schönen guten tag ich freue mich zu sieben mittlerweile siebten ausgabe von der stein gesellschaft für kulturpolitik einzuladen im gespräch mit frauen aus dem kunst und kultur bereich ich freue mich ganz besonders eine ganz liebe fast schon langjährige freundin andrea eidenhammer heute bei mir zu haben hallo andrea hallo liebe sander danke für die Einladung. Hallo, schön, dass du Zeit hast für das Gespräch. Andrea, wir haben uns kennengelernt im Rahmen eines Nicaragua-Festivals im Afroasiatischen Institut, wo du einen sehr berührenden Film gemacht hast über Frauen in Nicaragua. Vielleicht magst du dich gleich selbst vorstellen, das ist immer am besten. Ja, das ist eigentlich vielleicht am besten, aber es ist auch ganz schön schwierig. Also was soll man denn da so sagen? Weil du jetzt gesagt hast, wir haben uns da kennengelernt. Also dieser Film in Nicaragua damals, das war mein erster Film. Also sehr, wenn ich jetzt darüber nachdenke, denke ich mir, bist du narisch, dass ich mir das traut habe. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, denke ich mir, bist du narrisch, dass ich mir das traut habe. Das war nämlich gleich über sexuell missbrauchte Mädchen zwischen hat, ich bin kein Opfer. Das habe ich erlebt, das ist passiert, aber ich möchte Lehrerin werden und ich möchte gerne, dass man mich so sieht, wie ich als zukünftige Lehrerin sein werde. Und das hat mir irrsinnig gut gefallen, weil das hat mir damals den richtigen Input gegeben, überhaupt an schwierige Themen heranzutreten. Und es war auch gleich die Bestätigung, dass eigentlich das, was mich am meisten interessiert, einfach Frauen sind im Allgemeinen. Vielleicht einfach deswegen, weil ich selber eine bin, aus einer Perspektive heraus, eh klar. Und es ist für mich total schön zu sehen, wie sich das eigentlich in den letzten zehn Jahren zu etwas relativ Normalem entwickelt hat. Also die Frauen erzählen, tun viel, viel mehr in der Öffentlichkeit und sind viel präsenter, als es noch vor zehn Jahren war. Also damals war das ein bisschen eigenartig, solche Dinge zu tun. Und wir sind an einem Punkt, wo es tatsächlich endlich einmal ein bisschen Frauensolidarität gibt. Also das spürt man ein bisschen auf allen Ebenen und endlich auch ein bisschen zwischen den Kulturen. Und das freut mich sehr. Ja, und über mich gibt es, weiß ich nicht, viel zu sagen im Sinne von, ich habe immer schon interdisziplinär gearbeitet, wo mir von Anfang an auch ein bisschen gesagt wurde, das geht ja gar nicht. Also interdisziplinär heißt, dass du nichts gescheit machst. Und das war für mich damals ein Ansporn eigentlich, dass es anders geht. Das heißt einfach nur, wenn man interdisziplinär arbeitet, dass man dann das Projekt, das man gerade macht, sei das jetzt mit Film, Fotografie oder anderen Mitteln, hundertprozentig macht, also einfach voll dabei ist. Und dadurch sind in diesen Jahren zahlreiche Dokumentarfilme entstanden, die auch auf Filmfestivals gelaufen sind oder im Fernsehen. Und ich habe zahlreiche Ausstellungen gemacht als Fotografin. Und dann habe ich noch ein Herzensprojekt nebenbei. Das ist einfach die soziale Kunst, Social Art. Und da haben wir damals in Spanien, also ich war zwölf Jahre in Spanien, jetzt habe ich falsch angefangen, ich habe zwölf Jahre in Spanien gelebt, unabsichtlich. Bin dorthin eine typische Erasmus-Studentin, die sich dann halt verliebt und dann da bleibt und so. Studentin, die sich dann halt verliebt und dann da bleibt und so. Und gleichzeitig war das für