Hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, hmm, Die Mnwache, ich darf zu Beginn auf die FFP2-Maskenpflicht hinweisen. Bitte auch während der ganzen Veranstaltung sich daran zu halten. Danke. Anlässlich des Holocaust-Gedenktages am morgigen 27. Jänner haben eine Reihe von Organisationen aus Politik und Zivilgesellschaft zu dieser Versammlung geladen, in der wir gemeinsam der zahllosen Opfer des nationalsozialistischen Terrorregimes gedenken wollen. Für dieses Gedenken haben wir einen Ort ausgewählt, hier vor dem Aschacher Kriegerdenkmal, an dem Aschach seinen Gefallenen aus den beiden Weltkriegen gedenkt. Es ist aber auch ein Ort, den in den Kriegsjahren 1942 bis 1945 die Nazi-Propaganda gut zu nützen wusste. Bis heute erinnern gestalterische Merkmale des Denkmals an die Umstände seiner Entstehung. Als Bürgermeister der Marktgemeinde Aschach an der Donau freut es und bestärkt es mich, dass es offenbar so vielen Menschen ein Anliegen ist, die Gräuel vergangener Zeiten nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, sondern durch Veranstaltungen wie die heutige in mahnender Art und Weise daran zu erinnern. Besonders begrüßend möchte ich meine anwesenden Bürgermeisterkollegen, die ich jetzt auf die Schnelle irgendwie gesehen habe. Da habe ich zum Beispiel gesehen den Sepp Wallstraße aus Gallneukirchen, Christian Penn aus Everding, David Ahlersdorfer aus Feldkirchen. Ich hoffe, ich habe jetzt niemanden übersehen. Weiters begrüßen möchte ich den Landesgeschäftsführer des ÖGB, Stefan Guggenberger, und stellvertretend für alle Abgeordneten und Abgeordneten außer Dienst, Evi Holzleitner, Nationalratsabgeordnete aus Wels. Danke für euer Kommen. Ein weiterer besonderer Gruß gilt den Abordnungen des Mauthausen-Komitees Österreich, des Oberösterreichischen Netzwerkes gegen Rassismus und Rechtsextremismus, der Israelitischen Kultusgemeinde Linz, der Katholischen Aktion Oberösterreich, der SPÖ Aschach an der Donau, der SPÖ Bezirk Christkirchen-Everding, der Grünen Aschach an der Donau, der Grünen Oberösterreich, der KPÖ Oberösterreich, des ÖGB Christkirchen-Everding, der katholischen Jugend Oberösterreich, der sozialistischen Jugend, des Pensionistenverbandes, der Jungen Generation, der Grünen Jugend, der Jungen Linken, der österreichischen Gewerkschaftsjugend, des KZ-Verbands VDA Oberösterreich, der Sozialdemokratischen FreiheitskämpferInnen, der Welser Initiative gegen Faschismus, des Kulturvereins Aufschrei, der Omas gegen Rechts, der Solidarwerkstatt und des österreichischen Auslandsdienstes. Danke für Ihre und Eure Teilnahme an der heutigen Mahnwache. Ein besonderer Dank gilt den Rednerinnen und Rednern des heutigen Abends. Mit Dr. Robert Eiter, Vorstandsmitglied des Mauthausen-Komitees Österreich und Sprecher des oberösterreichischen Netzwerks gegen Rassismus und Rechtsextremismus, Frau Dr. Dr. Dr. Dr. der Grünen Oberösterreich, dürfen wir auf spannende Beiträge zur Diskussion um ein angemessenes Erinnern an die Millionenopfer des Naziregimes hoffen. Danke für eure Bereitschaft, heute hier vor uns zu reden. Die Schlussworte wird der Landtagsabgeordnete Thomas Antlinger an uns richten und für die musikalische Umrahmung zeichnet das Duo Pichler-Trula-Music verantwortlich. Danke auch fürs Kommen an euch und für euer Mitgestalten der Mahnwache. Ich heiße noch mal alle Anwesenden herzlich willkommen und bitte nun Doktor Robert Eiter um seinen Redebeitrag. Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus. Sehr geehrte Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Mahnwache, meine Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde. Erlaubt mir zu Beginn eine ganz persönliche Bemerkung. Heute hat ein langjähriger Freund und Mitstreiter Geburtstag. Er ist hier unter uns der Vorsitzende der Welser Initiative gegen Faschismus, Werner Rätsel. Ich möchte ihm sehr herzlich gratulieren und ihm alles Gute wünschen. Vor allem aber möchte ich ihm danken für sein unermüdliches demokratisches Engagement. Und wir hoffen, dass es uns noch lange erhalten bleibt, lieber Werner. Vor wenigen Tagen hat sich zum 80. Mal die Wannsee-Konferenz gejährt. Am 20. Jänner 1942 trafen wir einander in einer mondänen Villa in Berlin 15 hochrangige Vertreter von Adolf Hitlers Reichsregierung, der NSDAP und der SS zu einer, wie es hieß, Besprechung mit anschließendem Frühstück. Unter dem Vorsitz von SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich wurde die sogenannte Endlösung der Judenfrage nicht etwa beschlossen. Die Massenmorde waren schon seit dem Überfall auf die Sowjetunion im Gang, aber systematisch organisiert und koordiniert. Protokoll führte der in Linz aufgewachsene SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann, Heidrichs Referent für Judenangelegenheiten. Es war die Planung des Holocaust. Die gesamte jüdische Bevölkerung Europas, laut Definition der NS-Bürokraten rund 11 Millionen Menschen sollte nach Osten deportiert und ausgerottet werden. Bis zur bedingungslosen Niederlage des Großdeutschen Reiches im Mai 1945 sind diesem unfassbaren Verbrechen rund 6 Millionen Menschen zum Opfer gefallen, darunter eineinhalb Millionen Kinder. Vielleicht habt ihr vorgestern Abend auf ORF 2 den Film Die Wannsee-Konferenz gesehen, dessen Regisseur Mati Geshonek, sein Vater war politischer Häftling in drei Konzentrationslagern, sagte über das Treffen der Schreibtischstädter und ihre Verabredung zum millionenfachen Mord, das alles war einmal Gegenwart und vor gar nicht so langer Zeit. Dessen müssen wir uns bewusst sein. Obwohl die Nationalsozialisten von fanatischem Judenhass getrieben wurden, galt die Rassenwahn auch anderen Gruppen. In Osteuropa führten sie einen doppelten Vernichtungskrieg gegen den sogenannten jüdischen bolschewismus und gegen das sogenannte slawische untermenschentum sie wollten einen riesigen lebensraum für deutsche siedler freimorden dieses ziel konnte durch die wende im kriegsverlauf nicht annähernd erreicht werden trotzdem kostete es 1,8 millionen polnischen sowie sechs millionen sowjetischen Zivilistinnen und Zivilisten das Leben, weiters 3 Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen, die Hitlers Schergen gezielt verhungern ließen. Lange ignoriert wurde der Genozid an den Sinti und Roma auch Porajmos genannt. Geschätzte 200.000 Menschen sind ihm zum Opfer gefallen. Ebenso viele Tote verursachte die schönfärberisch als Euthanasie bezeichnete Ermordung von Behinderten, die unter anderem im nahegelegenen Schloss Hartheim geschah. Verfolgt und vielfach ermordet wurden außerdem Homosexuelle und Personen, die das Regime als asoziale gebranntmarkt hatte. Und natürlich die politischen und religiösen Gegner der Nationalsozialisten. In Österreich waren sie kommunistisch, sozialistisch, katholisch oder monarchistisch gesinnt oder gehörten den Zeugen Jehovas an. Insgesamt geht das United States Holocaust Memorial Museum davon aus, dass die Nationalsozialisten mehr als 17 Millionen Menschen ermordet