Hessenplatz. Damals war das der Marktplatz bzw. Kaiser Wilhelmplatz wurde er im Ersten Weltkrieg dann genannt und in diesem Gebäude war provisorisch diese Schule untergebracht, wo Ernst Kaltenbrunner 1911 mit seiner Schullaufbahn begonnen hat. mit seiner Schullaufbahn begonnen hat. Die Familie war im Innenviertel, aber dazu kommen wir dann später. Ich habe eben dann bei meinen Recherchen diese Unterlagen gefunden und ich bin dann eben auch zufällig auf ein Erinnerungsalbum gestoßen, das diese Klasse angefertigt hat. Ab dem Jahr 1951 haben sie regelmäßig Maturatreffen, Klassentreffen veranstaltet, haben sich alle fünf Jahre getroffen und haben begonnen, Postkarten, Lebensläufe, Briefe, Dokumente, Zeitungsausschnitte zu sammeln und ein sehr umfangreiches Erinnerungsalbum anzulegen. Und ich habe hier ein Bild aus diesem Album genommen, weil ich glaube, man sieht hier sehr gut, mit welcher Akribie und welcher Genauigkeit und welcher Liebe hier gearbeitet wurde. Und dieses Schiff soll jetzt auch für die Zeitreise stehen, die wir jetzt antreten wollen. Wir gehen jetzt also mehr als 100 Jahre zurück in der Geschichte und widmen uns dieser Schulzeit, dieser jungen Männer. widmen uns dieser Schulzeit, dieser jungen Männer. Also 1951 zum 30-jährigen Matura-Jubiläum treffen sich die Überlebenden, die es zu dieser Zeit noch gegeben hat. noch gegeben hat. Nach einem Jahr der gemeinsamen Schulzeit beginnt der Erste Weltkrieg und dieser ist ein ganz bestimmender Faktor im Lauf dieser Prägung dieser Burschen. Also die Schulzeit ist jahrelang von diesem Thema bestimmt. Das kann man anhand der Schularbeitenthemen, der Schulaufsätze, der Referate und so weiter nachvollziehen. Also ganz massiv greift dieses Ereignis in das Leben der Burschen ein. greift dieses Ereignis in das Leben der Burschen ein. Den eisernen Wehrmann habe ich deshalb genommen, weil er Symbol ist für diese Propaganda, also die Schüler gehen dort auch hin, nageln in diesen Wehrmann-Nägel. Das ist eben eine Propagandaaktion, die ein paar Pfennigen kostet, die gesammelt werden für den Krieg, sie sammeln für das Winterhilfswerk und so weiter und so fort. Also sie sind ständig hier mit diesem Thema konfrontiert. mit diesem Thema konfrontiert. Das ist ein Bild aus der vierten Klasse, Ernst Kaltenbrunnen ist ganz oben der Größte. Das ist ein Bild vom Sport, also nach dem Turnunterricht. Es ist im Hintergrund die Artilleriekaserne und da gab es eben diese großen Exerzierplätze, wo eben auch die Burschen trainiert haben und Sport betrieben haben. von einem Schulausflug. Wenn man sich das durchliest, es sind große Touren gegangen, 40, 50 Kilometer, also auch die körperliche Ertüchtigung wurde da sehr viel Wert gelegt. Und jetzt habe ich noch zwei Bilder, die auch zeigen sollen, wie stark der Krieg das Leben der Jungen bestimmt hat. Man sieht hier unten in diesem Regal von den Chemikalien zwei Granathülsen und das Bild hat den Titel Souvenir de France, also das sind eben die beiden Granathülsen aus dem Krieg gemeint. Und das ist ein Bild, wo sie Karten spielen und Helme aus dem Ersten Weltkrieg aufhaben. Also es war ein sehr prägendes Thema. Die Schule ist dann von einem Provisorium zum nächsten übersiedelt. Die Schule ist dann von einem Provisorium zum nächsten übersiedelt. Das ist der Innenhof der Allgemeinen Sparkasse in Linz. Früher ein Zollamt, das man aufgelassen hat und man hat hier eben provisorisch die Schule dort untergebracht. Und es wird eben beschrieben, dass das Gebäude völlig ungeeignet für eine Schule war. Es gab zu wenig Sanitäreinrichtungen, es gab zu wenig Tageslicht, es hatte nicht einmal jedes Klassenzimmer eine eigene Eingangstüre, aber das war eben damals dieser Zeit geschuldet, dass man hier in Provisorien den Schulunterricht abgehalten hat. Nur ganz kurz, so sieht es eben heute dort aus, werden die meisten wissen. Und nur ganz kurz, so sieht es eben heute dort aus, werden die meisten wissen. Das ist ein Bild, wie es in den Klassenräumen ausgesehen hat. Also man sieht hier schon an der Tür und an der Einrichtung, dass das nicht vergleichbar ist mit dem, was man heute in Schulräumen gewohnt ist. Ich möchte jetzt ein bisschen schneller durchgehen, sonst rede ich zu lange. Dieses Bild finde ich auch sehr bemerkenswert. Man sieht in der letzten Reihe, das ist die sechste Klasse damals, Abschlussfeier in der sechsten Klasse. Der zweite von rechts, Ernst Kaltenbrunner, und der dritte von rechts ist dieser jüdische Mitschüler Franz Fried. Und er legt seinen Arm auf die Schulter des jüdischen Mitschülers. Und es wissen ja alle, er wird dann später aufgrund seiner Mitverantwortung am Holocaust zum Tode verurteilt. Also zu dieser Zeit ist hier nichts von Antisemitismus zu spüren. Und dieses Foto ist von der Qualität her sehr schlecht, aber eben aus ähnlichen Gründen finde ich es auch sehr spannend, er ist hier im Hintergrund zu sehen. Sie feiern damals im Gasthaus zur Eisernen Hand und vorne in der ersten Reihe, links dieser Mitschüler, wird dann Chef der Linzer Gestapo in den letzten Kriegstagen und neben ihm auch wieder der jüdische Mitschüler Franz Fried. Also zu dieser Zeit gibt es ihm überhaupt keine Berührungsängste. Das ist dieser jüdische Mitschüler, der eben dann Medizin studiert hat, Arzt geworden ist. Er ist 1938 nach Amerika emigriert und 1951, da ist dieses Bild, kommt er mit seiner Frau und nimmt diese Einladung zum Klassentreffen an, besucht die ehemaligen Mitschüler und er schreibt dann, wie gut es ihm gefallen hat, wie nett die Atmosphäre war, wie amikal die Stimmung war, was für mich dann sehr erstaunlich und überraschend war. Das ist eben dieser vorhin genannte Mitschüler, der zur Kriminalpolizei gegangen ist, also Karl Zechentes ist sein Name. Er hat Just studiert, hat sehr rasch Karriere gemacht in der Linzer Kriminalpolizei, war dann in der NS-Zeit in Hamburg, dann in Kopenhagen, in Dänemark ist einem Kriegsverbrecherprozess in erster Instanz schuldig gesprochen worden, also zum obersten Polizisten von Links. eine sehr bemerkenswerte Laufbahn. Dieser Mann hier war, wenn ich das richtig in Ringung habe, der erste österreichische