Herzlich willkommen an diesem winterlich kalten Dienstagabend bei einer weiteren Ausgabe der Senderei der Stachel im Fleisch hier aus dem Studio von DorfTV in der Kunstuniversität Linz. Ja, am kommenden Dienstag, 1. Februar 2022, ist es soweit, dann tritt in Österreich die allgemeine Impfpflicht in Kraft. dann tritt in Österreich die allgemeine Impfpflicht in Kraft. Noch selten wurde ein Gesetz im Vorfeld von einer derartigen gesellschaftlichen Streitwucht begleitet, aber ebenso selten hat ein Gesetz im österreichischen Nationalrat eine derart überzeugende Mehrheit gefunden. Aber dennoch, die Gräben, die rund um das Thema Corona-Pandemie-Bekämpfung aufgerissen wurden, bleiben bestehen. Die Konflikte haben sich in den vergangenen Monaten zunehmend erhärtet. Umso wichtiger wird es daher sein, tatsächlich auch Zweck und Zielsetzung der Impfpflicht besser zu kommunizieren, vor allem auch im Hinblick auf jene Menschen, die tatsächlich große Sorgen und Ängste haben, die angesichts der lauten und oftmals grölenden Corona-Proteste immer weniger wahrgenommen werden, aber dessen ungeachtet von der Politik entsprechende Beachtung finden müssen. Wie es jetzt weitergeht, was tatsächlich in Planung ist, beziehungsweise wie man auch mit diesen emotionalen Beunruhigungen tatsächlich umgehen kann, das wird uns jetzt in den kommenden 60 Minuten meiner Politikgespräche mit Vorwärtsfragen beschäftigen, wo ich mich freue, zwei sehr berufene Gäste bei mir im Studio begrüßen zu dürfen. Das ist gleich neben mir Margot Peters, Psychiaterin und sie ist auch stellvertretende Vorsitzende von Promethe Oberösterreich. Ich freue mich, dass Sie heute hierher gekommen sind und neben ihr sitzend Ralf Schalmeiner, Nationalratsabgeordneter der Grünen, hat wahrscheinlich am Gesetz zur Impfpflicht mitgewirkt. Er ist auch Gesundheitssprecher seiner Partei und ja, ich darf auch gleich mal mit Ihnen beginnen, Herr Schalmeiner. Die Impfpflicht kommt mit nächsten Dienstag. Ich habe noch bestens in Erinnerung, einen Tag nach Beschlussfassung im Nationalrat hat etwa Meinhard Lukas, Rektor der Johannes Kepler Universität hier in Linz, gesagt, er ist ja selber auch Jurist, die Regierung habe hier eine Impfpflicht auf den Weg gebracht mit angezogener Handbremse. Ich gebe die Frage gleich mal an Sie. Wie kommt man mit angezogener Handbremse bei einer derartig wichtigen Gesetzesentscheidung voran? Sehr gut sogar, weil die angezogene Handbremse bezieht sich ja darauf, dass wir eben ein sogenanntes Drei-Phasen-Modell umgesetzt haben. Das heißt, in der ersten Phase, die ja ab nächster Woche dann eben gültig sein wird, geht es einmal darum, dass die Menschen informiert werden, dass man die Menschen, die noch nicht geimpft sind, aber natürlich auch alle anderen, nur einmal über den Stand der Dinge eben aufklärt, dass man eben sagt, schaut her, das ist die Gefahr, die durch Covid eben ausgeht, das ist die Gefahr oder das mögliche Risiko einer Impfung. Warum ist der Nutzen einer Impfung Gefahr oder das mögliche Risiko einer Impfung. Warum ist der Nutzen einer Impfung deutlich größer als eben das Risiko? Also solche Informationen eben auch weitergibt, natürlich evident weitergibt. Das ist einmal die erste Aufgabe, die wir haben werden. Das ist diese erste Phase. In der zweiten Phase, die dann eben im März starten wird, ich glaube am 15. März, wenn ich es jetzt richtig im Kopf habe, wird dann eben die verpflichtende Impfung einmal zu einem Kontrolldelikt. Das heißt, wenn sie aufgehalten werden, kann der Polizist dann eben sagen, naja, wie schaut es aus, Führerschein, Fahrzeughand, Impfung, also Impfnachweis, haben Sie den dabei? Ja, habe ich dabei, okay, passt. Oder habe ich ihn nicht dabei, dann gibt es eben ein Organstrafmandat. Und dann gäbe es noch eine dritte Phase. Die dritte Phase würde bedeuten, dass eben die epidemiologische Situation, die es in Österreich erforderlich macht, automatisiertes Verfahren eben zu machen. Das heißt, wir haben angenommen im Herbst wieder eine derartig zugespitzte Situation mit Covid, dass wir sagen müssen, hey, 90 Prozent Durchimpfungsrate Minimum, weil ansonsten bekommen wir ein Problem. Dann geht das Ganze eben in einen automatisierten Prozess. Und der Rektor Lukas hat sich eben da meines Erachtens noch darauf bezogen, eben auf diese dritte Phase, wo wir alle miteinander sagen, eigentlich hoffen wir ja, dass es gar nicht so weit kommen muss, sondern dass wir eben erstens mal die Durchimpfungsrate davor schon so weit oben haben und dass wir zum anderen eben in der Pandemiebekämpfung so weit in eine Situation gelangen, wo auch die Pandemie uns nicht mehr so fordert wie beispielsweise in der vierten Welle bei Delta. Letzter Satz dazu vielleicht noch. Wir haben nämlich sehr gut gesehen in der vierten Welle bei Delta, was eine hohe Durchimpfungsrate ausmacht. Nämlich die Länder, die sehr, sehr hohe Durchimpfungsraten zu diesem Zeitpunkt hatten, die sind deutlich besser durch diese vierte Welle gekommen. Die haben zwar auch Inzidenzen noch und nöcher gehabt, also auch so wie bei uns in Österreich mit Neuinfektionsraten, die also wirklich durch jede Decke gegangen sind, aber viel, viel weniger Menschen, die in den Spitälern gelegen sind, viel, viel weniger Menschen, die auf die Intensivstation mussten, natürlich auch dementsprechend weniger Todesopfer, eben dann auch hinzunehmen hatten. Während wir eben hier in Österreich mit den damals ca. 60 bis 65 Prozent Durchimpfungsrate durchaus da wirklich ein großes Problem hatten. Frau Peters, das Thema ist sehr, sehr komplex und in der Kürze der Zeit können wir heute quasi nur punktuell es schaffen, Einblicke zu ermöglichen. nur punktuell es schaffen, Einblicke zu ermöglichen. Aber eine der Fragen, die sicherlich nicht nur mich von Anbeginn an dieser Pandemie wirklich sehr, sehr beschäftigt ist, ist mal angesichts dessen, dass Ängste von Menschen immer sehr ernst zu nehmen sind. Aber wie kommt es, dass so viele Menschen vor einer Impfung, die quasi gedacht ist, sozusagen heil zu bringen und sozusagen eine Besserung herbeizuführen, vielleicht auch das Instrument zur Bewältigung dieser Pandemie, dass da die Angst größer ist als vor dem todbringenden Virus selbst? Das hat mehrere Ursachen, denke ich. Also das eine ist einmal, wir sind hier in Europa, hier in Österreich sehr, sehr verwöhnt. Also wir haben eigentlich bei den üblichen Impfungen eine gute Durchimpfungsrate. Die Dinge, woran man früher gestorben ist, das heißt ja nicht Kinderkrankheiten, weil es Kinder bekommen, sondern weil Kinder daran gestorben sind, das ist bei uns kein Thema mehr. Wenn Sie dann nach Afrika schauen, schaut die Welt ganz anders aus. Also die Wirkung der Impfung oder was Impfungen können, das ist in den Menschen nicht mehr präsent. Und jetzt kommt da plötzlich ganz was Neues. Und man war einerseits ganz am Anfang, wenn Sie sich erinnern, da hat sich wer vorgeschummelt bei der Impfung. Da wollte jeder diese Impfung haben. Und jetzt, wo wir diese Impfung praktisch flächendeckend einsetzen können, gibt es einfach Vorbehalte, weil man nicht mehr weiß, was Impfungen können. Ich sage immer in diesem Zusammenhang, es gibt drei Meilensteine in der Medizin, wo sich wirklich etwas verändert hat. Einer dieser Meilensteine ist die Entdeckung der Narkose. Stellen Sie sich vor, wir hätten keine Narkose, was kann man alles nicht machen? Die Entdeckung der Antibiotika, einer banalen Lungenentzündung stirbt man heute nicht mehr. Und das Dritte ist die Impfung. Auch das hat sehr viele Menschenleben gerettet, aber wir waren Jahrzehnte verwöhnt, dass man gar nicht mehr weiß, was Impfen eigentlich heißt, was das überhaupt bedeutet, was das für einen Schutz macht. Und der andere Teil, warum so viele Menschen Angst haben, ist, glaube ich, ich bin davon überzeugt, der Umgang mit den Medien, vor allen Dingen mit den neuen Medien. Das sind sehr viele ja nicht gewohnt. Die Jungen können das sehr gut, aber sehr viele, auch schon die Älteren, darf ich sagen, sind mit diesen