haben. Unberücksichtigt ist bei dieser Zahl die Schuld am mutwillig vom Zaum gebrochenen Weltkrieg, durch den weitere mehr als 50 Millionen Menschen zu Tode kamen. Wir verleihen uns heute in tiefem Respekt vor allen Opfern der braunen Schreckensherrschaft. Wer es aber ernst meint mit dem Gedenken an die Opfer, darf von den Tätern nicht schweigen und nicht von den Spuren, die sie hinterlassen haben. In Oberösterreich, das von 1938 bis 1945 Oberdonau hieß und sich damals rühmte der Heimatgau des Führers zu sein, gibt es leider viele solcher Spuren. Noch heute gehört zum Kriegerdenkmal hier in Aschach ein Stein, auf dem in runenartiger Schrift der Spruch »Ewig ist der Totentatenruhm, zu lesen ist. Dieser Stein wurde 1942 errichtet. Der Spruch stellt typische NS-Propaganda dar. Er gibt Hitlers Angriffs- und Vernichtungskrieg eine positive Bedeutung, indem er die gefallenen Wehrmachtsoldaten als Helden verklärt. Doch schon vor dem Zweiten Weltkrieg, nach dem sogenannten Anschluss, wurde ein fast gleichlautender Spruch verbreitet. Ewig bleibt der Totentatenruhm war auf einer Medaille zu lesen, mit der die NSDAP an die Märtyrer ihres gescheiterten Putsches gegen die österreichische Regierung im Juli 1934 erinnerte. Dank einer hervorragenden Arbeit des Historikers Clemens Gruber ist über die Hintergründe des besagten Steines vieles bekannt. Es handelt sich bei diesem Stein zweifelsfrei um eine Spur des Narzissmus. Dafür gibt Artikel 9 des Staatsvertrages 1955 einen ganz klaren Auftrag. Dort heißt es, Österreich wird auch die Bemühungen fortsetzen, aus dem politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben alle Spuren des Narzissmus zu entfernen. 77 Jahre nach dem Untergang von Hitlers Terrorregime und 67 Jahre nach der Unterzeichnung des Staatsvertrages ist es hoch an der Zeit, diesem klaren Auftrag gerecht zu werden. Das Mauthausen-Komitee Österreich und das Oberösterreichische Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus appellieren an die Verantwortlichen, den Runenstein umgehend zu entfernen und darüber hinaus in Aschach an der Donau eine würdige Gedenkstätte für die NS-Opfer zu errichten. Bei unserem Appell geht es aber keineswegs nur um Geschichte und Verfassungsrecht, denn leider erweist sich ein Wort von Bert Precht als erschreckend wahr. Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch. Die Zahl der rechtsextremen Straftaten hat sich bundesweit von 2005 bis 2020 vervierfacht. Von 209 auf 853, das sind die offiziellen Zahlen des Innenministeriums. Oberösterreich liegt regelmäßig an der Spitze aller Bundesländer im Jahr 2020 mit 187 einschlägigen Delikten. NS-Propaganda und Verhetzung schüren Hass und Gewalt. Folgende rechtsextreme Verbrechen wurden während der letzten Jahre in Oberösterreich verübt. Mord, Mordversuche, Körperverletzungen, Brandstiftungen, Anschläge auf Flüchtlingsheime, Schändungen von Gedenkstätten und die Schändung des jüdischen Friedhofs in Linz. Viele dieser Verbrechen wurden nicht aufgeklärt, darunter die Schändung des jüdischen Friedhofs im Jahr 2018 und sämtliche 22, ich wiederhole 22 Schändungen der KZ-Gedenkstätte Mauthausen von 2013 bis 2020. Im Juli des Vorjahres entdeckte die Polizei in Oberösterreich ein großes rechtsextremes Waffenlager. Vor einigen Tagen erst berichteten Medien über eine mehr als 30-köpfige Neonazi-Gruppe im Bezirk Munden, sowie über die Verhaftung eines Corona-Aktivisten und Holocaust-Verharmlosers im Bezirk Urfa Umgebung. Apropos Holocaust- Es