Olympiamedaillengewinner 1928, die Bronze-Medaille im Rudern und war Zeit seines Lebens ein wichtiger Mann im Sport, hat dann auch die österreichische Olympiamannschaft später betreut und ist immer wieder bei den Politikern ein- und ausgegangen. Er hat nie ein Hehl daraus gemacht, was seine politische Gesinnung ist, also auch sehr nationalsozialistisch angehaucht und hat das auch immer wieder noch in den 50er Jahren in den Leserbriefen auch zum Ausdruck gebracht, was aber auch seiner Karriere nicht geschadet hat. Das ist dann bei einem Klassentreffen, ich werde jetzt ein bisschen schneller vorgehen, Alfred Hacke, der die Lehrerausbildung absolviert hat und als Lehrer gearbeitet hat in Ottensheim. Und er ist dann psychisch krank geworden. Ich denke, heute würde man wahrscheinlich Burnout als Diagnose stellen. Er ist dann nach Gallner Kirchen gekommen und im Rahmen dieses Alternativprogramms, wo alle, die geistige Defizite hatten oder hier in Behandlung waren, ist er nach Hartheim gekommen und dort umgebracht und verkastet worden. Ja, das ist eben jetzt Ernst Kaltenbrunner in jungen Jahren. 1919 ist meiner Erinnerung nach das Bild gemacht worden, im Alter von 16 Jahren. Und anhand dieser Bilder hier, die er mit seinen Schulkameraden zeigt und die auch im Erinnerungsalbum eingeklebt wurden, kann man schließen, dass sie keinerlei Berührungsängste auch nach dem Krieg hatten. Es schreiben auch mehrere von den Begegnungen noch, die sie im Krieg mit ihm hatten, von den Erlebnissen. Und man hat hier nicht das sagt, also sie haben alle Großartiges geleistet und alle haben so viel erreicht und der Einzige, der in die Politik gegangen ist, der hat es dann mit dem Leben bezahlen müssen. Also sozusagen deutet er an, er hat ihm das Pech gehabt, dass er bei der falschen Partei war. Aber auf die Problematik der Verbrechen geht er hier keinesfalls ein. Ja, ich nehme an, die Karriere, die Hans Kaltenbrunner gemacht hat, ist wahrscheinlich bekannt. Also er wird der Stellvertreter Heinrich Himmlers, man sieht ihn hier, wie er mit Gauleiter Eigeruber und Heinrich Himmler das Konzentrationslager Mauthausen besichtigt. Und was eben auch ganz besonders spannend ist in unserem Zusammenhang, man sieht ihn hier bei einem Prozess gegen die Hitler-Attentäter und er hat sich ganz besonders stark hier eingebracht und für die Verfolgung und das Ausfindigmachen der Attentäter hier eingesetzt und hat eben auch diese Prozesse teilweise mitverfolgt. Und einer der engen Vertrauten war ein ehemaliger Mitschüler von ihm, also einer der engen Vertrauten war ein ehemaliger Mitschüler von ihm, also einer der engen Vertrauten von Graf Stauffenberg und es ist eben sehr verwunderlich, warum dieser nicht angeklagt wurde und man kann es heute nicht mehr wirklich herausfinden, aber es könnte durchaus sein, dass er bewusst diesen Mitschüler verschont hat. Es gibt eben auch, das ist auch so ein weiteres kleines Detail, den Ernst Korrev, der in dieser Klasse als junger Lehrer unterrichtet hat und auch immer wieder zu diesen Klassentreffen dann gekommen ist. Und er schreibt in seinen Lebenserinnerungen, dass er es Ernst Kaltenbrunner zu verdanken hat, dass er aus dem KZ freigelassen wurde. dass er aus dem KZ freigelassen wurde. Also es könnte durchaus sein, dass eben Kaltenbrunner seine ehemaligen Mitstreiter, oder Mitstreiter kann man nicht sagen, aber eben die Zeit aus Linz, die Jugendfreunde, die er von damals gekannt hat, dass er die möglicherweise geschont hat. Er wird eben dann selber 1946 beim Kriegsverbrecherprozess angeklagt und zum Tod erfuhrteilt. Man sieht ihn hier in einer Reihe mit Keitel und Göring und wird eben dann hier gerichtet. Und das ist eben jener Mitschüler, von dem ich vorhin gesprochen habe, der eigentlich im Erinnerungsalbum kaum vorkommt. Auf ihn bin ich erst dann ganz spät gestoßen. Auf ihn bin ich erst dann ganz spät gestoßen. Er hat dann in den Nachkriegsjahren im Ausland gelebt und er war einer der Begabtesten. stammt aus einem sehr wohlhabenden Elternhaus und hat sich hier durchgesetzt gegen seinen Vater, dieser Rudolf Fahner, dass er nach Deutschland gehen kann, Germanistik studieren und ist eben ganz jung schon Germanist geworden. Man ist geworden, man sieht ihn hier mit Stefan, Entschuldigung, man sieht ihn nicht mit Stefan George, man sieht Stefan George mit seinen Kollegen und Student von den Brüdern Stauffenberg. Man sieht hier Klaus und Berthold. Und alle drei haben also einen großen Hang zur Literatur gehabt und auch selber geschrieben. Und auch bei ihm Literatur studiert. Und so entsteht dann eben auch die Freundschaft der Früder Stauffenberg zu Rudolf Fahner. Und sie sind eben sehr viel beisammen und hier sind die drei Brüder noch mit ihrem Vater. Klaus von Stauffenberg erkennt immer mehr, dass dieser Weg ins Unheil führt. Er ist am Beginn noch ein Verehrer der nationalsozialistischen Idee und geht aber dann eben in eine völlig andere Richtung. Und Rudolf Fahner ist bis zu den Stunden, wo er dann zur Wolfschanze fliegt, um dort das Attentat zu begehen. Klaus Stauffenberg wird erschossen und Rudolf Fahner ist eigentlich ständig in dieser Situation, dass er glaubt, er wird jeden Moment verhaftet und hat immer die Zyankali-Kapseln bei sich. Und immer in dieser Situation, soll er sich das Leben nehmen oder nicht, aber er schreibt selber in seinen Lebenserinnerungen wie durch ein Wunder, wird er eben dann nicht verhaftet. Und das ist dann 1971. Was auch sehr spannend ist, dass er dann 1945 in diesem Nachkriegsdeutschland sich nicht zurechtfindet und kein passendes Betätigungsfeld findet, obwohl er vor dem Krieg seine steile Karriere gemacht hat. Und er geht eben dann ins Ausland, nach Istanbul und hat keinen Kontakt mehr jahrelang mit seinen ehemaligen Mitschülern, obwohl sie ihn öfter anschreiben. Pension zum 50-jährigen Matura-Treffen 1971, kommt er dann zurück, um seine ehemaligen Kameraden wieder zu treffen. Er ist hier auf diesem Bild dann abgebildet. Also das ist dann 50 Jahre später, das ist Karl Zechent. 