neuen Medien nicht so vertraut und nur weil etwas über irgendeine Plattform fünfmal kommt, wird es nicht richtiger. Und jeder kann alles dort hineinschreiben und das ist auch eher ein neues Phänomen für die mittleren bis älteren Menschen und die springen dann auf und alles, was ich dann im Internet oder wo auch immer lese, ist wahr und das stimmt eben nicht. Also da gibt es vielleicht die jungen Generationen, die mit dem kritischen Umgang das lernen, dass sie anders damit umgehen. Und das alles fördert Ängste. Halbwahrheiten fördert Ängste. Ein weiterer Punkt ist wahrscheinlich auch, dass die Entwicklung so rasch geht. Das ist für viele Menschen schwer nachvollziehbar, aber es ist so, das sind wir in der Medizin gewohnt, dass in einem halben Jahr sich wahnsinnig viel verändern kann, der Fortschritt rasant geht. Und diese Geschwindigkeit ist für viele Menschen zu schnell und die können sich gar nicht vorstellen, dass man heute deutlich mehr weiß als vor zwei Jahren. Und auch das macht wieder unsicher und macht wieder Angst. Also diese Angst hat viele Gesichter. Und bei manchen Patienten sehe ich auch, dass diese Angst eigentlich eine Stellvertreterangst ist. Da schlummert ganz was anderes im Hintergrund. Das muss man dann herausarbeiten. Und das ist eigentlich nur eine Stellvertreterangst. Die richtige Angst ist oft ein ganz anderes Thema. Auf das kommen wir ohnehin noch gründlich zu sprechen. Herr Schallmeiner, ich werde jetzt hier sicher keine Klagemauer errichten, mich davor stellen und auflisten, was die ÖVP-Grünen-Regierung seit zwei Jahren alles falsch gemacht hat. Dennoch ist eines erstaunlich, es ist mal so, um auch jetzt mal die Verhältnisse zurechtzurücken, dass ja doch 70 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher und der Menschen, die sich hier leben, sich bereits impfen haben lassen. Die, die das nicht tun oder dezidiert ausschließen, die sind mitunter auch sehr lautstark, repräsentieren aber keineswegs eine Mehrheit. Dennoch besteht in diesen Kreisen massive Zweifel an der Redlichkeit der Regierung. Sie sind da selber auch Objekt von Hassbotschaften, unglaublich starken verbalen Übergriffen, Drohungen. Worauf können Sie das zurückführen? Dahinter liegt ja letztendlich auch ein ganz massiver Vertrauensverlust doch einiger Menschen gegenüber der Politik. Wo ist dieses Vertrauen? Anfangs war ja zu Beginn der Pandemie die Vertrauenswerte ja gerade auch für die Grünen gar nicht so schlecht und das ist dann ganz massiv abgeflacht. Das ist jetzt natürlich irgendwo ein bisschen auch sich nach vortasten, was da der Hintergrund ist. Ganz viel liegt natürlich, finde ich, dort im Begraben, wo Sie eben auch gerade angesetzt haben, eben zu sagen, da gibt es eine Unsicherheit. Das, was ich vor zwei Jahren wusste, ist heute gänzlich etwas anderes. Diese Entwicklung, diese Geschwindigkeit, auch eine neue Technologie, die bei den Impfungen eben zum Einsatz kommt, wo ganz viele Leute totale Angst davor haben und sagen, neue Technologie und das ist ja nicht erforscht. In Wirklichkeit arbeitet die Wissenschaft seit fast 30 Jahren mit mRNA-Technologie. Also das ist sozusagen in der Breite der Bevölkerung nicht angekommen, obwohl es eben dort, wo die berufeneren, finde ich zumindest berufeneren Personen, damit sich eben auseinandersetzen ist, das ja sozusagen gang und gäbe, wenn man so möchte. Also das ist das eine. Das andere ist natürlich schon auch, es ist einfach eine furchtbar unangenehme Situation. Wir sind seit zwei Jahren in einer Situation, in diesem Dauerstress, in dieser Dauersituation. Seit zwei Jahren schalten wir am Abend den Fernseher ein und hören Covid-Zahlen, Corona das, Corona dort. Die einen schreien ganz laut, das ist ja alles nicht wahr. Bergamo hat ja nicht stattgefunden und versuchen dann auch noch irgendwelche Beweise oder mit irgendwelchen Fotos eben das zu beweisen, dass Bergamo so nie da war. Die anderen sagen ja, aber die Intensivstationen waren ja noch nie überlastet hier in Österreich und, und, und. Und du hechelst da immer hinterher. Du versuchst das natürlich richtig zu stellen. Ich argumentiere sehr, sehr viel, setze mich auch sehr, sehr viel mit dieser Kritik, die da eben auch hereinkommt, eben auch auseinander. Ich schreibe auch sehr, sehr vielen Mailschreiberinnen und Mailschreibern ja auch dann auch zurück, versuche da eben mit Fakten eben zu antworten. Nur mein Gefühl sagt mir halt eben auch, da bist du irgendwo in einem Punkt angekommen, wo einfach dann Aussage gegen Aussage steht und wie das halt dann immer auch ausgeht. Und da geht es halt einfach um etwas Emotionales. Die Leute haben einfach verständlicherweise irgendwo die Schnauze voll. Wenn ich seit zwei Jahren ein Ding, das ich nicht sehen kann, das ich nicht riechen kann, das ich nicht schmecken kann, das bestimmt mein Leben seit zwei Jahren, ganz massiv. Und dann kommt es noch dazu, da gibt es eine Unsicherheit und eine neue Technologie und eigentlich, naja, die Mitzitant und die Wettitant haben das ja eigentlich eh ganz anders irgendwie gesehen und das ist ja alles ganz anders und schau doch dorthin, in dem Land ist ja alles ganz anders. Also dieses Konglomerat und dazu kommt, glaube ich, vielleicht auch noch, nicht nur vielleicht, sondern ganz sicher sogar, kommt auch noch dieses Problem eben mit der Wissenschaft als solches, wie funktioniert wissenschaftlicher Diskurs, was bedeutet es, eine Evidenz zu haben, wie kann ich eine Evidenz widerlegen, nicht indem ich sozusagen sage, ich glaube da das nicht, sondern indem ich selber eben bessere Zahlen, bessere Daten, bessere Fakten eben präsentiere. Aber das kommt draußen in der Breite nicht an. Und dann gibt es natürlich noch immer dieses wunderbare Narrativ von wegen, es werden ja nicht alle gehört. Also dieses False Balancing, wo immer so getan wird, es gäbe ja so viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die mundtot gemacht werden. Und wenn man es sich dann eben im Detail ansieht, dann kommt man darauf, dass das erstens mal wirklich eine verschwindende Minderheit ist. Zum Zweiten genau dieser wissenschaftliche Diskurs aber bei dieser Minderheit auch nicht stattfindet, weil die sich eben nicht darum kümmern, bessere Zahlen, bessere Daten, bessere Fakten zu liefern, sondern einfach nur die Zahlen, die Daten, die Fakten, die am Tisch liegen, einfach einmal anzweifeln. Nämlich aus ihrer Funktion heraus und nicht deswegen, weil sie eben bessere Zahlen, Daten die Fakten, die am Tisch liegen, einfach einmal anzweifeln. Nämlich aus ihrer Funktion heraus und nicht deswegen, weil sie eben bessere Zahlen, Daten, Fakten eben hätten. Also ich glaube, diese Gesamtkonstellation inklusive diesem seit zwei Jahren in diesem Zustand, ich glaube, das ist der ganze Grund und das ist auch zutiefst menschlich, glaube ich. Also stellen Sie sich vor, wenn Sie seit zwei Jahren in so einem Zustand extreme Anspannung, vielleicht von vornherein schon ein bisschen ängstlicher oder was, das macht etwas mit den Menschen. Und dazu natürlich Social Media, ich sage nur Telegram, ich lese ja selber in vielen dieser Gruppen mit, was da teilweise aufgeworfen wird und dort eben für wahre Münze genommen wird, wäre vor zwei Jahren unvorstellbar gewesen. Es ist heute eigentlich fast die Normalität. Und so oft, wie ich in den letzten Tagen gehört habe, dass ich sowieso demnächst nach Nürnberg muss, weil dort wieder ein Tribunal auf mich wartet. Ja, es ist leider halt eben so und ich glaube, das ist auch der Punkt, wo wir ansetzen werden müssen. Wir werden uns Gedanken machen müssen, wie wir genau diese Gräben zuschütten. Wobei natürlich gerade mit diesem Beispiel Nürnberg und dem drohenden Tribunal eigentlich ein Punkt erreicht ist, wo meines Erachtens oder meiner Überzeugung zufolge eigentlich eine Dialogbereitschaft gar nicht mehr fruchten kann. Aber Frau Peters, was ich sicher nicht möchte, ist, dass wir diese Debatte zu stark pathologisieren, aber dennoch gibt es eine interessante Koinzidenz oder Übereinstimmung in