mich aber ein Befreiungsschlag, weil ich hätte mich das nie getraut in Österreich, muss ich ganz ehrlich sagen. Ich habe in Österreich im Kultur- und Kunstbetrieb immer das Gefühl gehabt, dass man sehr viele Studien haben muss und die Assistenz von jemand ganz Wichtigem gemacht haben muss, dass man dann irgendwann selber was kreieren darf. Ist vielleicht eh ein Blödsinn, aber damals war das so in meinem Kopf und in Spanien war das immer so, dass es geheißen hat, mach einfach und tu mal und dann sehen wir eh, ob das irgendwas Gescheites ist und je nachdem, was dann daraus entsteht, kannst du weitermachen und das hat mich sehr motiviert und ich habe damals dann gleich als Fotografin zu arbeiten begonnen und dann hat mich der Film einfach wahnsinnig interessiert. Und ich habe dann noch eine Ausbildung gemacht an der Filmschule Van der Baat in Barcelona und einfach mir irrsinnig viel Input geholt. Und damals bin ich schon in das hineingerutscht, dass ein guter Freund von mir gesagt hat, du, wir haben da so einen Kunstverein und wir wollen einfach soziale Kunst machen. Ich habe gesagt, was ist denn das? Was willst du denn da? Und er hat dann einfach gemeint, das ist einfach das, dass man Künstlerinnen und die Bevölkerung wirklich zusammenbringt, schon während des kreativen Prozesses. Und daraus entsteht dann ein Kunstwerk, das im öffentlichen Raum ausgestellt wird und womit die Leute sich einfach identifizieren. Und das haben wir zehn Jahre lang gemacht in Spanien. Und dann sind wir nach Österreich gezogen. Also wir haben damals schon eine kleine Familie gehabt. Mein Mann Ricardo, der ist aus Nicaragua und in Spanien aufgewachsen. Die Emma war damals schon sechs Jahre alt und dann war ich wieder schwanger mit dem Matteo und dann haben wir gesagt, so jetzt gehen wir nach Österreich aus dem einfachen Grund, weil in Katalonien alles ziemlich radikal geworden ist mit dieser Unabhängigkeitsgeschichte. Die wollen ja unabhängig sein und die haben dann tatsächlich wirklich angefangen sich zu radikalisieren auf allen Ebenen und dann haben wir gesagt, eigentlich ist das jetzt nicht mehr so, wie wir es kennen und unsere Freunde werden alle schon ganz eigenartig und das wollen wir für unsere Kinder nicht. Und dann sind wir nach Österreich gezogen, 2017. Dann war ja mal ein Jahr Babypause und dann ist witzigerweise schon was Spannendes passiert, weil dann hat es von mehreren Seiten geheißen in meinem Umfeld, ja, jetzt wirst du ja wohl nicht weiter tun. Also, du hast zwei Kinder, du hast eh deine ganzen Ausbildungen, jetzt schau, dass du vielleicht irgendwo ins Kulturmanagement reinkommst, aber irgendwann fix Job, gell? Und das war dann schon, hat das kurz was mit mir gemacht, gell? Also, wo ich dann schon selber unsicher war. Kurz habe ich mir gedacht, uff, wie sich das alles ausgeht. Und ich habe dann einfach gesagt, okay, einmal probiere ich das jetzt noch, weil ja auch dieser Wechsel zwischen den Ländern gar nicht so einfach ist, also zwischen zwei ganz unterschiedlichen Kulturen. Und ich habe dann einfach wieder angefangen. Und im Tun selber gehen die Türen dann eh wieder auf. Also da ergeben sich dann die Netzwerke wieder neu. Und ich habe mich auch sehr gefreut, dass ich in Graz plötzlich dann gesehen habe, wie viel eigentlich eh passiert und wie cool das eigentlich ist. Und dass es vor allem ganz viele aktive Frauen gibt. Das war eben auch das Moment Actionforum damals, wo du mich hingeschickt hast. Und das hat mich einfach nur gefreut. Also