50 Jahre später, das ist Karl Zechenther. Ja, so haben sie 50 Jahre vorher bei der Matura ausgesehen. Und für mich auch ein sehr vielsagendes Dokument ist dieser Text, der darunter steht. Die folgenden Kameraden wurden in die ewigen Jagdgründe abberufen. Ich habe als Kind ein bisschen Karl May gelesen und da waren die ewigen Jagdgründe immer diese paradiesischen Zustände, wo die so ähnlich wie Valhalla die Helden dann wunderschöne Jagdgebiete und alles in Hülle und Fülle bekommen haben und es ist eben hier direkt untereinander Alfred Hagel und Ernst Kaltenbrunner angeführt. Also der eine, der dem Euthanasie-Programm der Nationalsozialisten zum Opfer gefallen ist und in Hartheim vergast wurde. Und der andere, der für den Tod von Tausenden, wenn nicht Millionen, mitverantwortlich war. Und alle stehen hier so schön beisammen und es wird eigentlich kein Unterschied gemacht. Letztendlich die Quintessenz dieser Zusammenkünfte. Wir haben alles richtig gemacht. Wir hatten eine schwere Zeit zu durchleben, aber wir hatten Glück. Wir waren vom Schicksal begünstigt und die anderen hatten eben Pech. Aber es wird nie hinterfragt, gab es eine Mitverantwortung, gab es eine Mitschuld, haben wir dieses System mitgetragen, mitbegünstigt. Diese Reflexion und diese Auseinandersetzung kommt nicht vor. Vielen herzlichen Dank. Ich möchte jetzt noch bei Rudolf Fahner bleiben. Was machte er genau? Er setzte diese Aufrufe auf, die dazu dienen sollten, Informationen zu geben, wie man sich nach dem geglückten Attentat verhalten sollte. Ja, also er war eben vor allem mit Berthold, also dem Bruder, in ganz engem Austausch. Und diese waren sehr eng befreundet. Er hat auch bei ihm gewohnt. Das war auch derjenige, der als Literat in Erscheinung getreten ist und Berthold wurde auch hingerichtet und stundenlang verhört, obwohl er eben vorher bei ihm war und mit ihm zusammen gewohnt hat, wurde er eben nicht belangt. Das ist das große Fragezeichen. Und diese Aufrufe, was hatten die inhaltlich in sich? Ja, es war eben ein neues Deutschland, aber ich denke nicht unbedingt ein demokratisches Deutschland. Also ich glaube nicht die BRD, wie sie dann entstanden ist und wie wir sie kennen. Was soll ich das nennen? Geht es so mit dem Ton? Ja, also nicht dieses demokratische Deutschland, wie es jetzt dann entstanden ist, sondern ein Deutschland, das von Eliten, von geistigen Eliten gelenkt und geführt wird, aber eben einen ganz anderen humanistischen Hintergrund hat und im Kontrast zum NS-Regime steht. Aber ich denke, dass diese Gruppe um Klaus von Stauffenberg nicht diesen Gedanken der modernen Demokratie innehat hatten, wie wir es heute kennen. Und erstaunlich ja auch, Rudolf Fahner, er war der jüngste Privatdozent in Deutschland, also ein unglaublich kluger Geist, der schon in früher Zeit jetzt auch in der Schule für sich die Liebe zur Dichtkunst entdeckt hat und diesen Weg auch ganz klar verfolgt hat und dann zu seinen großen Freuden bei Gundolf, diesem auch engen Anhänger von Stefan George in Heidelberg, studiert hat. Ja, was ich vielleicht noch sagen möchte, wenn wir noch einmal kurz die PowerPoint zurückgehen, eine ganz wichtige Figur in seinem Leben ist eben dieser Deutschlehrer, dieser Wilhelm Gärtner, der für ihn eigentlich eine Vaterfigur wird, ein geistiger Vater, mit dem er Stunden auch bei ihm zu Hause verbringt und mit ihm diskutiert und mit ihm sich über Literatur unterhält und er begleitet ihn auch zu dessen Vorträgen und dieser Lehrer bezahlt ihm die Zugfahrt nach Heidelberg. Also der Vater will, dass er in die Fabrik einsteigt und folgt seinem Herzen und seiner Intuition. der Jurist war, seines Zeichens, und der in der NS-Zeit maßgeblich für die Enteignung und sogenannten Arisierungen gearbeitet hat und nach dem Krieg im Feld der Rückstellungen gearbeitet hat. Das ist ja eigentlich eine Tatsache, die man nicht für möglich halten würde. Also ich weiß nicht, ob ich jetzt wirklich diesen Vergleich machen darf, aber man könnte ihn fast so ein bisschen als intellektuellen Herrn Karl bezeichnen, der immer wieder die Seiten wechselt und auf der richtigen Seite aber auch sehr erfolgreich ist. Also er ist dann auch ein großer Kunstsammler und Kunstmäzen und schenkt der Galerie Linz viele wertvolle Bilder. Dann gibt es einen großen Zeitungsbericht, wo er hier gehuligt Er ist sicherlich auch hochintelligent und begabt, aber von der Moral sehr fragwürdig. Also er ist in allen Phasen immer wieder als Jurist ausgesprochen erfolgreich, Er macht keinen Unterschied, ob er jetzt sozusagen das NS-Recht vertritt oder das Nachkriegsrecht. Also er nützt seine Position aus und versucht daraus größtmöglichen Profit zu schlagen. War auch Ordinarius an der Universität Wien und auch Ehrenmitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Eine andere Person, wo meine Gedanken wirklich plötzlich fast stillgestanden sind, als ich das gelesen habe, kurze Zeit 1945, April, Mai, Chef der Linzer Gestapo und 1966 Oberster Sicherheitsbeamter in Österreich, Karl Zechenter. Ein österreichisches Phänomen? Ich bin jetzt wahrscheinlich nicht ganz so bewandert mit Deutschland, aber ich glaube schon, dass dort die Aufarbeitung intensiver betrieben wurde als bei uns. Wobei mir jetzt auch als anderes Beispiel einfällt, wie dehnbar solche moralischen Instanzen sind. Ich habe eine Dokumentation mal gesehen über die Wissenschaftler um Werner von Braun herum, wo es mehrere NS-Kriegsverbrecher gegeben hat, die alle nach Amerika geholt wurden, dort bestmöglich betreut wurden. Und es hat nur gezählt, der Sieg gegen die Russen beim Wettlauf zum Mond, dem war alles untergeordnet. Und wie das dann erreicht war, ist man dann plötzlich auf die Vergangenheit draufgekommen und hat die Herren wieder ausgewiesen. Und was mir da auch etwas zu denken gegeben hat, zum Beispiel die Geschichte von Kurt Waldheim. Er war zehn Jahre lang Generalsekretär der UNO und ist als höchster Diplomat dort hofiert worden und wie er dann zurückkommt nach Österreich, wird dann diese Debatte erst losgetreten. Also mir kommt eben auch vor, bei Karl Sechenter, es haben wahrscheinlich sehr viele die Geschichte gewusst, aber man hat die Vergangenheit des anderen gekannt, aber nicht darüber gesprochen. Und ich glaube, das ist in