den Entwicklungen. Wir sprechen ja schon lange Zeit vor Covid von einem deutlichen Zunehmen auch von psychischen Erkrankungen, ein unglaubliches Ansteigen von Depressionsraten. Menschen werden immer verzweifelter, sind orientierungslos, tun sich schwer in unserer Welt, weil ihnen auch immer sehr viel abverlangt wird, dieses Leistungsprinzip, das ja tatsächlich für viele sehr erdrückend ist. Inwieweit war da eigentlich schon vor der Pandemie schon sehr, sehr viel vorbereitet oder aufbereitet, dass dann eigentlich nur noch diesen Trigger gebraucht hat? Oder ist das von mir jetzt doch zu sehr herbeigeredet? Also das wissen wir über die Jahrzehnte hinweg beobachtet, dass die Anzahl der psychischen Erkrankungen zunehmen. Das gilt für ganz Europa, das ist kein österreichisches Phänomen. Man muss natürlich auch eins dazu sagen, die Zeiten sind einfach zunehmend schneller geworden und es sind zunehmend mehr Technik, die uns mit beeinflusst. Wenn Sie, braucht man nur im Studio schauen, was da alles an Technik herumsteht. Ganz ein banales Beispiel. Als ich ein kleines Kind war, haben wir überhaupt kein Telefon gehabt. Dann kam einmal das Achtel-Telefon, jetzt habe ich mindestens zwei Telefone in der Handtasche. Das sind aber alles Entwicklungsschritte, da muss man irgendwo mitkönnen. Und das ist für viele nicht machbar. Wir haben jetzt einfach eine neue Ära begonnen, das ist vergleichbar mit der Entdeckung der Dampfmaschine oder des elektrischen Lichtes, dass einfach ein gesellschaftlicher Umbruch passiert aufgrund von den neuen Techniken. Und das kann man jetzt so sagen, natürlich gibt es neue Arbeitsplätze, aber nicht jeder ist fähig für diesen neuen Arbeitsplatz. Und wenn Sie sich das anschauen mit den neuen Techniken, die wir jetzt eigentlich so haben, in jedem Beruf sind die einfacheren, die leichter bewältbaren Dinge weggefallen. Sie brauchen nur in eine Bank reingehen, da sind sie von Blech umzingelt die leichter bewältbaren Dinge weggefallen. Sie brauchen nur in eine Bank reingehen, da sind sie von Blech und Zingelt und vielleicht sehen sie einen Menschen. Eine banale Überweisung, das macht man sich halt alles selber. Man braucht halt eigentlich für viele Dinge, die nicht so komplex sind, brauche ich heute keine Menschen mehr. Gibt es auch in der Medizin ein normales EKG? Sagt man, am Ende ein normales EKG ist, alles ausgemessen, hab alles da, ich muss halt nichts mehr nachrechnen oder sonst irgendwas. Also einfache Dinge, es fallen weg. Und es fällt aber dann für viele Menschen am Arbeitsplatz weg und somit auch die Sinnstiftung weg. Es ist ja immer ganz wichtig, Arbeit ist ja nicht nur etwas, damit ich jetzt Geld bekomme, sondern es ist einfach Sinnstiftung. Und wenn es keinen Sinn hat aufzustehen, warum soll ich dann? Also das ist der Boden, den wir schon vor Corona gehabt haben und jetzt natürlich durch Kurzarbeit oder überhaupt Wegfall der Arbeit, durch die Quarantänemaßnahmen und und und ist es deutlich mehr geworden. Und das muss man halt auch sagen, alle die Dinge, die uns gut tun, oder wo man sich Erholung, Entspannung oder so holen könnte, ist immer wieder mal zwischendurch weggebrochen, beziehungsweise sehr komplex geworden. Es ist halt, ich kann halt nicht mehr einfach ins Theater gehen oder so, ich will mir in der Abendkasse was holen, ich brauche den PCR-Test. Und das ist, also viele Dinge, die gut tun, sind einfach weggefallen und das fehlt. Und nach zwei Jahren, so wie Sie gesagt haben, nach zwei Jahren Ausnahmezustand fehlt es schon sehr. Und ich kenne auch Leute, die sagen, ich bin schon mein drittes Paar Schuhe durchspaziert, ich mag nicht mehr spazieren gehen, aber was anderes kann ich nicht tun. Also diese Erholungsmechanismen fallen weg und das macht es einfach schwieriger. Herr Schallmeiner, zurück zur Impfpflicht. Ich kann es mir nicht verkneifen. Ich bin jetzt auch schon ein paar Jahre Österreicher. Und als Sie den Gesetzesentwurf vorgelegt haben und dann zur Beschlussfassung gekommen ist, habe ich mir gedacht, das ist wirklich wieder mal eine wunderbare österreichische Lösung. Da macht man mal Phase 1 bis zum 15. März, sagt, okay, wir müssen halt mehr Vermittlungsanstrengungen unternehmen, Kampagnen und sagen den Leuten, schaut her, wir haben hier eine Impfung und die Impfung bringt es und damit haben wir dann einen Großteil des Problems erledigt. Dann wird das zum Kontrolldelikt und in Wahrheit klingt auf allen Ebenen mit, die Regierung, sie auch, ihre Partei hofft oder hoffen, dass letztlich sich doch noch so viele impfen lassen, dass wir eine Impfnote erreichen, dass wir eigentlich noch vor der Phase 3 das Ganze wieder abblasen können. So kommt das rüber. Wo ist der Punkt, wo Sie wirklich auch als Politik, als Regierung Kante zeigen und wo ist der Punkt, wo Sie auch klar vermitteln, wir meinen es wirklich ernst? Ich finde es schön, dass es doch noch Menschen gibt, die sozusagen diese Ultima Ratio gar nicht so sehr als Ultima Ratio sehen, wie wir es jetzt vorgelegt haben, weil das habe ich in den letzten Tagen gar nicht so oft erlebt. Nein, ernsthaft, wir haben mit diesem Entwurf, haben wir schon versucht, auch das abzuholen, was eben an uns herangetragen wurde. Wenn man sich den allerersten Entwurf ansieht, der sehr straight war, der sehr hart eben war, von vornherein eben diesen automatisierten Prozess usw. hatte. Und wenn man sich jetzt den beschlossenen Entwurf ansieht, dann merkt man, da hat es eine gewisse Evolution gegeben. Die Evolution kommt aus zwei Bereichen. Das eine ist die durchaus sich verändernde epidemiologische Situation. Da hat es jetzt durchaus profunde Kenner der Materie gegeben, die gesagt haben, hey, gemacht, gemacht, schaut, dass wir da ein bisschen flexibler werden, dass man eben wirklich, dass man eben dieses Gesetz auch anpassen kann an die Situation, wie sie eben ist, wie das Virus mutiert, also muss auch das Gesetz sich mit mutieren können. Das ist das eine. Und das andere natürlich, es hat noch nie in der Geschichte dieser Republik derartig viele Zurufe, Begutachtungen, Stellungnahmen gegeben zu einem Gesetz wie dieses Mal. Also wir haben, ich sage immer 108.000 Stellungnahmen, die Gegnerinnen sagen immer es sind 200.000 Stellungnahmen, weil es eben zweimal eingebracht wurde, aber in Summe sagen wir 100.000 Stellungnahmen, die es eben gegeben hat. Aber es sind leider Stellungnahmen mit nur einem Satz. Ja, aber trotzdem, es hat eben auch sehr, sehr viele Stellungnahmen von eben dementsprechend eben Institutionen gegeben, von Stakeholdern, wie das heute so schön auf Neudeutsch heißt, die da sehr profunde Analysen eben auch abgeliefert haben und auch sehr gute Vorschläge gemacht haben. Da ist es darum gegangen, Impfpflicht mit 14 oder mit 18. Wir haben uns dann eben davon überzeugen lassen, dass es doch mit 18 die gescheitere Lösung ist. Dann natürlich eben die Frage, ganz viele haben dann nur einmal gesagt, hey, ihr müsst es trotzdem schauen, begleitend dazu, die Menschen zu motivieren. Wir müssen ja Gräben überwinden, wie ich erst gesagt habe, und Gräben kann ich nur dadurch überwinden, indem ich die Menschen auch motiviere, mit mir diesen Weg mitzugehen oder mit der Mehrheit diesen Weg mitzugehen. Also da haben wir schon auch auf eine Situation eben auch reagiert. Jetzt weiß ich schon, natürlich kann ich mir jetzt hinstellen und sagen, ja hart, und wir haben jetzt eine klare Kante und ab morgen wird kontrolliert und, und, und. Aber das ist ja nicht das, was wir brauchen. Dieses Land ist durchaus gespalten. Jetzt ist es nicht gespalten 50-50, also dagegen verwehre ich mich, sondern ich glaube eher 90-10 oder von mir aus 80-20. Aber trotzdem, das tut einer Gesellschaft auch nicht gut. Auch eben genau deswegen, weil ja eben auch diese, diejenigen, die sich da eben ausgeschlossen fühlen, ja auch dementsprechend laut sind und eben sich dementsprechend eben artikulieren. Und das ist, finde ich, gute grüne Tradition. Jetzt bin ich dort, wo auch unsere Partei steht, dass wir sagen, wir müssen