ich habe da echt spannende Frauen kennengelernt, mit denen ich teilweise auch noch sehr, sehr gerne arbeite. Ja, und dann habe ich mich aber auf den Film wieder konzentriert und wir haben eine Filmproduktionsfirma gemeinsam mit dem Stefan Schmidt im Schaumbad drinnen, das AV-Baby, das wächst und gedeiht tatsächlich sehr, sehr gut und wir können sehr persönliche, große Projekte umsetzen. Also wir sind da gerade an einem dran, das ich ja noch nicht erzählen darf, weil es tatsächlich ziemlich groß ist, nur so viel. weil es tatsächlich ziemlich groß ist, nur so viel. Es geht dabei um Stuntmänner und Frauen und darum, was mit ihnen passiert, ob die irgendwie einen eigenen Zugang zu Adrenalin und Angst haben oder irgendwie anders damit umgehen. Und gleichzeitig sehen wir ziemlich viel Action in diesem Film. Und da ist es für mich ganz interessant, dass ich wiederum von mehreren Seiten höre, für mich ganz interessant, dass ich wiederum von mehreren Seiten höre, du bist ja Frau, du bist ja eine Mama, wieso willst du sowas machen? Das ist für mich so absurd, aber das habe ich wirklich schon fünfmal gehört, wo ich mir dann denke, gerade deswegen, weil genau bei mir dieses Adrenalin, das tatsächlich, das muss man sagen, bei Männern ein bisschen ausgelöst wird, wenn sie Action sehen. Damit meine ich sogar unser Team, wo viele Männer dabei sind, die werden alle ganz noch einmal und jetzt explodiert das und bla bla bla. Und für mich ist das ja auch interessant, aber das ist nicht das, was mich wirklich interessiert. Mir interessieren die Menschen dahinter und die Zerbrechlichkeit und vor allem auch das, dass sie irrsinnig stark sind in ihren Emotionen, dass sie sich selbst sehr gut kennen müssen, weil sie in Extremsituationen wissen müssen, wo sind die Grenzen. Und diese Kombi ist eigentlich super, weil ich natürlich auch aufpasse. Das ist natürlich vielleicht ein bisschen ein Mutterinstinkt, wenn ich sehe, das ist jetzt gefährlich, dann sage ich, nein, das brechen wir jetzt ab, machen wir was anderes. Und die Kombi ist schon ganz gut. dazu sagen, weil ich das große Glück habe, dass mein Mann auch hundertprozentig Papa ist und sowohl gleich viel Zeit für die Kinder da ist, als auch mich total unterstützt in meinem Weg. Ich bin jetzt dann wieder, also ab morgen bin ich wieder vier Tage weg filmen. Das ist überhaupt kein Problem bei uns. Also da ist er wirklich auch er arbeitet und so weiter und dann kommt halt die Mama noch und hilft. Aber die Grenzen, die habe ich bei mir selber, weil ich einfach das Gefühl habe, sie brauchen mich so sehr und wenn ich nicht da bin und so weiter, vor allem der Kleine natürlich. Und wie gesagt, ich habe das große Glück, dass ich unterstützt werde. Ich kenne aber ganz, ganz viele, die für die Kunst sogar so weit gehen, dass sie dann die Beziehung aufgeben, weil sie eben nicht unterstützt werden als Mama und in diesem Weg. ist ein Thema, das mich sehr beschäftigt, das mich sehr interessiert und da geht es jetzt gar nicht nur um Künstlerinnen, sondern einfach um die Mamas und um die Frauen im Allgemeinen, die diese Pandemie da jetzt eigentlich so gestemmt haben und darüber sprechen wir in unserem neu gegründeten Verein, der mittendrin heißt, wo einfach das Schwerpunkt absolut auf den Frauen liegt. Also das sind, das Jahresprogramm heißt Professionelle Superheldinnen und da geht es wirklich quer durch die Bank. Versuchen wir im Moment einmal nur die ganzen Schichten freizulegen, sagen wir mal, an Frauen, die