Nachkriegsösterreich sehr oft der Fall gewesen, dass diese Gesellschaften auch so funktioniert haben. Man muss natürlich auch jetzt unter Anführungszeichen ich will jetzt nicht sagen Verteidigung, aber in gewissem Sinne doch zu Herrn Sichenter sagen, er wurde in Dänemark verurteilt und hat dort auch eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren absolviert. Ja, aber er ist eben dann im zweiten Prozess freigesprochen worden und dann rehabilitiert worden und das Spannende ist dann, wie schnell es dann wieder hinauf geht. Also sobald in meiner Beobachtung ist es ja so, dass diese ersten drei Jahre nach Kriegsende, 1946, 1947, 1948, ist noch ein sehr großer Bedarf, um diese Dinge aufzudecken und die Verbrecher zu bestrafen. Und dann eigentlich kommt plötzlich der Punkt, wo immer mehr Begnadigungen eintreten und wo sich das auf einmal wandelt und eigentlich dann kein Interesse mehr besteht, wirklich diese Dinge aufzurollen und die Verbrechen zu bestrafen. Also das ist der Eindruck, den ich gewonnen habe beim Studium dieser Biografien. Wo auch die sogenannten minderbelasteten Amnestien sehr greifen. Ja, also das ist wirklich auffallend, wie schnell sich das wandelt und wie dann oft die gleichen Personen, die vor einem Jahr noch sagten, nein, der war fanatisch, der gehört eingesperrt, gehört bestraft, auf einmal umschwenken und sagen, nein, eigentlich, es war doch nicht so schlimm und er soll wieder in die Gesellschaft eingegliedert werden. Also das geht hier wirklich fast innerhalb von einem Jahr, hat man das Gefühl, sehr, sehr schnell. Fast innerhalb von einem Jahr hat man das Gefühl, sehr, sehr schnell. Noch eine Ergänzung zu Herrn Zechenter. Er war auch Autor des Handbuchs für Kripo-Dienst im Großdeutschen Reich. Und zu diesem Buch hat das Geleitwort SS-Obergruppenführer Carlton Brunner verfasst. Ja, und er schreibt eben auch in seinen Erinnerungen, dass er im Krieg öfter mit ihnen zu tun hatte. Also er verhemmlicht das auch gar nicht. Es gibt eben auch diesen anderen Mitschüler noch, den habe ich jetzt nicht erwähnt, diesen Primararzt Pellegrini, der im Diakonissen-Spital Primararzt war und dort eine Korophäe und der erzählt eben auch, wie er Kaltenbrunner im Krieg getroffen hat und seine Mutter liegt dann im Sterben und er betreut sie und er fliegt dann extra von Berlin von einem Treffen mit Hitler nach Österreich, um seine Mutter noch zu sehen und sie zu begleiten. Ja, und er schreibt über ihn wie über einen Freund. Also es gibt hier keine, dass man sagt, eigentlich mit dem will man nichts mehr zu tun haben, sondern es war einer von ihnen und sie finden da nichts Negatives daran. Sehr erstaunlich ist auch, dass der vertriebene Exilant Fried 1951 dabei war eben und er war derjenige, der die Fotografien gemacht hat und die Fotografien auch an seine Mitschüler verteilt hat. Man würde am wenigsten glauben, dass die Person, die ins Exil vertrieben wurde, Fotos macht und diese dann auch verteilt. Also das spricht schon auch unglaublich für eine wahnsinnige Komponente des Verzeihens im Herzen. Sonst kann das nicht möglich sein. Ja, und es ist auch so, es ist nicht hundertprozentig zu klären, aber aus dem Bericht von einem Freund und Bekannten der Familie geht hervor, dass der Vater wahrscheinlich 1938 Selbstmord gemacht hat. Er ist eben geflüchtet, zuerst nach Prag und dann weiter in die USA, aber der Vater ist in Linz geblieben und ist unter mysteriösen Umständen gestorben und vermutlich hat er Selbstmord begangen. Und der Sohn kommt eben wieder, um seine Mitschüler zu treffen, seine ehemaligen, wo viele eben an sehr prominenter Stelle im Nationalsozialismus gestanden sind und verbrüdert sich wieder mit ihnen und feiert mit ihnen und unterhält sich mit ihnen. Also das hat mich auch sehr erstaunt. und unterhält sich mit ihnen, also das hat mich auch sehr erstaunt. Ich möchte jetzt Sie hier einladen, sich in das Gespräch einzuklinken und möchte auch hinweisen auf unseren YouTube-Kanal, beziehungsweise die E-Mail-Adresse kepler-salon.at. Gibt es hier in diesen Reihen Fragen an Herrn Bernauer oder Ergänzungen, Einwände? Bitte. Ich wollte nur ein kleines Detail noch nachfragen. Diese Liste der Jagdgründe, wo Hagel und Kaltenbrunner untereinander stehen. War das ein Protokoll des Matura-Treffens? Es ist eben in diesem Erinnerungsalbum eingeklebt. Also es ist direkt unter dem Matura-Foto, soweit ich mich erinnern kann, auf dieser Seite. Matura-Foto, soweit ich mich erinnern kann, auf dieser Seite. Und sozusagen wir sind diejenigen, die überlebt haben und die sich jetzt wieder gefunden haben. Und das sind die, die bedauerlicherweise nicht... Aber das ist ein Protokoll aus dieser Klasse. Aus dieser Klasse, ja. Also es ist alles aus diesem Album, ja. Also es ist alles aus diesem Album, ja. Bitte, nehmen Sie das Mikro, bitte. Ja, es ist natürlich... Sind Sie so lieb und nehmen Sie das Mikro, weil sonst hört man Sie nicht im Online-Kanal. Ich wollte nur fragen, weil es scheint, das war alphabetische Reihenfolge. Also ob da mal, so würde ich es jetzt einmal identifizieren. Ja, es ist natürlich jetzt der Zufall, dass die beiden im Alphabet hintereinander stehen, aber es ist trotzdem aus heutiger Sicht erstaunlich, dass... Du verstehst, eigentlich zu einleuchten. Ja, aber sozusagen es wird kein Unterschied gemacht. Sie hatten Pech, sie sind leider im Krieg verstorben und es wird nicht differenziert, warum der eine Opfer der andere Täter. Weil sie eine Erholung machen müssen, die Guten und die Bösen. Aber das ist eben generell, was ich gemeint habe, es gibt diese Reflexion nicht. Also es werden genauso diese Leserbriefe gesammelt von Leo Losert, wo er sagt, also in den 50er Jahren, es herrscht eine Diktatur von ÖVP und SPÖ und gibt keine freie Meinungsäußerung. Also er sieht sich als Opfer, dass er jetzt seine NS-Ideologie nicht mehr leben darf, mehr oder weniger. Und das wird eben genauso hier in diesem Album aufgehoben und eingeklebt. Es gibt keine kritische Auseinandersetzung. Haben wir vielleicht doch was falsch gemacht, sondern so ist es. Ich habe es nicht verstanden. Wer hat das gesagt? Entschuldigung, nehmen Sie