auch diese Leute zumindest ernst nehmen. Ich muss ja nicht in einer anderen Meinung sein. Ich muss ja nicht sagen, ich finde es richtig, was du sagst. Und ich tue es auch nicht. Aber ich muss mir das zumindest anhören und ich muss es ernst nehmen im Sinne von, okay, ich nehme das mal mit. Ich kann da jetzt nicht versprechen, dass ich auf das wirklich eingehe oder dass ich das umsetze, was du sagst. Aber ich muss es mir zumindest anhören. Und ich glaube, das ist etwas, was eben einer gewachsenen, guten Demokratie wie der unseren einfach gut zu Gesicht steht. Deswegen, ich finde es gut, wenn jemand sagt, es ist nicht hart genug, weil dann ist eh Mission accomplished. Weil das Ziel muss es ja sein, dass wir eine vernünftige Durchimpfungsrate zusammenbekommen und nicht, dass ich jemanden bestrafe. Das Ziel dieses Gesetzes ist es nicht, möglichst viele Menschen zu bestrafen. Das Ziel dieses Gesetzes ist es, dass ich möglichst viele Menschen dazu bringe, sich impfen zu lassen, damit wir eben eine dementsprechend hohe Durchimpfungsquote haben, damit eben einerseits das Infektionsgeschehen in diesem Land ein anderes wird, damit Risikogruppen, die nicht geimpft werden können, besser geschützt werden und damit ich eben nicht wieder in einen Pandemieherbst und in einen Pandemiewinter reinkomme. Und wenn ich zehn Leute nur deswegen dann bestrafen muss, weil eben das Gesetz so ist, wie es ist, dann soll es mir recht sein. Hauptsache, wir haben die 90 Prozent erreicht. Das ist mir viel, viel wichtiger. Also mein Ziel. Können auch 85 sein und wir kommen auch schon durch. Ich möchte mich da jetzt nicht festlegen. Aber wichtig ist, dass wir entsprechend die Impfquote zusammenbringen. Das ist das Entscheidende. Nicht, dass ich da möglichst viele Leute bestrafe. Frau Peters, offensichtlich hat die österreichische Bundesregierung mit Social-Media-Anwendungen eines gemeinsam. Beide wollen mit Belohnsystemen arbeiten. Also in einem Fall ist halt der Gefällt-mir-Button, den man drücken kann. Die Regierung will sogenannte Anreize schaffen. Wie ist das mit den Anreizen und den Menschen? Welche Anreize wirken, beziehungsweise warum glaubt man, dass es Anreize benötigt, um Menschen zu überzeugen, etwas zu tun, was eigentlich blitzgescheit ist? Das ist eine ganz einfache Geschichte. Wir tun, glaube ich, alle nichts, wenn es in irgendeiner Belohnung dahinter steckt. Das geht für alles und alles. Das ist jetzt nicht so, wir versuchen zu lernen, um Wissen zu bekommen. Wir bewegen uns, weil es gesund ist. Man hat irgendetwas davon, dass man etwas tut. Und Anreize funktionieren dann am besten, wenn sie emotional besetzt sind. Also wenn man jetzt sagt, was du da kriegst. Also darum braucht es verschiedenste Anreize, weil das für Menschen etwas Unterschiedliches ist. Also mit einem Blumenstrauß alleine wird man nichts bewirken. Das wird zu wenig sein. Aber wenn es was emotional gut, was positiv besetzt ist, was ich unter Umständen dafür bekomme, dann ist das immer ein Anreiz, der mich motiviert. Ich glaube jetzt nicht, dass Menschen irgendetwas ohne Anreiz tun. Wir würden nicht da sitzen, wenn es nicht der Anreiz wäre, unser Wissen weiterzugeben. Sie würden die Sendung nicht machen, wenn das keiner anschaut. Also jeder hat von seiner Tätigkeit irgendeinen Anreiz, irgendeinen Benefit. Und wenn der emotional besetzt ist, dann schafft man es auch, mit der Impfung besser rüberzukommen. Das ist eine ganz einfache Geschichte, gut für alles. Herr Schalmeiner, Sie haben ja für großes Aufsehen gesorgt, weil Sie dann Ihre Regierung dann plötzlich mit Oppositionsführerin von der SPÖ, Randy Wagner, aufgetreten sind und eine Impflotterie ausgepriesen haben. Jede fünfte Impfung wird mit einem, wenn ich es richtig verstanden habe, 500 Euro Warengutschein belohnt. Ist das nicht eigentlich nicht eine Art von Aushöhlung schon wieder der Impfpflicht, die man gerade quasi auf den Weg gebracht hat? Also ich sehe das eher als begleitende Maßnahme. Wie schon gesagt, wir haben uns ja dazu committed, dass wir in dieser ersten Phase insbesondere die Menschen dazu bewegen wollen, diejenigen, die sich noch nicht impfen haben lassen, dazu bewegen wollen, dass sie sich eben impfen lassen. Eben durch Aufklärung, durch Information, durch Transparenz. Das ist das eine. Aber eben, Frau Dr. Peters hat es eh gerade richtig gesagt, indem wir eben auch Anreize schaffen. Nochmals, die Impfpflicht heißt ja nicht, wie ich erst gesagt habe, dass es mein Ziel ist, möglichst viele Menschen zu bestrafen oder mit der Knutte sie dazu zu bringen, in die Arztpraxen zur Impfung zu bringen, sondern einfach sie dazu zu bringen, bitte lasst euch impfen. Das ist die zentrale Aussage. Die zentrale Aussage ist nicht zu sagen, du musst, sondern die zentrale Aussage ist, bitte geh dich impfen. Impfen. Und wenn das eben so funktionieren soll, dann soll es halt so funktionieren. Ich bin jetzt selber auch nicht der größte Fan von diesen Lotterien oder von diesen Anreizsystemen, aber ich muss akzeptieren, wir haben es gesehen im Burgenland, dort hat eine Impflotterie einen dementsprechenden Erfolg gehabt. Wir haben es gesehen, so blöd es klingt, schauen wir bitte nach Deutschland, nach Thüringen, dort war es eine Rostbratwurst, die dort den Anreiz war, also der so ein großer Anreiz war, dass plötzlich die Leute gesagt haben, jetzt gehe ich doch impfen. Es war nicht der Anreiz, weil ich solidarisch bin, es war nicht der Anreiz, weil ich mich schütze, es war nicht der Anreiz, weil ich Angst vor Covid habe, deswegen eben unternehme ich etwas dagegen, sondern es war eine Bratwurst. Wenn das so sein soll, naja gut, dann bitte, dann machen wir es. Entscheidend nochmals, das Entscheidende ist, ich zumindest für meinen Teil, das ist jetzt mein Anreizsystem, ist, dass ich im Herbst 2022 nicht wieder in einen Pandemieherbst hineinkomme und dann in einen Pandemiewinter mit Lockdown, mit Beschränkungen, mit Kunst, Kultur abdrehen und, und, und. Und auch ein zweiter Anreiz für mich ist es, dass möglichst wenige Menschen sich eben mit Covid eben anstecken, weil da geht es ja nicht nur darum, dass ich dann vielleicht einen leichten Verlauf habe und es ist eh alles gut, sondern da gibt es ja dann eben so Dinge wie Long-Covid. Bei den Kindern gibt es dann noch PIMS, also dieser Immunsturm, wie man das ja eben auch nennt. Also da gibt es ja noch eine ganze Reihe von Langzeitfolgen, die uns ja als Gesellschaft, uns als Gesundheitswesen, uns als Staat, eben uns alle miteinander ja noch dementsprechend beschäftigen werden. Und es ist ja gescheit, wenn möglichst viele Menschen geimpft sind, damit diese Dinge nicht eintreten. Also bitte, wenn wir dafür eine Lotterie brauchen, soll es mir auch recht sein. Gut, Frau Peters, interessanterweise wird die Pandemie oder die Diskussion rund um die Pandemie oder wie wir da jetzt auch wieder rauskommen, sehr stark begleitet von einem immer wiederkehrenden Gegensatzpaar. Das Gegensatzpaar auf den Punkt gebracht heißt, da gibt es zum einen die sehr auf ihr Individuum bedachten Menschen, die sagen, es geht um mich, es geht um meinen Körper, um meine Unversehrtheit. Und dem gegenüber stehen eine ganze Menge Menschen, die sagen, es geht eigentlich um das Verständnis von einem solidarischen Gemeinwohl. Ist dieses Gegensatzpaar wirklich zutreffend? Dieses Gegensatzpaar wirklich zutreffend, ist das ein Teil des Problems, dass wir das immer als unversöhnlicher beobachten oder muss sich das gar nicht so sehr ausschließen? Also ich denke, das muss sich überhaupt nicht ausschließen, weil ich ein Teil des Systems bin. Keiner lebt ja auf einer Insel für sich alleine, sondern wir sind ein Teil des Systems und die kann man nicht wirklich herausnehmen aus der Solidargemeinschaft, das geht gar nicht. Die Solidargemeinschaft umfasst ja deutlich mehr, das fängt an, dass wir Steuern zahlen, um uns Schulen und Straßen leisten zu können. Auch das ist eine Solidarleistung, das ist nicht nur im Gesundheitsbereich so. Wenn jemand sagt, es geht