kann nur empören, wie sehr sich große Teile der sogenannten Querdenker-Bewegung von gut organisierten Rechtsextremen instrumentalisieren lassen. Natürlich ist es legitim, Corona-Maßnahmen der Regierung infrage zu stellen oder abzulehnen. Es ist auch legitim, diese Ablehnung auf der Straße zu zeigen, aber dabei hinter ewig Gestrigen herzulaufen, die österreichische Demokratie als Faschismus zu beschimpfen, die österreichische Demokratie als Faschismus zu beschimpfen, Judensterne mit der Aufschrift ungeimpft zu tragen oder zynische Parolen wie Warum nicht Gleichmordhausen für Ungeimpfte zu verbreiten, verhöhnt auf infame Weise alle wirklichen Opfer des wirklichen Faschismus. Kein Wunder, dass verhetzte Maßnahmengegner nicht einmal vor Drohungen gegen das Gesundheitspersonal, vor Angriffen auf Journalisten und vor der Einschüchterung von Kindern zurückschrecken. Angesichts der zunehmenden Gefahr von Rechtsaußen, die mittlerweile auch durch die Innenminister Österreichs und Deutschlands betont wird, sind überzeugte Demokratinnen und Demokraten verpflichtet, auf allen Ebenen Widerstand zu leisten und klare Zeichen zu setzen. Bis auf wenige Unbelehrbare soll die gesamte Bevölkerung den Rechtsextremismus als das erkennen können, was er ist. Keine sinnvolle Antwort auf aktuelle Probleme, sondern nach den Worten des Literaturnobelpreisträgers Thomas Mann das letzte an Niedrigkeit, entarteter Dummheit und blutiger Schmach. Es versteht sich von selbst, dass auch deshalb Spuren des Narzissmus konsequent entfernt werden müssen. Das bedeutet weder das Auslöschen von Geschichte, die ja in Büchern und im Museum dokumentiert werden kann und soll. Noch bedeutet es im konkreten Fall das Ende des öffentlichen Gedenkens an gefallene Soldaten, sondern nur das Ende der braunen, glorifizierenden Tradition dieses Gedenkens. Ich danke Bürgermeister Dietmar Kreuz für seinen Mut, ein seit Jahrzehnten umstrittenes Thema in Angriff zu nehmen. Ich danke der Präsidentin der Katholischen Aktion Oberösterreich, Diplompädagogin Maria Hasipeder und der Grünen Landtagsabgeordneten Ann-Sophie Bauer für ihre nun folgenden Redebeiträge sowie dem SPÖ-Bezirksvorsitzenden und Landtagsabgeordneten Thomas Antlinger für seine Schlussworte. Und nicht zuletzt danke ich euch allen, die anlässlich des Holocaust-Gedenktages zu dieser Mahnwache gekommen seid, um gemeinsam ein unübersehbares Zeichen für eine demokratische und wahrheitsgemäße Erinnerungskultur zu setzen. Nie wieder Faschismus! Bei unseren Auftritten mit dem ehemaligen Wiener Oberrabiner Baucham Eisenberg haben wir immer ein Lied gesungen, das er als besonders wichtig erachtet hat. Es heißt, Loh mir sich überbeten, wir wollen uns versöhnen. Und er hat immer dabei gesagt, das Beten ist wichtig, aber das Überbeten, das Versöhen, wo stehst du bei den Tieren? Lamm, hör' sich ibebeten, komm' herein zu mir. Lamm, hör' sich ibebeten, komm' herein zu mir. Lamm, hör' sich ibebeten, ibebeten, wo stehst du bei meinen Fenstern? Komm herein zu mir. Lomm mer sich ibe beten, ibe beten, wo stehst du bei mein Fenster? Wo stehst du bei mein Fenster? Lomm mer sich ibe beten, bist bei mir de Schenster. Lomm mer sich ibe beten, bist bei mir de Schenster. Lomm mer sich ibe beten, ibe beten, Let's go dancing Thank you. Lass mich überbeten, überbeten, stell den Samo wahr, stell auf den Samo wahr. Lass mich überbeten, sei schön, ist kein Narr. Lass mich überbeten, sei schön, ist kein Narr. Lass uns uns überbeten, sei schön, ist