bitte das Mikrofon. Leo Losart, dieser Sportler. Dann habe ich den Namen nämlich nie verstanden vorher. Ja, tut mir leid. nämlich nie verstanden vorher. Ja, tut mir leid. Also das war eben ein ganz bekannter Sportler, der auch nach dem Zweiten Weltkrieg die österreichische Olympiamannschaft betreut hat und auch immer wieder eingeladen wurde vom Landeshauptmann und ja, in der Öffentlichkeit gestanden ist. Und er hat nie seine Einstellungen und seine Meinung irgendwie verschwiegen. Es gibt dann auch eben diese Geschichte, in den 50er Jahren war im Landestheater eine Theateraufführung von Anne Frank und da hat es Störaktionen gegeben und diese Aufführung ist dann irgendwie gescheitert. Und man merkt in den Zeitungsberichten auch bei vielen Zeitungen, sie wollen sich eigentlich nicht eindeutig gegen diese Störenfriede positionieren, sondern es ist so ein vorsichtiges Abtasten. in seinen Leserbriefen ergreift er ganz offen Partei, für die diese Veranstaltung gestört haben. Also er tritt gegen dieses Theaterstück der Anne Frank in Linz auf. Also er positioniert sich da ganz eindeutig in den 1950er Jahren. Noch eine Frage hier. Weil das Mikrofon gerade in der Nähe ist, möchte ich nur eine kurze Anmerkung machen. Zu Beginn war die Rede von der Fadinger Schule und von der irrtümlichen Zuordnung von Kaltenbrunner. Zuerst war die Rede von belasteten und minder belasteten Personen nach dem Zweiten Weltkrieg. Ich sage jetzt einmal, die Fadinger Schule ist nachhaltig belastete Schule, wenn man alleine davon ausgeht, dass an den Standorten Nummer 1 in der Steingasse und dann in der Fadingerstraße zwei Schülernamen auftauchen, Adolf Hitler und Eichmann. Es ist noch nicht so lange aus, dass ein Buch erschienen ist von Professor Sandgruber, wo Kaltenbrunner wieder in die Fadinger Schulgemeinschaft eingemeindet wird. Und ich denke, das sollte man langsam, aber sicher endgültig richtigstellen. Und das Buch könnte dazu sicherlich einen wertvollen Beitrag leisten. Ja, danke. Als ich mit Herrn Bernauer jetzt vor dem Salon kurz geplaudert habe, war meine erste Frage. Wie ist das jetzt? Kaltenbrunner in der Fradinger Schule oder in der jetzigen Käfenhüller Schule? Weil man einfach auch im Internet immer wieder diese Meldung liest. Weil man einfach auch im Internet immer wieder diese Meldung liest. amerikanischen Forscher, der in erster Linie sehr intensiv dann über seine spätere Rolle und auch über den Nürnberger Prozess dann geforscht hat und wie ich glaube, seine Jugendzeit fair recherchiert und behandelt hat. Und er macht hier ein Interview mit seinem jüngeren Bruder Werner, auf das er sich da immer wieder sehr stark bezieht, der auch Jahrzehnte später hier dann seine Erinnerungen zu Protokoll gibt. zu Protokoll gibt. Und für einen Amerikaner wahrscheinlich ist es auch nicht ganz so einfach, diese Schulsituation aus dieser Zeit zu unterscheiden. Fadinger Schule, damals die Oberrealschule und diese neu gegründete Schule, die sich zuerst in diesem Gebäude, das es heute nicht mehr gibt, gefunden hat. Entschuldigung. Und dann eben in der Sparkasse hat Realgymnasium geheißen. Ich habe immer wieder Probleme mit dem Mikrofon, tut mir leid. Und später hat dann die Oberrealschule in der Fadingerstraße Rahlgymnasium geheißen. Also sie hatten den gleichen Namen. Und von dieser Namensgleichheit, denke ich, hat eben dann dieser Black gefolgert. Er muss hier in die Schule gegangen sein, weil die andere Schule war ihm damals noch ein Provisorium und hatte keine fixe Adresse. Wie gesagt, die Schule in der Käfenhüller Straße ist erst dann 1927 gebaut worden und daher dürfte eben diese Verwechslung stammen. Und bei allen späteren Forschern und Biografen haben sich alle immer wieder auf diese Ergebnisse von Peter Plek dann konzentriert und es ist niemand auf die Idee gekommen, nachzusehen, wo er dann letztendlich wirklich zur Schule gegangen ist. Danke. Eine Person möchte ich auch noch erwähnen, Hans Sittner. Egbert, du hast Musikwissenschaft studiert. Ich unterrichte an der Universität der Musik und Darstellungskunst Wien. Hans Sittner war Präsident dieser Akademie und auch einer der Schulkameraden in dieser Klasse. Ja, ich muss jetzt gestehen, dass ich jetzt nicht so viel über ihn sagen kann, weil er relativ unscheinbar war. Also ich würde ihn einordnen als einen, der sicherlich, also es müssen wirklich sehr viele hochbegabte Schüler in diese Klasse gegangen sein. Es gab Schüler, die in diese Klasse gegangen sind. Also man kann sich sicher sein, dass diese Schulen damals viel elitärer waren als heute. Also es gab, ich hoffe, ich sage nichts Falsches, aber in ganz Oberösterreich sechs höhere Schulen. Also Kaltenbrunner ist auch ein Beispiel. Er stammte aus dem Innenviertel, aus Ried im Innenkreis oder einem kleinen Vorort von Ried im Innenkreis. dass die von irgendwo außerhalb kamen und schon als Zehnjährige auswärts gewohnt haben. Also er hat bei einer Witwe, einer Advokatenwitwe namens Katzer gewohnt in der Herrengasse. Auch andere Burschen haben dort gewohnt. Also es war ihm üblich, dass so Witwen öfter freistehende Räume vermietet haben an junge Burschen. Und er klagt auch immer wieder über Heimweh. Also die Schulen waren elitär und autoritär und irgendeine emotionale Wärme haben sie eigentlich nicht wirklich bekommen. Also das ist mein Eindruck, den ich wiedergeben kann. Hans Sittner war eher unauffällig und in diesem Spektrum von Extremen, die hier vorkommen, also spielte er jetzt keine so große Rolle. Er war sicher eben einer der Begabtesten, Intelligentesten in der Klasse, einer der begabtesten, intelligentesten in der Klasse, aber in diesen politisch unruhigen Zeiten. Hast du übrigens noch etwas herausgefunden? Ich habe jetzt nur auch mir notiert, hat auch Jura studiert, studierte dann an der damaligen Musikakademie Wien, wurde 1946 deren Direktor und war von 1949 bis 1971 Präsident der heutigen Universität für Musik und Darstellende Kunst. Und ich bin über andere Recherchen auch auf den Namen gekommen. Er hat eine Biografie verfasst über Richard Stöhr. Und Richard Stöhr ist der Lehrer gewesen von Erich Zeisel und über Erich Zeisel habe ich