mir nur um mich, denke ich, und er lässt sich impfen, weil nur er selber gesund bleiben will, denke ich, ist auch eine Motivation. Der andere Teil ist, die große Solidarität wird jetzt doch stark gefordert. Und das ist auch mit dem Verlauf jetzt geschuldet, dass manche sagen, ich will nicht mehr. Zuerst hat es geheißen, wir müssen unsere Alten schützen. Gut, die haben jetzt alle geschützt. Also die, die jetzt momentan die schützenswerteste Gruppe sind eigentlich die jungen Jugendlichen. Wer schützt die jetzt? Die schützen sich selber nicht. Wer schützt die jetzt? Und dieser Solidargedanke ist heute schon auch sehr strapaziert worden. Und ich glaube jetzt, wir sind da im Gegensatz zu fernöstlichen Ländern viel mehr Individuen. Das kommt bei uns nicht so gut an, obwohl es wir alle sind. Und es könnte sein, über die Hintertür, dass man wieder draufkommt, wie wichtig Gesellschaft ist, wie wichtig Solidarität ist, wie wichtig Gemeinschaft ist, weil wir es jetzt teilweise so lange nicht hatten. Vielleicht kommt es über die Hintertür wieder rein, dass das ein ganz wichtiger Wert ist, weil ja die großen Veranstaltungen und so weiter und so fort ist alles abgesaugt und wo man dann draufkommt, aha, also ich bin tatsächlich nicht alleine auf der Welt, sondern ich brauche auch die anderen Menschen und dann ist es aber auch, wird es wieder aha, also ich bin tatsächlich nicht alleine auf der Welt, sondern ich brauche auch die anderen Menschen. Und dann wird es wieder vielleicht, hoffe ich, leichter für andere Menschen da zu sein. Und ansonsten ist natürlich auch eine jahrzehntelange Erziehung der Gesellschaft so gewesen, ich will alles und sofort und jetzt. Und das geht jetzt nicht mehr. Und das ist auch das, wo es sich zu spießen beginnt. Dass einfach mir die Gesellschaft nicht mehr alles bieten kann. Aber ich sehe das nicht unversöhnlich. Glaube ich gar nicht. Das wird sich weiterentwickeln. Ich bin da sehr positiv, dass wir da wirklich einen gesellschaftlichen Entwicklungsschritt machen. Im Chinesischen heißt es Chance und Krise ist das gleiche Schriftzeichen. Und ich glaube, das ist jetzt wirklich die Krise, die man da wirklich als Chance sehen kann, dass sich die Gesellschaft weiterentwickelt, also Ganze. Da bin ich einfach Optimist. Chance der Krise, Herr Schalmeiner. Wir alle haben noch, glaube ich, in Erinnerung, zu Beginn der Pandemie, Frühjahr 2020, hat ja für großes Aufsehen gesorgt, Frühjahr 2020 hat ja für großes Aufsehen gesorgt, dass die ersten notwendigen logistischen Maßnahmen von allen Parteien im Nationalrat einstimmig getragen wurden. Dann folgte ein großes Dover-Boho und sehr viel Streit miteinander zum Thema Corona und in den Fragen Strategie und Bekämpfung der Pandemie. Jetzt aber, im vergangenen Donnerstag bei der Beschlussfassung zum Impfpflichtgesetz war die Zustimmung wiederum sehr groß von, glaube ich, 170 Stimmberechtigten, die verfügbar waren, haben 133 sich sozusagen über die Regierungsparteien hinweg für diese Impfpflicht ausgesprochen. Ist das nicht etwas, auf dem man eigentlich wieder aufbauen kann, dass das wieder so stärker in Richtung, ich will jetzt nicht dieses blöde Wort des Schulterschlusses strapazieren, aber dass das wieder mehr Gemeinsamkeit signalisiert und Sie das auch noch stärker nach außen tragen können, dass das eigentlich nicht jetzt sozusagen nur die verrückte Idee ist von Hardlinern in der Bundesregierung, sondern dass das schon auch wieder breiter gesellschaftlicher aufgestellt werden kann. Also ich weiß schon, das kriegt man dann manchmal, also kriegt man manchmal, kriegt man sehr oft gar nicht einmal so mit, aber es gibt ja in Wirklichkeit einen durchaus robusten Konsens im Nationalrat, nämlich unabhängig von dieser Beschlussfassung letzte Woche Donnerstag, der da lautet, es gibt vier Parteien im Nationalrat, die sehr eindeutig sind, was Impfung, was gesellschaftlichen Zusammenhalt, was auch den Umgang mit dieser Pandemie eben anbelangt. Es gibt eine Partei, die sich außerhalb dieses Konsenses hinstellt und eben da nicht mit dabei sein möchte. Das hat sich halt am Donnerstag wirklich gut manifestiert, weil eben hier es einen de facto Vier-Parteien-Beschluss gegeben hat. Das hat sich aber auch in der Vergangenheit schon des Öfteren so gezeigt. Also es hat immer auch nach diesen ersten Beschlussfassungen hat es immer wieder eben bei sehr wichtigen Gesetzen diese Beschlussfassung gegeben, wo drei oder eben auch sehr, sehr oft vier Parteien einer Meinung waren und wo man sich eben dann zusammengerauft hat, um eben dementsprechend eben sich eben auch wiederzufinden. Aber natürlich, der Donnerstag hat eben sehr wohl gezeigt, was eben dann noch möglich wäre, auch in der Außenwirkung. dann noch möglich wäre, auch in der Außenwirkung. In Summe muss ich halt auch dazu sagen, das war halt auch ein durchaus guter Prozess, den wir da eben aufgesetzt haben. Also vom Beginn der Vereinbarung, dass wir das eben machen wollen, bis zur Beschlussfassung war das eben ein sehr enges, durchaus auch sehr vertrauensvolles Verhältnis eben zwischen diesen vier Parteien, auch mit den Sozialpartnern, auch mit den Stakeholdern, die da eben mit einzubinden sind, wo man einfach wirklich diesen Prozess sehr breit aufgestellt hat, wo man eben aufeinander gehört hat, wo man Argumente sich angehört hat, wo man auch gesagt hat, okay, das sind die rote Linie, da muss ich, also das brauche ich. Und man gesagt hat, okay, dann schauen wir, dass wir die halt eben mit reinbekommen. Also das war schon ein ziemlich guter Prozess und zeigt auch, wenn es um was geht, dann sind eh diejenigen, die zusammenarbeiten wollen, denen es wirklich um Konstruktivität geht, sind eh willens, diese Konstruktivität eben auch an den Tag zu legen. eben auch an den Tag zu legen. Eine Partei hat sich halt von vornherein eben aus dieser Sache eben rausgenommen, aber nicht nur bei der Impfpflicht, sondern generell in den letzten zwei Jahren bei dieser ganzen Pandemiebekämpfung, bei diesen Werkzeugen, die wir halt eben brauchen, weil da ist eigentlich nicht wirklich viel Konstruktives in den letzten zwei Jahren leider Gottes gekommen. Wobei man natürlich sagen muss, da geht es dann oft nicht um die Sache selbst, sondern das ist natürlich auch eine ideale Strategie, eine Partei, die nach neuen Themen und Inhalten sucht, natürlich das auch neu zu besetzen. Aber da muss man schon auch, das mag da der Antrieb sein, aber es ist halt natürlich in der öffentlichen Wahrnehmung, kommt es halt dann immer so rüber, diese eine Partei macht beispielsweise einen Plan B aktuell, da kommt immer dieser Plan B, wir haben ja die große Alternative und wenn man dann eben dahinter schaut, dann kommt man darauf, da gibt es keinerlei Evidenzen dafür. Da werden Dinge einfach in den Raum gestellt und wird behauptet, naja, das wäre ja so viel gescheiter als eben die aktuellen Maßnahmen, die übrigens weltweit eigentlich sehr einheitlich sind. Und das muss man schon auch eben dann auch gerade rücken, weil in der öffentlichen Wahrnehmung sehr, sehr oft kommt, naja, ihr horcht ja nicht auf die Experten von denen, dass die halt eben leider Gottes keine Evidenzen in der Hand haben und dass jetzt, ich weiß schon, das Pferdeentwurmungsmittel ist eh schon totgelaufen, zum Glück, aber dass eben ein Pferdeentwurmungsmittel nicht der Weisheit letzter Schluss ist oder irgendwelche Bitterstoffe und Räucherwerk, da muss ich halt auch sagen, ja, aber in der öffentlichen Wahrnehmung kommt es manchmal wirklich so an, als ob da eben sozusagen wir jemanden ausschließen würden. Aber diese Partei oder diese Kräfte wollen ja auch nicht konstruktiv mitarbeiten. Das muss ich schon auch einmal so in die Mitte stellen. Frau Peters, viele warnen auch deshalb vor der Impfpflicht, weil sie damit die große Furcht verbinden, dass ohnehin schon vorhandene Konflikte in der Gesellschaft noch weiter eskalieren konnten, dass sich das immer weiter zuspitzt, dass Gräben aufgerissen werden, die wir vielleicht eines Tages gar nicht mehr