teilweise unbewusst alles geben. Also die checken das nicht einmal, dass sie eigentlich zehnmal über ihre Grenzen gehen und dass das eigentlich gar nicht notwendig ist. Also da passiert irgendwas, teilweise werden sie natürlich gezwungen, aber irgendwas ist da in unseren Genen vielleicht tatsächlich drinnen, dass wir diesen Schutz um das Heim, um den Schutz, um die Lieben, die wir haben, da brauchen wir gar keine Kinder haben, sondern einfach dieses, wir haben dieses Gefühl der Verantwortung die ganze Zeit. Und das finde ich absolut spannend und ich finde es auch ganz, ganz wichtig, dass wir da reden drüber und dass wir solidarisch sind und dass wir vor allem auch mal erzählen. Also im Moment geht es nochmal nur ums drüber reden. So eine Art künstlerische Selbsthilfegruppe für alle möglichen Frauen. So, jetzt habe ich hoffentlich nicht zu viel durcheinander geredet. Andrea, es ist immer ein Vergnügen, mit dir zu reden. Ich kann mich erinnern, wie du wieder nach Österreich gekommen bist. Ich habe mich so wahnsinnig gefreut. Und nicht zu Unrecht, weil das beweist jetzt einfach auch, wie viel du machst, wie du sprudelst und so. Du hast ganz viel gesagt, wo ich einhaken mache, also dieses Schutz und dieses Verantwortungsbewusstsein. Ich bin mir nicht sicher, ob das die Gene sind oder ob es nicht einfach wirklich jetzt ja tausende lang Gepflogenheit in unserer Gesellschaft ist. Also es wird schon was dazwischen sein, weil zum Beispiel ich glaube mal in Schweden oder Finnland ist das ein bisschen anders, wo die gesellschaftliche Struktur auch anders funktioniert. Women's Action Forum getroffen hat, das ist total wichtig, weil genau das soll es sein, nämlich eine Vernetzungs- und Community Plattform eigentlich, wo man, wo sich Frauen untereinander unterstützen. Das ist schon sehr fein, das freut mich sehr. Dann ja toll auch dieses, ich glaube auch, dass es ganz viel um Sichtbarmachung geht, diese professionelle Superwomen, die sind total wichtig und total gescheit. Ja, ich hoffe, dass da ganz viel weiter geht auch dabei. Und das mit Adrenalin finde ich auch sehr interessant, weil mir wäre das gar nicht eingefallen zu sagen, warum du als Frau das machst. Genau. Also, why not, ist die Frage. Ja, genau, ja. Und du machst aber sowieso ganz viel spektakuläre Geschichten. Also, ich verfolge dein Tun auch auf Facebook, aber ich habe da eben noch das Bild im Kopf, wo ihr mit einem Helikopter in den Bergen herum, was ist das für ein Film gewesen? Das war ja total genial, oder? Ja, das war eigentlich eine Sendung Land der Berge mit einem sehr langweiligen grundsätzlichen Thema, das wir aber, glaube ich, sehr emotional und auch sehr spannend im Endeffekt aufbereitet haben. Also Sehnsuchtsort Berge heißt das ganz einfach. Da geht es nur darum, warum leben manche Menschen in den Bergen und warum wollen andere ständig dorthin? Das ist einmal der Grundgedanke. Und was schon ein bisschen stimmt vielleicht, von wegen Adrenalin, also da muss ich schon selber mich ein bisschen an der Nase ziehen, das ist nämlich recht lustig, weil mein Papa sagt immer zu mir, du bist ja mein einziger Bub. Und damit, also ich bin von klein auf, habe ich recht viele Extremsportarten schon gemacht und ich merke schon, dass ich auch beim Film und auch in der Fotografie und egal was ich mache, ich mag sehr gerne ungewöhnliche Locations. Das muss ich tatsächlich gestehen. Also ich mag das sehr gerne, wenn man irgendwo dreht und eine Location erobert, wo noch keiner war vorher. Das