kein Ard. Lass uns uns überbeten, überbeten, genug schon sein wir gehen. Genug schon sein wir gehen. Lass uns uns überbeten, lass uns sein Kavärem. Lass uns uns überbeten, lass uns sein Kavärem. Lass uns uns überbeten, lass uns sein Kavärem. Lass uns uns überbeten, lass uns sein Kavärem. Lomére z'y ghibe bete, lomére z'y ghaweri Applaus Musik Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei dieser Warnwache. Im Namen der katholischen Aktion Oberösterreichs möchte ich einfach das unterstreichen, was meine Vorredner bereits gesagt haben. Und am Vorabend des Internationalen Tages des Gedenkens an die Oper des Holocaust vor einem Kriegerdenkmal zu stehen, das das dunkelste Kapitel des 20. Jahrhunderts mit Datenrum in Verbindung bringt, macht mich sehr betroffen und eigentlich fassungslos. Es läuft mir kalt über den Rücken, wenn ich daran denke, dass durch das Verbrechen der Nationalsozialisten Millionen Menschen zu Tode gekommen sind und ich hier vor einem Stein stehe, auf dem ein NS-Propagandaspruch eingeritzt ist. Wir brauchen heute Orte der Erinnerung, die uns an alle Opfer des Krieges denken lassen und zugleich angemessen die Verbrechen der Täter dokumentieren. Deshalb tragen wir das auch seitens der katholischen Aktion Oberösterreichs mit und die Forderung des oberösterreichischen Netzwerks gegen Rassismus und Rechtsextremismus, dass hier in Aschach eine Gedenkstätte errichtet wird, die ein würdiges Gedenken an die Opfer der NS-Zeit fördert. Der Holocaust-Gedenktag ist nicht bloß eine Einladung zur Erinnerung an die Nazibaberei und an das Unrecht, das so vielen Menschen zuteil wurde. Dieser Tag ist vor allem eine Mahnung, dass es nötig ist, sich stets kritisch mit gesellschaftlichen Entwicklungen auseinanderzusetzen und auch heute entschieden gegen Intoleranz, Fremdenhass, Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus aufzutreten. Dort, wo die Geschichte dreist umgedeutet, verharmlost oder geleugnet wird, gilt es mehr denn je Stellung zu beziehen und mit lauter Gegenstimme Menschlichkeit, Empathie und Verantwortung füreinander einzufordern. Demokratiefeindliches rechtes Gedankengut breitet sich derzeit gerade in Internetforen und über Verschwörungstheorien sehr stark und schnell aus. Vergleiche zwischen heute und der NS-Zeit, wie sie sich zum Beispiel in der Diskussion zu den Corona-Maßnahmen in letzter Zeit gehäuft haben, sind für mich unerträglich, weil sie die Opfer der NS-Diktatur verhöhnen. Auch der Antisemitismus macht sich zunehmend breit und muss uns Sorge bereiten. Es ist schlicht und einfach beschämend. Wenn wir eine Gesellschaft wollen, die von gegenseitiger Wertschätzung, Toleranz und Respekt geprägt ist. Eine Gesellschaft, für die alle Menschen schützenswert sind. Eine Gesellschaft, in der Menschen keine Angst haben müssen. Dann brauchen wir auch eine Sprache, die bewusst mit der Vergangenheit umgeht und die Gegenwart kritisch betrachtet. Je weiter der zweite Weltkrieg in die Ferne rückt, je weniger Zeitzeugen und Holocaust Überlebende unter uns leben, je mehr Menschen in unserer Gesellschaft eine andere Herkunft und eine andere Kultur und andere Wurzeln haben, desto wichtiger wird es, dass es Orte gibt, die dazu anregen, dem Leid der Opfer damals nachzuspüren und auch eine kritische Reflexion der heutigen Entwicklungen ermöglichen. Damit komme ich zum Aschacher Kriegerdenkmal zurück. Wenn wir uns verdeutlichen, was hinter der Aussage des 1942 errichteten Steins steht, beziehungsweise welche Absichten mit Taten rum verfolgt wurden, gibt es eine moralische Pflicht, diesen Stein zu entfernen. Ich ersuche die Verantwortlichen hier rasch eine Lösung zu finden. Danke. Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Applaus Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer, liebe Freundinnen und Freunde, die Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes sind Teil unserer gesamtgesellschaftlichen Identität, deren geschichtliche und politische Aufarbeitung unsere aller Aufgabe, ja unsere Pflicht. Aufarbeitung unser aller Aufgabe, ja unsere Pflicht. Dazu gehört natürlich auch in erster Linie das Gedenken an die zahlreichen Opfer der nationalsozialistischen Diktatur. Die Geschichte der nationalsozialistischen Diktatur und der Shoah ist Menschheitsgeschichte. Sie lehrt uns, zu welchen Taten Menschen in bestimmten Umständen fähig sind und diese Erkenntnis geht jeden etwas an. Und genau deshalb sind wir heute hier zusammengekommen. Und ich möchte mich bei allen bedanken, die heute hier sind und bei allen, die sich dieser gemeinsamen Verantwortung bewusst sind und natürlich auch bei all denen, die diese Mahnwache heute organisiert haben und bei allen veranstaltenden Organisationen. Der Grund, warum wir uns gerade hier treffen, ist das von meinen Vorrednern schon angesprochene Denkmal mit der schon angesprochenen Aufschrift. Dass das heute noch hier so steht, ist vor allem einer unzureichenden Aufarbeitung des nationalsozialistischen Regimes, unserer nationalsozialistischen Vergangenheit geschuldet. Wozu eine unzureichende Aufarbeitung dieser Vergangenheit führt, wird leider immer wieder deutlich Gerade in letzter Zeit, auch in den letzten Wochen, kursieren wieder vermehrt antisemitische Verschwörungstheorien und es kommt immer wieder zu öffentlichen Relativierungen der Shoah, Relativierungen des Holocaust und damit zur Verhöhnung der Opfern des Nationalsozialismus. Dagegen müssen wir uns vor allem auch als politische Vertreterinnen und Vertreter deutlich und geschlossen positionieren, weil so etwas in unserer Gesellschaft keinen Platz haben darf. Und ich sehe es ebenfalls als meine Verantwortung und als Aufgabe und Verantwortung aller politischen Vertreterinnen, Organisationen wie das Netzwerk gegen Rechtsextremismus und Rassismus und das Mauthausen-Komitee in ihrer Arbeit zu unterstützen und im konkreten Fall in dem Bestreben hier ein Denkmal für die Opfer einzurichten. Unser gemeinsamer Kampf gegen faschistisches Gedankengut und für ernsthafte Erinnerungs- und Gedenkpolitik ist noch nicht vorbei. Und es wird uns alle brauchen. Und deshalb möchte ich nochmal Danke sagen. Danke, dass ihr heute hier seid. Liebe Antifaschistinnen und Antifaschisten, liebe Freundinnen und Freunde, aus der Vergangenheit lernen, die Zukunft schützen. Gerade in so turbulenten Zeiten wie diesen, in Zeiten, in denen die aktuelle Politik mit den Gräueltaten der Nationalsozialisten verglichen wird, in denen von Faschismus gesprochen wird und eine klar antidemokratische Haltung offen auf den Straßen zur Schau gestellt wird, hat dieser Satz umso mehr Bedeutung. Die größte Gefahr für uns alle geht vom Vergessen aus. Davon, dass wir uns nicht mehr daran erinnern, was wir einander antun, wenn wir Antisemitismus, Rassismus und Faschismus in unserer Mitte dulden. Darum sind wir heute fast genau 77 Jahre, nachdem das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau von der Roten Armee befreit wurde hier. Wir wollen nicht