zuschütten können. Deshalb auch, ich habe das ja auch für meinen Titel heute gewählt, sozusagen Impfpflicht als mögliche Belastungsprobe. Demgegenüber steht natürlich die Pandemie selbst, die ja für viele Menschen sowieso schon eine enorme Belastung mit sich gebracht hat und mit sich bringt. Und da möchte ich nochmal das Augenmerk ganz bewusst auf Jugendliche lenken. Also ich bin erschüttert, als ich dann auch lesen musste, dass etwa im Wiener AKH, kenne ich die Zahlen, sich die Anzahl der Suizidversuche bei Jugendlichen sich in Pandemiezeiten verdoppelt haben. Vielleicht können Sie uns ganz kurz nochmal ein bisschen einen Einblick geben, was diese Belastung genau bedeutet, woher sie rührt und warum Jugendliche in dieser Frage so ganz besonders vulnerable, also verletzlich sind. Gerade im jugendlichen Alter versucht man sich neu zu orientieren. Gerade die Bordete ist zum Beispiel so, ich bin nicht mehr Kind, ich möchte erwachsen werden. Und da braucht es unbedingt die Peergroup, die gleich alt kriegen, wo man sich gut orientieren kann und auch weiterentwickeln kann. Und da sind natürlich durch diese ganzen Lockdowns schon viele Sachen passiert, die zwar für die Pandemiebekämpfung unabdingbar waren, das ist jetzt keine Frage, aber natürlich gerade Jugendliche, die dann zu Hause sitzen, eigentlich nur mal vor irgendeinem Kastl, sprich vor dem Fernseher oder vom Computer, die tun sich da schon sehr schwer, besonders schwer tun sich dann Jugendliche, ich sage immer alle Erstklässler, also die sich Erste-Klasse-Gymnasium, Erste-Klasse-Volksschule, Erstes-Semester-Studium oder so, die sich untereinander noch gar nicht kennen, wo es diesen Austausch noch gar nicht gibt, an wen soll ich mich denn orientieren? ist, jetzt muss man auch dazu sagen, durch diese ganzen Lockdowns und einfach auch Kurzarbeit und so weiter und so fort, sind Familien deutlich mehr besammelt gewesen, als es sonst üblich ist. Und die Wohnungen sind jetzt nicht alle so, dass man sich wirklich gut aufteilen kann. Das heißt, natürlich man biegt aufeinander, man kann nicht in Abstand gehen. Eigentlich die Eltern regen die Jugendlichen auf, die Jugendlichen regen die Eltern auf und man kann nicht auf Distanz gehen und man kann sich nicht abreagieren. Das hat natürlich schon dazu geführt, dass da viele Dinge viel, viel gravierender worden sind. Und dann ist auch dazu gekommen, das muss man auch schon so benennen, dass sich viele diese Dinge, die jetzt so üblich und erforderlich sind, gar nicht leisten können. Und das macht natürlich gleich eine riesen soziale Kluft, wenn sie sich überlegen, sie haben eine Familie mit zwei Kindern und zwei sind im Homeoffice und die Kinder haben Distil. Also man braucht plötzlich viele Computer, viele Drucker. Das ist nicht für jeden selbstverständlich. Das heißt, die Kinder werden da auch noch einmal ausgegrenzt, weil sie nicht mithalten können, weil das gar nicht geht. So, ich habe kein Freizeitvergnügen, ich komme mit der Technik, mit der Schule nicht mit, weil es nicht geht. Zu Hause ist alles ganz furchtbar. Jetzt frage ich mich, was habe ich da für ein Lebensziel? Und die Pandemie dauert schon so lange, das nimmt offensichtlich kein Ende. Das sind natürlich alles Faktoren, wo man besonders dann auf die Jugendlichen schauen muss, dass man die wieder abholt, dass man die wieder in eine Gemeinschaft bringt, dass das soziale Lernen wieder funktioniert. Das geht aber auch noch viel weiter zurück. Die Kindergärten sind ja nicht nur Kinderaufbewahrungsstätten, sondern da lernen Kinder von Gleichaltrigen mit Gleichaltrigen. Also das zieht sich durch die ganze Kindheit und durch die Jugend durch und da werden wir schon noch einiges brauchen, dass das wieder ins Lot kommt. Herr Schalmeiner, wir haben jetzt gar nicht mehr so viel Zeit auf unserer Uhr, deshalb nochmal konkret auf unsere nächste und näheste Zukunft. Wie geht es jetzt konkret weiter? Sie haben den Beschluss gefasst im Nationalrat, die Impfpflicht tritt in Kraft, schon kommenden Dienstag. Sie haben ja sicherlich auch Ziele oder Erwartungen vor Augen. Was glauben Sie, wird alleine jetzt im Zeitraum bis 15. März tatsächlich die Anzahl der Impfungen steigen. Haben Sie da eine Größenordnung von 15% vor Augen oder 0,5%? Haben Sie sich Pläne überlegt? Was tun Sie, wenn das so nicht eintritt? Wie soll das jetzt ganz konkret im Alltag ausschauen? Da kann ich jetzt natürlich nur verlieren. Also auf die Frage kann ich jetzt nur verlieren, weil ich sage 15% und wir sitzen dann in drei Monaten zusammen und dann sind aber nur 10%, also dann habe ich verloren. Nein, ernsthaft, was jetzt in den nächsten Wochen und Monaten passieren wird, eben wie schon gesagt, Information, Werbung, Überzeugungsarbeit leisten, schauen, so viele Menschen wie möglich dazu zu bringen, sich impfen zu lassen, so viele Menschen wie möglich auch dazu zu bringen, sich boostern zu lassen. Wir reden ja immer sozusagen hier über das Impfen, aber es geht ja hier genauso auch ums Boostern, um diesen dritten Stich. Dann müssen wir natürlich uns anschauen, was sagt uns die Wissenschaft? Was sagen uns die Expertinnen und Experten? Wie ist der Ausblick eben auf den Sommer? Wie ist der Ausblick eben auf den Herbst? Was erwartet uns an Varianten, an Mutationen? Was sind da die möglichen Szenarien? Dann kommt natürlich, was wir nicht vergessen dürfen, wir reden zwar hier in der großen Aufregung immer nur über einen Impfstoff oder über eine Art Impfstoff. Es kommt jetzt im Februar ein bereits zugelassener neuer Impfstoff auf den Markt. Es kommt wahrscheinlich noch bis März oder April wahrscheinlich noch ein zweiter Impfstoff, der eben zugelassen wird. Der Proteinbasierte. Also die sogenannten Totimpfstoffe. Das sind alles Faktoren, die kann ich jetzt ehrlicherweise noch gar nicht einmal voraussagen. Wir haben jetzt in Wien, gibt es jetzt die Möglichkeit, sich eben vormerken zu lassen. Auch Oberösterreich hat jetzt in der Zwischenzeit damit gestartet. Das kann für manche Menschen auch wirklich eben ein Game Changer, ein persönlicher Game Changer sein. Weil die Nachfrage auch groß ist. Weil die halt dann sagen, okay, mit dem lasse ich mich dann doch impfen. Also das sollte man nicht unterschätzen, aber das sind jetzt alles Faktoren, wo man halt sagen muss, das ist jetzt wirklich schwierig zum Voraussagen. Also da müsste ich jetzt da reinschauen, das müsste meine Kristallkugel sein und dann also wirklich seriös das vorauszusagen und wir werden auch da in Wirklichkeit, auch in den nächsten Wochen und Monaten, auch wenn das sehr nervig ist und auch wenn das etwas ist, was wir alle miteinander nicht mehr haben wollen, aber wir werden uns da immer auf Sicht, auf einen Monat im Vorhinein, sechs Wochen im Vorhinein, das wird so immer so circa die Sicht sein, auf die wir eben arbeiten werden. Das ist auch der Grund, warum eben das Gesetz so geworden ist, wie es geworden ist, warum es insgesamt sieben Verordnungsermächtigungen in diesem Gesetz gibt, also Möglichkeiten für den Minister im Zusammenspiel mit dem Parlament, im Zusammenspiel mit dem Hauptausschuss des Parlaments sozusagen Rahmenbedingungen zu definieren. Also das Gesetz ist der Rahmen, aber eben diese Verordnungsermächtigungen ein Gesetz gibt. Wir haben hier sehr, sehr viele reingegeben, weil es eben derartig viele Unbekannte auch gibt. Eben neue Impfstoffe, wie schon gesagt, epidemiologische Situation, Durchimpfungsraten. Was ist, wenn die Wissenschaft jetzt beispielsweise, Biontech hat heute begonnen, mit der klinischen Studie eben für einen eigenen Omikron-Impfstoff eben zu beginnen. Wann die kommen und sagen, hey, da ist uns jetzt ganz genau das gelungen, was wir gebraucht haben. Wir kommen sogar vielleicht mit einer Teilimpfung in Zukunft aus. Also das sind alles Faktoren und die werden wir in den nächsten Wochen und Monaten einpreisen. Das Ziel, das kann ich nur sagen, das Ziel ist es, dass wir keinen derartigen Herbst wie den letzten wieder erleben müssen 2022. Also das heißt, das Ziel