ist ja schwierig, weil jeder war schon überall. Aber eben Dachlandschaften, zum Beispiel Kunsthausdach, da oben haben wir schon gedreht, haben wir einen Tanzfilm gemacht oder auf der Ölplattform im Mittelmeer, da hinten sehe ich das Foto noch da, das ist auch mit Tanz eben komplett ungewöhnliche Locations erobern. Und in dem Fall Tanz ist ja auch wieder so ein, soll ich mal sagen, ästhetisch leichtes, schönes Tun. Und dann ist man da auf dieser dreckigen Ölbauinsel, die übrigens abgetragen wird. Also die ist aus Umweltgründen, wird die verschwinden, was ja richtig cool ist. Also schon, ich springe auch gern vom Helikopter auf einen Berg. Also das war aber unabsichtlich, muss man dazu sagen, bei dieser Sendung, weil wir haben so viel Equipment mitgehabt und das hätten wir tatsächlich da über diesen, also da hätten wir klettern müssen, hätten wir nicht geschafft, weil das Zeug so schwer ist. Jetzt hat der Helikopter uns da aufgeflogen und theoretisch hätte er landen sollen. Und dann ist er raufgekommen und hat gesagt, nein, das geht hier nicht auf, wir müssen runterhupfen. Und dann ist die Tür aufgegangen und dann ist unten eh jemand gestanden, der uns empfangen hat. Ich glaube, ich habe mir da mal das ganze Equipment rausgeschmissen. Und der hat dann nur gerufen, ja, dürft ihr es nicht für Anlauf nehmen. Auf der anderen Seite ist es wieder runtergegangen, und ja, also solche Sachen mache ich tatsächlich auch, und denke aber im Hinterkopf immer auch an meine Kinder, wenn ich irgendeinen Blödsinn mache, also bevor ich springe, denke ich mir, geht sich das jetzt wirklich aus, weil sonst fliege ich wieder runter, und dann soll ich das selber drehen, ist mir wurscht. Und für den Stuntman-Film drehen wir ja unter anderem in Tschernobyl. Und das wiederum hat den Grund, dass dort ein Weltrekordversuch aufgestellt wird. Und damit wollen wir aber eigentlich ein Zeichen setzen. Es geht schon um Umweltkatastrophen und darum, was passiert, wenn eine Stadt komplett leer wird. Und ich bin gespannt, wie es uns da geht selber, mit dem ganzen Vorhaben. Also emotional auch. Aber das werden wir sehen. Ja, das zum Berghupfen. Sehr, sehr spannend. Ich habe nur Fotos gesehen von Tschernobyl, wie alles verwachsen ist. Also sehr, sehr spannend. Ich würde da gerne noch fragen, weil im Vorfeld habe ich es eher abgekloppt, ob das recht ist und du hast es ja auch gesagt. Ich kenne ja viele Frauen im Kunst- und Kulturbetrieb, denen es nicht so gut geglückt ist, wie dir wieder einzusteigen, nachdem sie ein Kind bekommen haben. Und man muss ja sagen, du bist ja doppelt jetzt einmal mutig, weil du ja einerseits als werdende Mutter zurückgekommen bist nach Graz und dir dann nach einem Jahr wieder etwas aufgebaut hast. Jetzt kenne ich dich persönlich und ich weiß, dass du ein sprudelndes Bollwerk von Vernetzungswilligkeit bist. Ich glaube, du rennst einfach auch sehr viele Türen ein. Aber wie ist dir da gegangen? Hat dir da irgendwas besonders geholfen? Oder wie bist du es angegangen? Also ich muss ganz ehrlich gestehen, wenn ich damals in Spanien, wenn sie mir erzählt hätten, du, wenn du dorthin gehst, wird das so, so, so, so, so, hätte ich es vielleicht nicht gemacht. Also es war schon auch wirklich tough und schwierig, aber vielleicht hauptsächlich aus dem Grund, weil wir in den eigenen Reihen, sage ich einmal, sehr hinterfragt worden sind. Ich meine, die Familie, die wirklich gesagt hat, so, ihr habt jetzt zwei Kinder, ihr müsst jetzt, ihr müsst, also weil mein