dissertiert. Und daher kannte ich den Namen Sitten. Und als ich gelesen habe, er ist auch in dieser Klasse gewesen, hat mich das auch berührt einfach. Also was schon sehr auffallend ist, wie groß diese Dichte an Karrieren ist. Also ganz viele in Wirtschaftsbetrieben, in Top-Manager-Positionen, Universitätsprofessoren. Also es war eben wirklich damals eine geistige Elite, die hier beisammen war. Und ja, einerseits war die Ausbildung sicher sehr gut, Ja, einerseits war die Ausbildung sicher sehr gut, andererseits fragt man sich, wo ist der moralische Geist geblieben. Ich hoffe, ich kann das richtig wiedergeben. Die Ansprache, die zu Schulbeginn 1945, 1946 vom Direktor vom Akademischen Gymnasium gehalten wurde, wo ja auch sehr viele Lehrer dann ausgetauscht werden mussten, aufgrund ihrer Parteizugehörigkeit zur NSDAP. Und das sagt, man muss sich als Akademiker heute schämen, wenn man bedenkt, wie viele Akademiker in hohen Positionen gewesen sind. Und es war ja auch der Anteil an Akademikern in der SS viel höher als von nicht akademisch gebildeten Männern. Also er spricht da eben an, ich kann es jetzt nicht wortwörtlich wiedergeben, aber sozusagen, wie leicht diese gebildeten Menschen dieser Lüge, diesen dumpfen Parolen auf den Leim gegangen sind. dumpfen Parolen auf den Leim gegangen sind. Und in gewisser Weise hinterfragt er eben dann auch die Schulbildung, ob die nicht vielleicht auch versagt hat, dass sie eine Generation herangebildet hat, die diesem System nichts entgegenzusetzen hatte, sondern im Gegenteil es noch unterstützt und mitgetragen hat. Hier passt wahrscheinlich auch ganz gut dazu, Linz war ja in den 20er-Jahren, 10er-Jahren ein extrem deutsch-ationaler Boden. Ja. Deutschnational, völkisch, antifamilikal. Auf jeden Fall, ja. Antisemitisch auch schon. Ja, also es kommt eben ohnehin sehr stark bei Hitlers Schulzeit auch vor, dass hier eben dieser auch antizechisch-antislawische Geist hier sehr stark geherrscht hat. Und ich weiß nicht, ob das an der Lage, geografisch aufzumachen ist oder ob es hier andere Gründe dafür gibt, der ein großer, schönerer Anhänger war. Und Linz hatte auch bis 1918 einen deutschnationalen Bürgermeister. Also war auch die Mehrheit im Gemeinderat und war eine deutschnationale Stadt und das hatheit in dieser Lehrervereinigung und haben diese Gesinnung auch ihren Schülern mitgegeben. Und auch diese autoritäre Führerkultur ist hier in gewisser Weise auch schon durch die Schule geprägt worden. Und ich weiß nicht, ob jemand von Thomas Bernhardt dieses Buch kennt von der Schulzeit. Ich glaube, das ist die Ursache, wenn ich mich nicht täusche, wo er die Schulzeit in Salzburg beschreibt und wo er eben auch diesen Geist darstellt und auch, dass er sich aber dann nach 1945 nicht geändert hat. Also er schreibt, es haben sich nur die Lieder und die Fahne geändert, aber die Erziehung ist die gleiche geblieben. Ich werfe noch einen Blick ins Auditorium. Hier gibt es noch Fragen, Anregungen oder auch jetzt über den YouTube-Chat noch eine Einladung an die Gäste, die uns online begleiten, kepler-salon.jku.at oder über den YouTube-Chat. Aber wie ich sehe, gibt es hier hinten etwas. Bitte. Mich würde interessieren, wo man solche Matura-Alben findet. Also das Erinnerungsalbum, oder? Genau. Ja, also es war in erster Linie ein Zufallsfund. Ich habe, wenn man sich so ein Schularchiv vorstellt, also ich kenne jetzt zwei, drei, ist das jetzt nicht so, wie wenn man ins Landesarchiv oder Stadtarchiv geht, sondern es gibt irgendeinen Abstellkammerl und da ist ganz viel gelagert und wenn man sagt, man möchte das untersuchen und man hat Glück, dann sagt eben die Sekretärin, ja da ist der Schlüssel und schauen Sie einmal, ob Sie was finden. Und ich habe eben in erster Linie diese Kataloge durchgesehen, weil ich die Namen gesucht habe. Also es gibt diese Hauptkataloge, wo eben händisch drin steht der Name, der Vater, die Religion, die Unterkunft und so weiter und so fort. Also da sind diese ganzen Daten drinnen und das habe ich mir im Rauchs gesucht. Und dann ist eben noch sehr viel anderes herumgelegen und da bin ich eben zufällig auf das Album gestoßen. Und es ist so, diese Herren haben das sehr akribisch eben angelegt und gesammelt und sind dann mit fortschreitendem Alter immer weniger geworden. gesagt, sie übergeben das der Schule, weil sie werden jetzt irgendwann auch sterben und es soll in der Schule aufbewahrt werden. Und für mich hat es schon so den Eindruck vermittelt, diese Herren wollten eigentlich, dass ihre Geschichte irgendwo weiterlebt. Also sie wollten vielleicht nicht, dass wir es so kritisch betrachten, wie wir es gerade tun, aber es hat für mich schon so den Eindruck gemacht, sie sind stolz auf das, was sie geschaffen haben und sie möchten auch, dass das erhalten bleiben soll und weitergegeben werden soll. Ich glaube, es wird wenig Beispiele geben, die so umfangreich und so detailliert sind. detailliert sind, aber ich habe durchaus auch andere Fotoalben und so weiter gesehen, wo eben die Witwen dann irgendwann gesagt haben, okay, meine Kinder oder ich weiß nicht, ob sie Kinder hatten, aber von uns kann niemand mehr was damit anfangen und geben wir es wieder zurück an die Schule, weil vielleicht gibt es da irgendwen, den das noch interessiert oder wird ein Forschungsprojekt vielleicht in der Schule gemacht. Aber das war wirklich ein Glücksgriff, ein so umfangreiches und so reichhaltiges Material zu bekommen. Das war Zufall, ja. um so reichhaltiges Material zu bekommen. Das war Zufall, ja. Und es ist einfach schon auch eine unglaubliche Kombination an Schülern in dieser Klasse. Das muss man einfach schon auch sagen. Gibt es hier noch eine Frage? Ja, bitte. Bezüglich Ihrer Recherche, haben Sie da mit Nachfolgegenerationen auch Kontakt aufgenommen oder wie war das? Woher haben Sie Ihre ganzen Informationen bezogen? Es war, wie gesagt, sehr viel drinnen und dann einfach mit Internet und Sekundärliteratur. Also über Kaltenbrunner gibt es natürlich viel, über Fahner habe ich dann auch viel gefunden. Und wie eben gerade gesagt wurde, es ist wirklich erstaunlich, diese Dichte an Personen. Über