muss sein, keinen Lockdown, weil wir eben die Intensivstationen übergehend haben und auch keine derartigen Einschränkungen mehr, wie wir es eben jetzt im Herbst gehabt haben. Das ist das Ziel. Und da werden wir uns halt nach vorne tasten müssen. Ich würde sagen, immer mit vier bis sechs Wochen im Vorfeld, also im Blick, so werden wir halt arbeiten müssen. Das ist unangenehm, weil das ist in Wirklichkeit nicht die Antwort, die wir alle gerne hätten. Ich würde Ihnen jetzt schon ganz gerne auf die nächsten zwei Jahre einen Ausblick geben und Ihnen sagen, so und nächstes Jahr machen wir das, das und das. Ich spüre es leider nicht. So ehrlich muss man sein. Frau Peters, bis wir alle ein bisschen mehr Klarheit haben, wird es wahrscheinlich noch ganz, ganz viele sogenannte Corona-Proteste geben. Da haben wir ja jetzt auch zunehmend sehr unliebsame Erfahrungen damit machen müssen. Natürlich, Höhepunkt war wiederum zuletzt die Sekundgebung der kröhlenden Corona-Leugner, Gegner, wie auch immer sie zu bezeichnen sind, da vor einem Kinderhort in der Stadt. Das hat natürlich auch die Öffentlichkeit eigentlich sehr aufgeschreckt. Können Sie uns ganz kurz vielleicht ein bisschen besser zum Verständnis beitragen, was ist eigentlich mit diesen Leuten los? Das sind ja Menschen, die da protestieren. Die sind ja eigentlich im Alltag Menschen, die selber auch von anderen sehr viel Gesetzestreue abverlangen, die gute Bürger, Bürgerinnen sein wollen, sehr pflichtbewusst. Bürger, Bürgerinnen sein wollen, sehr pflichtbewusst, welcher Teufel reitet sie, dass sie plötzlich dann doch solche kollektive Kontrollverluste erleben und gerade bei diesem Thema eigentlich völlig neben die Spur geraten? Also ich glaube, gerade wie das jetzt war bei dem Hort, da ist man so in dem Sog der Demo drinnen, dass man überhaupt nicht mehr überlegt, was ist denn das jetzt für eine Konsequenz, was mache ich denn da, bis ins Letzte ist das nicht durchgedacht. Ich glaube, diese Dinge passieren dann in der aufgeheizten Stimmung, dass man dann einfach auch Dinge macht, die wirklich nicht gehen. Das ist sowas von ein No-Go. Und ich glaube, wenn man jeden Einzelnen da fragen würde, würdest du vor so einem Hort, vor einer Schule oder vor einem Krankenhaus einfach so demonstrieren, jeder Einzelne würde da Nein sagen. Aber natürlich in der Masse, wenn die Stimmung aufgeheizt ist und da haben wir jetzt und da können wir jetzt, da braucht es nur einen Redelführer und der Rest läuft hinten nach. ist ein bisschen das Problem und da hoffe ich auch schon auf diese neuen Impfstoffe. Diese Menschen sind so in dieser Schiene drinnen und haben kein Ausstiegsszenario. Die würden ihr Gesicht verlieren, wenn es jetzt plötzlich anders wäre. Also wenn ich jetzt mein ganzes Herzblut in diese Demo hineinschmeiße und meine Freizeit und alles und meine Stimme da laut werden lasse und dann sage ich auf einmal, danke, das war es jetzt. Das geht nicht. Da ist ein Gesichtsverlust, man fällt aus dieser Gruppe heraus. Ich habe das zuerst schon einmal gesagt, wir haben sehr viele Veranstaltungen nicht mehr, wo man sich in der Gruppe fühlen kann, das haben wir nicht. Also bin ich da jetzt in einer Gruppe, fahre ich aus dieser Gruppe raus, bin ich ganz alleine. Also das sind wahrscheinlich diese Phänomene, das ist nicht, also ich bin ein grenzenloser Optimist, aber ich gehe da wirklich davon aus, dass das nicht geplant war, sondern dass das wirklich passiert ist, dass man da die Kinder da schreckt. Und im Nachhinein betrachtet, glaube ich, ist das den meisten sowieso zu blöd. Also ich gehe davon aus, dass die Menschen einfach so ticken. Also ich gehe davon aus, dass die Menschen einfach so ticken. Es sind Massenphänomene, die haben wir jetzt nicht nur bei den Demonstrationen, sondern das haben sie auch, keine Ahnung, wenn ein Österreicher die Streife gewinnt, dann ist ganz Österreich in einem Massensog drinnen und wir sind alle wunderbar drauf. Wenn ein Schweizer gewinnt, schaut die Welt anders aus. und wir sind alle wunderbar drauf. Wenn es ein Schweizer gewinnt, schaut die Welt anders aus. Oder Fußball oder so. Also das geht sehr viel immer mit der Masse. Konzerte und so. Da ist man in einem Massensorg drinnen. Einer alleine würde das nicht tun. Das ist natürlich auch ein Gruppenphänomen, wo man sich dann auch traut. Ich glaube, alleine würde das ganz anders ausschauen. Weil es eben auch so Identitätsstiften gibt. Natürlich. Ich habe unter Umständen keinen Job. Ich sitze zu Hause im Homeoffice. Ich habe eigentlich keinen Austausch mit irgendwelchen Menschen. Das ist der Nachteil vom Homeoffice. Das ist ja recht schön, von zu Hause zu arbeiten. Aber wenn der kollegiale Austausch fehlt und sei es jetzt nur, wenn man sich einen Kaffee holt oder sagt, guten Morgen sagt, das fehlt alles. Und wenn ich dann in einer Gruppe drinnen bin, wo ich eine gewisse Form der Anerkennung bekomme, nämlich direkt, dann macht man da mit. Und ich glaube auch, dass wenn, so wie Sie gesagt haben, wenn wir wieder in den normalen Herbst gehen, wo nicht dieser ganze Lockdown und so weiter sein muss, dann wird das auch etwas abeppen, weil dann muss ich nicht mehr eine Gesellschaft suchen, die vielleicht im Grunde meines Herzens eh nicht will. Ich bin schon davon überzeugt, es gibt einige Menschen, die haben Angst vor dieser Impfung. Da werden neue Impfstoffe ein Ausstiegsszenario sein. Und es gibt ein paar, die brauchen es laut. Und ich glaube, das sind die minimalste Gruppe. Und jetzt gibt ein paar, die brauchen es laut. Ich glaube, das sind die minimalste Gruppe. Und jetzt sind halt die, die Angst haben vor der Impfung oder die solche Lockdown-Geschichten nicht mehr wollen, gehen mit den Lauten mit und deshalb erscheint es, als ob das mehrere wären. Es sind nicht viele. Und die große Mehrheit, Sie haben es gesagt, beim Gesetzesbeschluss, die große Mehrheit ist Sie haben es gesagt beim Gesetzesbeschluss, die große Mehrheit ist einsichtig und sagt, ja, da müssen wir jetzt durch. Es freut niemanden mehr. Ja, nicht. Freut niemanden mehr. Aber selbstverständlich, wir testen, wir machen, wir tragen die Masken, wir sind geimpft. Also das ist selbstverständlich und das ist die große Mehrheit. Und ich glaube schon, und das würde mir auch ein bisschen durchaus mehr von den Medien wünschen, dass man das öfter sagt. Dass nicht eine verschwindende Gruppe ganz viel Platz bekommt und die Mehrheit eigentlich unterm Tisch fällt. Die sehr ordentlich das alles umsetzt, wirklich gewissenhaft ist und die das eigentlich gut machen wollen. Also da glaube ich, wäre so ein bisschen auch der Wunsch an diverse Medien, dass man die positive Mehrheit auch hervorhebt und nicht mehr die Schreier. Wir tun bei DorfTV unser Bestes, aber noch haben wir ein paar Minuten auf unserer Uhr, Herr Schallmeiner. Ein Punkt ist meines Erachtens gerade jetzt auch im Hinblick auf die weitere Zukunft ganz besonders interessant. Es gibt eine ganze Menge politische Beobachterinnen und Beobachter, auch so in der politikwissenschaftlichen Diskussion, die sagen, dass das, was wir jetzt erleben rund um Corona und die Proteste und das, was da so an Wut sich von unten aufstaut und sich entlädt, auch in teilweise, was ja auch Oliver Nachtwey, der Soziologe, sagt, es ist die erstmalig tagetretende postmoderne Bewegung, wo man gar nicht genau weiß, wofür die eigentlich steht, aber dass das eigentlich für uns alle erst ein Probelauf ist für das, was auf uns zukommt, nämlich dann mit dem Klimathema, Klimakrise und wenn es darum geht, die Klimakatastrophe abzuwenden, weil da wird den Menschen sehr, sehr viel noch abverlangt werden. Das ist natürlich etwas, was natürlich in den grünen Gassen ganz besonders gut aufgehoben ist. Was lernen Sie eigentlich als Grüner aus all dem jetzt, wenn da jetzt noch tatsächlich, ich meine, die Pandemie wird abeppen, irgendwann wird es endemisch, wir werden darüber reden wie mit einer Grippe und dann haben wir aber erst so richtig den großen Hammer mit der Klimakrise, wo dann