Mann ja auch Drehbuchautor ist und hat beim Film, ihr müsst euch jetzt irgendwie einen gescheiten Job suchenrehbuchautor ist und halt beim Film, ihr müsst euch jetzt irgendwie einen gescheiten Job suchen. Allein das Wort gescheiter Job. Und das war wirklich nicht einfach mit so einem kleinen Wuzi-Baby zu Hause. Die anderen in der Schule plus die ganze kulturelle Umstellung, die ja auch für mich witzigerweise nicht so einfach war, obwohl ich immer auch von Spanien aus, ich bin ganz viel in Österreich gewesen, hab viel gefilmt, da war viel auf Besuch bei der Familie und so weiter. Aber trotzdem hier wieder anzukommen, das dauert tatsächlich ein Jahr. Also bis man in der Früh weiß, wenn man aufwacht, oh, ich bin in Österreich. Also das habe ich mir immer ein Jahr lang, wo bin ich denn? Also das ist wirklich spannend. Und das ist auch ein Thema, das ich irrsinnig spannend finden würde, da das nochmal zu vertiefen. Wie geht es Leuten, die nach vielen, vielen Jahren wieder nach Hause kommen? es ist ganz egal, welches Land oder welche Kultur, ich glaube, da gibt es viele Gemeinsamkeiten. Und das sind wirklich so kleine Alltagsthemen. Ich sage dir ganz ein lustiges Beispiel, ich bin im Supermarkt gestanden und wollte einen Käse kaufen bei der Bude und habe nicht gewusst, da waren viele Leute. Wie weiß ich jetzt, wann ich dran bin? Weil überall auf der ganzen Welt gibt es so kleine Nummern, die zieht man und dann hast du halt deine Nummer. Und ich bin dann da gestanden und habe das beobachtet und dann habe ich irgendwann gesagt, Entschuldigung, wer ist denn der Letzte? Und die Leute haben mich so böse angeschaut und ich habe mir gedacht, das war nicht das Letzte. Ich habe gesagt, der oder die Letzte. Aber ich weiß nicht, was da los war. Ich habe dann irrsinnig lachen müssen selber und mir gedacht, okay, ich weiß einfach nicht mehr, wie das jetzt geht. Das ist ja irgendeine Kleinigkeit. Und was ich mir wieder abgewöhnt habe, auch, ist dieses sehr herzliche, stürmische Begrüßen und bitte jetzt noch vor Covid-Zeiten. Also wir reden wirklich von 2017, aber in Spanien ist es so, dass man die Leute, wenn man die das erste Mal trifft und wenn es ein Geschäftsessen ist, man küsst sie links und rechts. Das ist so, das ist die Leute, wenn man die das erste Mal trifft und wenn es ein Geschäftsessen ist, man küsst sie links und rechts. Das ist so, das ist die Begrüßung. Und kann mich erinnern, dass ich das, da habe ich einen Termin gehabt beim Kulturamt und dann machte ich das, ja. Und dann hat mich der Herr Grossmann sehr eignatig angeschaut, was tut die da, ist die völlig wahnsinnig? Und dann habe ich gedacht, okay, das muss ich mir wieder abgewöhnen, das war sehr lustig damals. Aber wie gesagt, ich bin eine extreme Kämpferin und ich habe gewusst, dass das, was ich tue, der Weg ist, den ich gewählt habe und der war ja schon, der hatte schon zehn Jahre funktioniert. Den komplett zu verlassen und ganz was anderes zu machen, wäre irgendwie, da hätte es mir mit der Identität ziemlich zusammengehauen, glaube ich. Und nachdem das jetzt ja alles so aufgeht und alles funktioniert und so weiter, ist plötzlich dieses Feedback von der Familie, oh, wie toll und die haben immer gewusst und das ist mir, also beide, das ist einfach so dumm. Also ich sage es ihnen auch ins Gesicht, ich sage ihnen, das braucht eine Zeit. Also wenn man ein Land durch ein anderes austauscht und selbst wenn man, ich habe hier eh schon Anknüpfungspunkte gehabt, es ist trotzdem ein