Sittner habe ich jetzt gar nicht so viel geforscht, aber über den Walter Kastner gibt es mehrere Publikationen. Also es ist wirklich so, dass hier ein ganz großer Prozentsatz von Personen ist, die dann im öffentlichen Leben eine Rolle gespielt haben und wo man eben dann in Zeitungen und in der Literatur dann was finden konnte. Es wird wahrscheinlich nicht viele Klassen geben, wo man so viel findet, aber ich habe schon zum Beispiel eben gerade bei Alfred Hackel überlebt, ob ich hier noch die Familie kontaktieren soll. Also ich habe es dann nicht getan und wäre vielleicht lohnend gewesen. gewesen. Aber das wird vielleicht noch einmal passieren, oder vielleicht schafft es jemand anderer, aber da habe ich eben nur das Wenige, was ich gefunden habe. Aber das wäre sicher noch etwas, wo man nachhaken und nachforschen könnte. Danke. Ich möchte jetzt auch noch als Ergänzung zu Alfred Hackl. Er ist 1941 deportiert worden von Gallner Kirchen weg. Und es war damals Strategie der Nazis, zu verschleiern, ob die Euthanasieopfer nach Hartheim kommen würden oder nach Sonnstein-Pirna, um auch jetzt nicht klar zu machen, wo sie ermordet wurden. Ja, also es gibt auch dieses Buch, ich weiß nicht, ob das jemand kennt, Hardtime, wohin unbekannt, wo irgendwann 60er, 70er Jahre diese Briefe gefunden wurden. Und das ist eben wahnsinnig berührend, wo die Angehörigen dann dort schreiben, an die Schwester in Gallener Kirchen, was jetzt passiert ist und wo sie denn waren. Und manche ahnen schon, was wirklich eben die Wahrheit gewesen ist. Und ja, es war eben eine große Lüge, dass man das so getan hat, dass man gesagt hat, sie werden dort und dorthin geschickt. Es hat nämlich eine deutsche Sex-Euthanasie-Anstalten im Deutschen Reich gegeben. und man hat dann immer eine andere genannt und gesagt, er wurde eben dorthin geschickt, weil er eben ein Lungenproblem hat und dort sind sie spezialisiert darauf und bekommt eine bessere Behandlung und so weiter und so fort. Und dann heißt es ja, trotz aller Bemühungen ist er jetzt leider verstorben und bekommt die Asche zugeschickt. Aber es war ja in Hartheim so, dass der Großteil der Angestellten war ja in diesem administrativen Bereich tätig, hat eben Sterbeerkunden ausgefüllt und diese ganze Administration. Da waren ja etliche Büroräume und diejenigen, die für die Tötung zuständig waren, das waren ganz wenige. Die meisten waren eigentlich damit beschäftigt, nach außen hin einen Schein zu wahren und irgendwelche Dokumente und Briefe auszustellen, die von der Wahrheit abgelenkt haben. Ich möchte Sie auch einladen, das Buch liegt natürlich auf, hinten, das im Wagner Verlag erschienen ist und Herr Bernauer würde es sicherlich auch gerne signieren. Es ist jetzt hier noch eine Frage gekommen, bitte. Ja, wir haben eine E-Mail bekommen und zwar der Herr Brandt schreibt, Danke für den Vortrag. Wie schon öfter erwähnt wurde, war Linz nicht nur Lieblingshauptstadt von Adolf Hitler, sondern auch ein Hort von Nazi-Grüßen. Woran könnte man dies festmachen? Die geografische Lage, die Mentalität, die Föst? Und die Föst ist 1938 entstanden. Was ich auf jeden Fall weiß, dass nach 1945 sehr viele dort als Hilfsarbeiter gearbeitet haben, die entweder belastet waren oder aus den Sudetengebieten geflüchtet sind, weil sie dort etwas zu befürchten hatten und hier meines Wissens sehr viele waren, die sich dort gefunden haben. Ansonsten ist es schwierig. Wie gesagt, es gab sicher diese deutschnationale Einstellung, wie bereits gesagt wurde, schon am Beginn des 20. Jahrhunderts. in Lambach und Leonding und ist dann eben in Linz zur Schule gegangen. Eichmann ist in Solingen geboren und hat zuerst die ersten Lebensjahre dort verbracht und sein Vater wird dann Ingenieur bei der Elektrizitätsfirma, also was jetzt, glaube ich, die Linz AG ist und kommt deshalb hierher. Also er ist nicht ursprünglich ein Linzer. Wie gesagt, Galtenbrunner kommt aus dem Innenviertel. Warum jetzt wirklich Linz dieser Punkt ist, wo so viele hier zusammentreffen, ist, glaube ich, schwer zu beantworten. War es Zufall oder war hier wirklich eine Stimmung, die diesen Geist geprägt hat? die diesen Geist geprägt hat. Aber wie man jetzt auch gesehen hat, jetzt bei Kaltenbrunner in der Schulzeit, kann es diese antisemitische Einstellung noch nicht wirklich gegeben haben. Also die Radikalisierung muss später gekommen sein. Muss später gekommen sein. Ich glaube, bei Hitler gibt es tonnenweise Literatur und versuche darauf eine Antwort zu finden, was ist Schuld und wo hat diese Prägung stattgefunden und ob jetzt wirklich links hier so eine Bedeutung dafür hatte. Ich weiß es nicht. Hat der andere eine Idee? Ich würde mal sagen, der Anruf hat sicher nicht recht, was die Föss betrifft, weil das geht sich ja zeitlich gar nicht aus. Aber es ist vielleicht eine Erklärung zu finden, gleich in der nächsten, mehr oder weniger Nachbarschaft, im Museum Nordico. Da ist ja gerade eine Ausstellung über die städtebauliche Entwicklung von Linz. Und da muss man sich mal anschauen, Linz war ja vor 100 Jahren sozusagen gerade einmal die Hälfte der Bewohner. Alles andere war bäuerliches Umland. Natürlich waren die deutschen Nationalen in Linz, weil so ein großes Bürgertum, so einen großen Anteil gab es ja nicht. Und natürlich darf man historische Wahrheit vielleicht nicht außer Acht lassen, das war ja nicht jetzt der radikale Antisemitismus vom Holocaust, den wir heute natürlich kennen, sondern das war ja damals noch eine andere Art von deutsch-nationaler Politik. Der Langgut war einer der längst dienenden, damals noch im Landtag. Das ist ja vielleicht nicht unbedingt der Langgut, der dann natürlich ab 1945 war in der Geschichte. Eine Erklärung. Der Linzer Stadtbaudirektor wird zitiert im Katalog im Nordico. Wir hätten so viele Ideen, wir bräuchten so viele Wohnungen, aber man hat uns ruiniert. Sie haben uns ruiniert, damit meint er natürlich die Siegermächte von Versailles und Saint-Germain. Und Linz hat sehr lange gebraucht, um überhaupt dann einmal die Mittel aufzustellen, um den sogenannten sozialen Wohnbau anzutreiben, der natürlich dann durch den Bürgerkrieg und dann 1938 durch