vergessen, sondern wir wollen erinnern. Wir wollen heute sagen, vergesst nicht, dass dies möglich war. Vergesst nicht die Umstände, die dies ermöglichten. Vergesst nicht das Schweigen, das den Taten folgte. Und damit hinterlässt uns der Tag der Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau eine enorme Aufgabe. Der Holocaust hat etwas Entsetzliches zum Vorschein gebracht, etwas, das unsere Wahrnehmung des Humanen zutiefst irritiert. Diese Last tragen wir mit uns. Seitdem wissen wir aber auch, dass wir schon den kleinsten Auswüchsen von Rassismus und antidemokratischem Verhalten entschieden entgegentreten müssen, um den Anfängen zu wehren. Denn all diese Gräueltaten, und meine Vorrednerinnen und Vorredner haben es bereits gesagt, haben sich nicht irgendwo und in grauer Vorzeit abgespielt. Es passierte auch hier, vor unserer Haustüre, in der Mitte unserer Gemeinschaft. Und darum ist es meiner Meinung nach heute umso wichtiger, dass wir unsere Sinne wachhalten, Vorurteile und in diesen Zeiten vor allem Verschwörungstheorien erkennen und ihnen mit Vernunft, Leidenschaft und Entschiedenheit entgegentreten. Wir sind heute aber auch hier zusammengekommen, um auf den unkritischen Umgang mit strittenen Denkmälern hinzuweisen. Es geht um unseren Umgang mit einem kulturellen Erbe. Ein Erbe, in dem die Erklärung der Menschenrechte eben nicht für alle Menschen gegolten hat. Und die Versuchung scheint natürlich groß, diese gegenwärtige Diskussion in Aschach umstandslos in die Rhetorik eines Kulturkampfes einzusortieren und die Form des Protests dafür als Ausrede zu benutzen. Zumindest werfen uns das die Rechten vor. Eine konstruktivere Sichtweise wäre zu fragen, ob es nicht genau diese Form braucht, um eine neue Dringlichkeit für bekannte, aber eben unerledigte Aushandlungsprozesse herzustellen. aber eben unerledigte Aushandlungsprozesse herzustellen. Tatsächlich geht es am Ende des Tages um ein Anliegen, den man sich gar nicht verweigern kann, weder heute noch in der Zukunft. Um den Opfern des Nationalsozialismus zu gedenken, darf ich euch einladen, dass wir eine gemeinsame Schweigeminute abhalten. The Vielen Dank. Zum Abschluss darf ich mich im Namen aller einladenden Organisationen und aller Rednerinnen und Redner bedanken, dass sie heute hier nach Aschach gekommen sind, um ein Zeichen gegen Faschismus, Rechtsextremismus und Antisemitismus zu setzen. Ganz besonders möchte ich mich auch bei den beiden Musikern von Bichler-Trula-Musik für die musikalische Umrahmung bedanken. Bevor wir zum Abschluss noch ein Musikstück hören werden, wünsche ich Ihnen, uns allen jetzt schon eine gute Heimfahrt und bleiben Sie gesund. Nie wieder Faschismus, niemals vergessen. Im Ghetto von Vilna gab es ein jüdisches Kabarett und obwohl im Publikum einige SS-Leute gesessen sind, war das letzte Stück des Kabarets das Lied »Wir leben ewig«. Thank you. Musik Wir leben ewig, es brennt der Welt Wir leben ewig, ohne großen Geld Und ab zu Beginn ist die alles unimm Was will unser Schatz, unser Imponim Wir leben ewig, wir sind ein Dom Wir leben ewig, wir sind ein Dom. Wir leben ewig, jeder schon. Wir will leben und erleben, schlechte Zeiten auch überleben. Wir leben ewig, es brennt der Welt, wir leben ewig, alle großen Geld. Und auch zu Bicken ist nie alles so nett, was werden unsere Schwarzen, unsere Polen? Wir leben ewig, wir sind doof. Wir leben ewig, in jeder Show. Wir leben und erleben schlechte Zeiten, aber leben. Wir leben ewig, wir sind doof.