Neubeginn. Und bis man das selber kapiert, dauert es auch eine Zeit. Und wenn man es dann aber kapiert, dann weiß man auch, okay, jetzt muss ich wieder anders tun. Jetzt muss ich einfach kleine Schritte machen. Und jetzt, weil du gesagt hast, dass da irgendein spezielles Ereignis war, es war tatsächlich eins, und zwar sehr lustig. Ich habe die Evelin Schalk beim Woman Action Forum kennengelernt und wollte mit ihr eine kleine Reportage machen zum Kulturbetrieb und dann sagt sie, ja, ich zeige dir ein paar Sachen und dann sind wir unter anderem da zum Schaumbad gefahren und dann sagt sie zu mir, ja, da hinten ist eh ein Filmstudio und ich so, was? In Graz? Wie? Das gibt's ja gar nicht, gell? Und dann bin ich da rein und hab den Stefan getroffen und sag zum Stefan, das ist ja lustig, weil ich mach eigentlich Regie, Drehbuch, Produktion und ich hab mein Team in Spanien und ich vermiss die sehr und ich weiß gar nicht, wie ich da wieder irgendwie Leute finde. Und er sagt zu mir, das trifft sie gut, weil ich bin Kameramann und wir haben alles, aber wir haben keine Geschichten, weil wir sind einfach nicht kreativ in der Hinsicht. Und das hat dann gleich funktioniert. Und das war echt kein Zufall. Ich glaube nicht an Zufälle. Also das ist überhaupt nicht esoterisch. Es ist einfach eine Tatsache, dass ich zu diesem Zeitpunkt dort sein musste und da reingegangen bin. Und so hat sich das Ganze ergeben. Sehr klasse, sehr, sehr toll. Wir haben im Vorfeld bei dieser Serie eben auch herausgefiltert, was der Name bedeutet. Und einer heißt Die Tapfere, weshalb, glaube ich, bedarf jetzt keiner näheren Erklärung. Weil man dafür nicht vergessen, auch wenn du sagst, alles braucht seine Zeit. Ich meine, es ist vor vier Jahren, dass du zurückgekommen bist. Vor vier Jahren bist du zurückgekommen und davon haben wir jetzt gut zwei Jahre Covid. Das darf man auch nicht vergessen. Und inzwischen bist du noch einmal Mama geworden. Also da hast du sehr viel geschaffen in sehr, sehr kurzer Zeit. Also da hast du schon sehr viel geschaffen in sehr, sehr kurzer Zeit. Ja, also wie gesagt, es ist eigentlich eine sehr schöne Geschichte im Endeffekt. Also die Pandemie ist auf allen Ebenen sehr, sehr schwierig. Aber ich glaube, sie ist menschlich schwierig. Beruflich ist sie das eigentlich nicht. Also beruflich im Sinne von, wir wurden noch nie so viel gebraucht im Filmbereich wie jetzt. Also es muss jeder präsent sein, einfach mit, auch mit Image- und Werbefilmen machen wir natürlich auch. Wobei, da sage ich dir auch noch was, mir ist das ja viel zu langweilig, nur Werbefilme zu machen. Auch hier machen wir andere Dinge und wir haben jetzt, also wir machen sehr viel für die Kari das auch. Und jetzt haben wir einen Film gemacht zum Thema Freiwilligennetzwerk. Und ich war so überrascht. Das sind zehn Organisationen, das weiß kein Mensch. Die sind vernetzt miteinander. Also da gehört die Rettung dazu, die Lebenshilfe, der Hospizverein, unglaublich wichtig. Und auch so Chance B, das sind so Sachen oder Winzidorf, die vernetzt miteinander arbeiten und sich gegenseitig helfen mit den Freiwilligen. Und es ist tatsächlich so, ich kenne, also das gibt es in Spanien nicht. Also das gibt es nicht, dass irgendeine Organisation 73.000 Freiwillige hat. Also das ist so, Das ist ein Wahnsinn. Und das sind so menschlich behörende Geschichten, auch mit der Zebra, die mit Flüchtlingen arbeiten, mit Bartenkindern. Und da macht es für mich ganz, ganz viel Sinn, solche Geschichten zu erzählen. Und