vielleicht die Menschen auf die Straße gehen, aber dann wirklich noch viel mehr, noch lauter schreien und sagen, sie lassen sich das Autofahren sicher nicht verbieten. Das ist aber, erstens finde ich es schön, dass das jetzt wieder ein grünes Thema ist. Es ist, glaube ich, ein gesamtgesellschaftliches Thema. Also das ist, glaube ich, relativ egal, weil es wird uns alle miteinander treffen und wir werden alle miteinander... Sie haben zuletzt nur das Klima. Aber am Ende sind wir, glaube ich, in der Zwischenzeit ist es, glaube ich, bis auf eine harte Minderheit, glaube ich, überall angekommen, dass es ein Thema ist. Also das muss man schon sagen und wir werden uns auch damit auseinandersetzen müssen, nur in einem gebe ich ja nicht Recht, zu sagen, jetzt werden wir die Pandemie bekämpfen und dann kommt das nächste große Thema. Dieses nächste große Thema ist in Wirklichkeit die ganze Zeit über da und wir haben es ja auch gesehen, also die Häme gegenüber den Jugendlichen von Fridays for Future aus bestimmten Ecken, die kennen wir ja. Die ist ja übrigens, lustigerweise ist ja die durchaus deckungsgleich mit so manchen Corona-Leugnerinnen und Leugnern. Und da sage ich jetzt ganz bewusst Leugner. Also da gibt es ja durchaus auch eine Deckungsgleiche zwischen beiden Bewegungen. Und zwar nicht ganz so groß, wie man es vielleicht auf den ersten Blick annehmen möchte, aber sie ist da. Bewegungen zwar nicht ganz so groß, wie man es vielleicht auf den ersten Blick annehmen möchte, aber sie ist da. Ernsthaft, es zeigt uns natürlich schon etwas, nämlich dieses Abholen, dieses Vordenken, was könnten Befürchtungen, Ängste sein, wo können wir die abholen? Ganz abholen werden wir es aber nicht können, weil es geht dann eben auch um so Dinge wie beispielsweise, die wollen mir das Auto wegnehmen, die wollen mich sozusagen in meiner Mobilität beschränken. Naja, in deiner Mobilität wollen wir dich natürlich nicht beschränken, sondern wir wollen doch eben eine Alternative bieten dazu, dass du dich eben alleine in ein Auto reinsetzt. Was ist so schlecht daran, wenn du den gleichen Weg mit 20 anderen, mit 50 anderen machen kannst und dabei eben vielleicht auch noch was fürs Klima tust. Aber so wird das halt eben aufgenommen. Man muss halt schon, oder wir als Politik werden schauen müssen, wie können wir diese Fragestellungen abholen, nämlich proaktiv abholen und nicht darauf warten, bis sie uns gestellt werden und bis dann eben die ersten 100 am Hauptplatz stehen und dann eben laut schreien und sagen, sie nehmen uns das Auto weg, they are taking us to jobs. Also diese Geschichte, das werden wir proaktiv abholen müssen, das haben wir jetzt umso mehr gesehen. Aber es wird, da mache ich mir nichts vor, es wird auch weiterhin nicht ganz ohne diese lauten Stimmen gehen. Und es wird auch da hoffentlich eine Minderheit, dass es bleibt, eine Minderheit geben, die auch da ganz, ganz laut schreien wird. Und es gibt ja auch nicht wenige, die bis heute davon ausgehen, dass die Luft, die vom Diesel angesaugt wird, schlechter ist als das, was hinten beim Auspuff rauskommt. Also auch das gibt. Und da werden wir halt auch weiterhin nur mit Wissenschaft und Evidenz entgegenhalten können. Ja, wir werden dranbleiben. Frau Peters, Sie haben jetzt das Schlusswort. Wir alle werden jetzt im Alltag erleben, dass die Debatten in den Familien, in den Freundeskreisen, wo auch immer, sicher nicht weniger werden, rund um das Impfen und das Thema richtige Strategien zur Pandemiebekämpfung, sondern wahrscheinlich werden wir da wieder ein Ansteigen erleben. Was können denn Sie raten, auch aus Ihrer Erfahrung, wie man damit umgehen soll? Wir haben schon gesagt, es gibt Punkte in der Debatte, wo eigentlich die Dialogbereitschaft ein Ende finden muss, wenn es um Drohungen geht, wenn Gewalt im Spiel ist und so weiter oder Hass oder Hetze. Aber doch, wenn man das Gefühl hat, ja, da ist auch nicht Hopf und Malz verloren, wie kann man denn damit umgehen, was kann man tun, wie kann sowas überhaupt ausschauen, damit man diese doch sehr festgefahrenen Fronten, zumindest im Zwischenmenschlichen, ein bisschen aufweichen kann und wieder zu einem Gespräch findet. Also das Wichtigste ist einmal, dass man überhaupt im Gespräch bleibt. Also Gesprächsabbruch wäre dann das ganz Verkehrte. Und wie Sie jetzt schon ein paar Mal gesagt haben, ganz wichtig ist zuhören. Ich muss genau hinhören, was ist der Hintergrund. Wenn man jetzt jemand mit Zahlen, Daten, Fakten kommt, die einfach nicht stimmen, dann kann ich mit Zahlen, Daten, Fakten antworten, die stimmen. Ich muss das natürlich gut belegen können. Wenn das jetzt eine emotionale Geschichte ist, wenn da jetzt irgendwelche Ängste auftauchen, dann kann man es genau hinhören, woher kommen diese Ängste, wieso sind die jetzt da und das Wichtigste ist, viel fragen. auch gar nichts. Aber wenn ich durch viele Fragen dem anderen erstens einmal zum Nachdenken bringe, wie kommst du auf das? Woher weißt du das? Wo hast du das gelesen? Mit solchen Fragen kommt man gut weiter. Das heißt, ich fürchte mich einfach oder ich habe Angst davor. Woher kommen die Ängste? Kann man das näher beschreiben? Ist es immer gleich? Mit vielen Fragen fühlt sich erstens einmal das Gegenüber ernst genommen, wenn man wirklich interessiert fragt und nicht nur irgendwelche Worthülsen von sich gibt und dass man wirklich dann auch versucht, das aufzugreifen, was ist es denn? Was ist da der Hintergrund? Woher kommen diese falschen Annahmen? Woher kommen diese Ängste? Dann kann man durchaus wirklich auch im Gespräch bleiben. Und wichtig ist auch, dass man den anderen sagt, ich respektiere deine Meinung. Das ist okay. Aber es gibt eine rote Linie und da sind wir jetzt bei Gewalt, bei Hetze, bei Hass, das geht gar nicht. Aber ich respektiere, du darfst so sein, wie du bist, aber ansonsten ist ganz klar, wenn jemand ungeimpft, wo ich weiß, dass der sich allen möglichen Menschen aussetzt, da jetzt herum, dann bestehe ich darauf, dass er eine Maske trägt. Oder wenn er mit mir in Kontakt ist, dann will ich, dass der getestet ist. Das ist dann mein Recht, dass ich mich herausnehme, weil ich mich schützen möchte. Ich muss mich dem nicht aussetzen, aber es muss sich keiner impfen. Also wenn er sagt, ich will mich nicht impfen, dann soll er es tun, aber dann bitte die Maßnahmen. Und ich glaube, diese Maßnahmen sind unterm Strich schon so unangenehm, dass es vielleicht durchaus ein Ansatzpunkt sein kann, also bevor ich mich zum 26. Mal in irgendeinen Stab irgendwo reinetze, einmal die Nadel und die Sache ist vorbei. aber in der Familie auf alle Fälle im Gespräch bleiben und die Gräben und die nicht größer brauchen, als sie schon sind. Und ich bin überzeugt davon, dass jetzt die neuen Impfstoffe, die kommen, ein Ausstiegsszenario sein können von den Leuten, die sich bis jetzt gefürchtet haben. Und dass man wirklich auch gut darauf schaut, dass wir gut miteinander weitertun. Und so wie Sie zuerst gesagt haben mit dieser sogenannten grünen Thematik, allen Menschen recht getan ist eine Kunst, die niemand kann. Das nenne ich doch mal als Schlusswort. Vielen herzlichen Dank Ihnen beiden, Margot Peters, als Büchaterin, stellvertretende Vorsitzende von Promethe hier in Oberösterreich, sowie Ralf Schallmeiner, Nationalratsabgeordneter und Gesundheitssprecher der Grünen. War eine spannende Debatte, wir werden dranbleiben. Großes Dankeschön natürlich wieder an die Zuseherinnen und Zuseher von DorfTV, die mit großem Interesse dabei waren. Die nächste Sendung kommt bereits nächste Woche, diesmal nicht am Dienstag, sondern am Donnerstag, 3. Februar, wieder um 17.30 Uhr hier aus dem Studio. Dann geht es um 20 Jahre Euro und um die Frage, was hat denn die Gemeinschaftswährung tatsächlich für die europäische Integration getan? In diesem Sinne darf ich mich verabschieden, wie immer mit dem Ersuchen schließen. Bleiben Sie dem Sende Ihres Vertrauens, nämlich DorfTV auch weiterhin gewogen. Vielen herzlichen Dank, auf Wiedersehen und bis bald.