den Einmarsch wieder abrupt geendet hat. Eine Erklärung. Danke. Vielleicht auch noch ein Versuch einer Erklärung, warum gerade diese beiden Realschulen so deutschnational waren. die eben auch den Priesternachwuchs und so herausgebracht haben, die eher konservativen Einrichtungen und gerade Realschule, Realgymnasium, wo eben die Naturwissenschaften, die Technik, die Neuerungen gepflegt wurden. Das war sozusagen das Moderne, Revolutionäre, wo eben sehr viel aus dem Handwerkerbereich und von den Geschäftsleuten und so gekommen ist. von den Geschäftsleuten und so gekommen ist. Und in meiner Auffassung ist es doch so, dass diese nationalsozialistische Bewegung eben eine sehr fortschrittliche und sehr junge dynamische Bewegung auch war und sehr viel ermöglicht wurde, gerade eben auch für Techniker, also was Flugzeugbau und Motorisierung und diese Dinge betrifft. auch eröffnet und das kennen wahrscheinlich alle diese Biografien von Ferdinand Porsche oder ähnlichen Kapazundern, die eben hier Möglichkeiten vorgefunden haben, die es vorher nicht gegeben hat. Und die aus meiner Sicht doch klerikale, konservative Seite war eher die bewahrende, traditionsreiche Schicht. in diese Realschulen und Realgymnasien geschickt haben, waren eben die Innovationsorientiert waren und die etwas Neues entwickeln wollten und eine neue Bewegung eben auch herbeigesehen haben. auch herbeigesehnt haben. Und diese Sehnsüchte sind eben dann von dieser Partei erfüllt worden. Und natürlich glaube ich, dass das dann auch sehr gut zusammengepasst hat. gepasst hat. So, noch ein letzter Blick hier in die Runde. Ja, bitte. Einmal fliegt das Mikro noch in Ihre Richtung. Ich muss mich schon wieder melden. Es interessiert mich. Einmal haben Sie erwähnt, den Dr. Koref als Lehrer. Jetzt frage ich mich, ist er nach 1945 auch immer zu den Matura-Treffen gekommen? Ich meine, er war ja als rechter Sozialdemokrat bekannt und er hat vielleicht eine Neigung gehabt, vielleicht für einen Nazis konnte ich jetzt fast sagen, weil er war ja dann einer, der auch den Juden, sozusagen Kreisky, damals irgendwo zum Parteivorsitzenden gemacht hat mit seiner Rede. Und der hat ja auch eher die Neigung gehabt, die Schwarzen eher weniger und die Nazis mehr. Gibt es da irgendwelche Archive? Also zumindest in diesem Album gibt es mehrere Bilder von ihm, von den Treffen. Und er sagt sogar, glaube ich, einige Mal wortwörtlich, sie waren eine ganz besondere Klasse. Also man könnte jetzt sagen, okay, vielleicht sagt er das bei jeder, ich weiß nicht. Aber es steht eben so drin, dass er hier wirklich diese Burschen offenbar sehr geschätzt hat. Und es gibt eben einmal sogar diesen Eintrag, wo er eine Auslandsreise früher abgebrochen hat, beziehungsweise direkt von der Auslandsreise sofort zum Klassentreffen gekommen ist, um das Jahr nicht zu versäumen, weil ihm das so ein Anliegen war. Also es kommt in diesen Erinnerungen sehr stark zum Ausdruck, dass er hier sich sehr wohl gefühlt hat und diese Burschen wahnsinnig geschätzt hat, seine ehemaligen Schüler. Also zu denen dürfte er wirklich ein sehr gutes Verhältnis gehabt haben. Und das schreibt er, glaube ich, eben sogar in seinen eigenen Lebenserinnerungen. Da erwähnt er eben diesen Arzt Pellegrini, der war eben sein Hausarzt und Leibarzt dann später. Und er erwähnt eben auch Kaltenbrunner, dass er dem das zu verdanken hatte, dass er aus der Gefangenschaft befreit wurde. Also er erinnert sich sehr gerne und lobend an diese Klasse. Das hat irgendwie schon mit Greisky einen gewissen Zusammenhang. Bei der sagt er das auch Eindrich. Ja, es ist auch, es wurde auch zuerst Langgott erwähnt, also es ist ja dann so, dass das 45 Langgott, der letzte NS-Bürgermeister Choref die Schlüssel der Stadt mehr oder weniger übergibt und ja, es dann eigentlich so ist, dass das Quareff Langoth als unter Anführungszeichen guten Nationalsozialisten bezeichnet und es gibt, glaube ich, bis ins Jahr 1973, wenn ich das richtig im Kopf habe, eine Langothstraße auch in Linz. Also zu der Zeit hat man da wenig Probleme damit gehabt, dass Langroth in der NS-Zeit Bürgermeister von Linz war. Und es wurde dann, ich glaube, eben nach Chorev erst dieser Antrag im Gemeinderat gestellt, dass diese Straße umbenannt wird. War ein langer Kampf, glaube ich. Bitte? War ein langer Kampf, glaube ich. Vielleicht jetzt noch als Ergänzung, Chorev war ja ein sehr junger Lehrer damals, da war er nur zehn Jahre älter als die Schüler, was auch jetzt für eine andere Art der Bindung sprechen könnte. Sicher, ja. Also ich glaube, es war ja generell eine ganz seltene Situation wie bei KOREF, dass ein Arbeiterkind studieren konnte und in diese Position kam. Also er war, soweit ich mich erinnere, aus einer Eisenbahnerfamilie mit zehn oder elf Kindern, wenn ich mich nicht täusche. Und er war eben besonders begabt und intelligent und hat dann dieses Stipendium bekommen, dass er am akademischen Gymnasium zur Schule gehen konnte, weil in erster Linie konnten sich das nur gut begütete Menschen leisten, ihre Söhne in eine höhere Schule zu schicken. Und er muss eben wirklich außergewöhnlich begabt gewesen sein, dass er hier, obwohl er aus dieser ganz armen, bescheidenen Familie gekommen ist, hier diesen Weg einschlagen konnte und dann ein Studium, also Englisch und Deutsch hat er studiert und ist eben dann als junger Lehrer dort dann an diese Schule gekommen. Vielen herzlichen Dank. Ich erzähle Ihnen noch ganz kurz, wie es überhaupt zustande gekommen ist, dass ich Egbert Bernauer kennengelernt habe. Es war letztes Jahr einer meiner Gäste, Roman Sandgruber, zum Vater von Hitler, zu Alois Hitler und Egbert Bernauer war im Publikum und wir haben hinten dann noch ein bisschen geplaudert und er hat mir erzählt, dass er dieses Buch herausgegeben hat, 2017 und mich hat das so interessiert und ich habe gesagt, Sie sind einmal Gast in meiner Dunkelkammer, mittlerweile sind wir per Du und ich danke dir ganz, ganz herzlich, lieber Egbert. Ich wünsche dir viel Erfolg weiterhin und danke für deine Einblicke und dein Wissen. Danke, dass ich hier sein durfte. Ich weiß das sehr zu schätzen. Danke vielmals. Thank you.