aber auch wieder mit dem, das ist ein sehr, sehr schönes Kompliment gewesen, also der Film ist jetzt gerade, der ist mich fast 23 Minuten lang gezeigt worden, der Presse und die Rückmeldungen waren, wie schön das doch ist, dass die ganzen Menschen, die Klientinnen nämlich, gar nicht als Opfer dargestellt werden. Und das ist genau das, wo wir hinwollen. Also weil darum geht es nicht. Es geht darum, ihnen eine Stimme zu geben und sie erzählen zu lassen. Und wir haben zum Beispiel auch einen Schwerstbehinderten, der irrsinnig gescheit ist, den man aber natürlich nicht versteht. Und da gibt es auch viel zu tun auf dieser Kommunikationsebene. Einfach die Leute mit ins Boot holen und auf einer Augenhöhe reden mit ihnen. Das ist total bereichernd und spannend. Also da sind teilweise Geschichten dabei, wo wir während dem Drehen also auch meine Kameraleute, wo ihnen die Tränen runtergelaufen sind. Also ein Kind, das drei Jahre ist, bis es eineinhalb Jahre war, komplett gesund war und einen Keim erwischt hat und schwerstes Koma, Herzstillstand, Sauerstoffmangel, jetzt schwerstbehindert ist. Und diese Geschichte, da war die Mama gerade schwanger, im neunten Monat, wie das mit dem ersten Kind passiert ist, die ist so stark, weil dieses Kind kommt wieder zurück. Du siehst das am Blick, das ist voll da. Das ist schwerstbehindert, aber der kann sich erinnern daran, dass er schon gehen konnte und so. Also der will wieder lernen. Und es sind wirklich wunderschöne, starke Geschichten und da gibt es überhaupt kein Opfer, da gibt es einfach nur Helden. So schaut es aus. Und eigentlich schließt dich ja so auch der Kreis. Das ist das, was du gesagt hast, auch über deinen ersten Film, über die Frauen oder Mädchen in Nicaragua. Kann man den Film irgendwo sehen? Ja, den kann man. Also der war auf vielen Festivals. Der ist natürlich jetzt schon älter und nämlich von nämlich von 2008. Und damals haben wir ja noch nicht Full HD gefilmt oder 4K oder so. Und es ist auch ganz schön zu sehen, wie dieses Bild damals so war, die Qualität. Aber den Kammer, ich könnte ihn jedem oder jede, die sich dafür interessiert, sehr, sehr gerne schicken. Wir machen es tatsächlich immer noch so, dass er nicht einfach auf YouTube ist, weil es schon darum geht, die Identität dieser Mädchen zu schützen. Die sind ja mittlerweile auch größer und tatsächlich viele haben genau das erreicht, was sie wollten. Also es gibt eine Ärztin unter Ihnen, viele Lehrerinnen und ein paar Sozialarbeiterinnen. Ich bin ganz stolz auf sie. Das Projekt läuft immer noch weiter, Gott sei Dank. Also wie gesagt, das kann ich sehr, sehr gerne. Ich schicke es dir und wenn dich irgendjemand fragt, voll gern, bitte anschauen. Ja, der ist sehr, sehr berührend. Ja, Andrea, danke für deine Zeit, danke für dein Sein. Super, was für ein Glück wir haben in der Steiermark in Graz, dass du da bist. Du bist ja entzückend, danke dir. Es ist wirklich toll und ich freue mich auf irgendwas, was wir demnächst wirklich gemeinsam tun, wirklich. Also nicht nur Nicaragua betreffend, wo wir jetzt noch gar nicht drüber geredet haben, wie wichtig es wieder wäre, da etwas zu tun. Ja, Wahnsinn. Ja, voll. Das ist ein Level mittlerweile. Wahnsinn, ja. Vielen Dank, Wahnsinn. Ja, voll. Das ist ein Level mittlerweile. Wahnsinn, ja. Ja, vielen Dank, liebe Andrea. Wir stellen es online und geben deine Website auch dazu, wenn dich jemand kontaktieren möchte. Dankeschön. Alles Liebe. Danke, alles Liebe und schönen Tag, liebe Andrea. Ciao.