Direkt zum Inhalt

%title

Selbstverständnis und Anspruch von dorf tv

Seit seinem Sendestart am 22. Juni 2010 bereichert DORF TV die oberösterreichische Medienlandschaft mit einem innovativen TV-Angebot, bei dem die OberösterreicherInnen selbst auch Regie führen können.

DORF TV ist ein partizipativer und „userInnen-generierter“ Fernsehsender für Linz und Oberösterreich. DORF steht für Der-Offene-Rund-Funk“. Nach dem Prinzip „Einfach produzieren“ wird das Programm mehrheitlich unentgeltlich von den Menschen und Initiativen aus Oberösterreich gestaltet.

Das Team von DORF TV unterstützt die ProduzentInnen in ihrer Arbeit, vermittelt in Workshops und individueller Betreuung das notwendig Know How, bietet Produktionsmöglichkeiten, Schnittplätze, Leihgeräte und stellt neben einem ausgestatteten Live-Sendestudio am Linzer Hauptplatz auch mobile Übertragungs- und Aufnahmesets zur Verfügung.

Das Motto von DORF TV: Einfach Produzieren. Niedrigschwellig im Zugang.  Zugleich Radikal, experimentell und offen in der Ästhetik.
Größtmögliche Niederschwelligkeit mit den Möglichkeiten der verfügbaren Technologien. 

Ergänzend zum userInnen-generierten Programm hat DORF TV auch Sendungsformate, die von fixangestellten oder freien MitarbeiterInnen im Auftrag der Programmleitung von DORF TV gestaltet werden: Hierbei handelt es sich um Sendung zu aktuellen gesellschaftspolitischen, sozialen, künstlerischen oder kulturellen Themen. Diese Sendungsformate sind in der Auswahl der Themen und Inhalte bewusst „komplementär“ zum herkömmlichen Medienangebot programmiert.

Rund 120.000 oberösterreichische Haushalte empfangen DORF TV über Kabel oder Antenne. Auf www.dorftv.at wird das Programm als Livestream und On Demand angeboten. Die Mediathek www.dorftv.at bietet die Möglichkeit fast alles gesendete online nachzusehen: mit beinahe 10.000 archivierten Sendungen, Dokumentationen, Trickfilmen, Kunstvideos, redaktionellen Beiträgen und Clips ein einzigartiges und vor allem frei zugängliches „digitales Gedächtnis“ dieser Region.

Gegenwärtig werden bei DORF TV im Tagesdurchschnitt bis zu 2 Stunden Programm erstausgestrahlt. Gemessen an der Programmproduktion ist DORF TV damit mit Abstand der größte Fernsehveranstalter des Bundeslandes. Etwa 100 Personen und Personengruppen produzieren regelmäßig für den Sender. Mehr als 600 UserInnen sind online als ProduzentInnen registriert. Das Archiv weist mehr als 160 unterschiedliche Channels/Sendereihen auf. 

Viele der Inhalte und Themen, die auf DORF TV eine Plattform finden, werden von kommerziellen Medien und dem ORF weitgehend vernachlässigt. Vor allem Kunst- und Kulturschaffende, Filmschaffende, MigrantInnen oder zivilgesellschaftlich Engagierte beklagen sich zu Recht seit Jahren über fehlende Präsenz und Berichterstattung in den regionalen Medien. 

In diesem Sinne ist DORF TV eine echte Alternative zu dem was es schon gibt.

Hinter DORF TV steht die gemeinnützige DORF TV GmbH, an der u.a. das Medien Kultur Haus in Wels, das Jugendkulturzentrum „röda“ in Steyr, das Linzer Radio FRO, die Community TV Initiative MATRIX, das Filmfestival „Crossing Europe“ und das Programmkino „Moviemento“ beteiligt ist. Nach dem „Theater Phönix“ ist DORF TV die größte Freie und unabhängige Einrichtung in der Stadt.

DORF TV ist angetreten - analog zur freien Benutzung von Verkehrswegen - auch den freien und demokratischen Zugang zum Informationsverkehr im Bereich des Fernsehens zu ermöglichen. Der Anspruch lautet: „Freie Information um der Information willen“. Und: Freier Zugang zum Medium Fernsehen.

Neben dem zivilgesellschaftlichen Engagement ist es vor allem das breite – und medial immer mehr vernachlässigte - künstlerische und kulturelle Schaffen dieser Stadt, das sich im Programm wiederfindet. Vom Kunstmuseum LENTOS bis zu freien Initiative „Feminismus und Krawall“ : Hunderte Einrichtungen, freie Initiativen, Video- und Filmschaffende, Künstlerinnen und Künstler waren bereits im „DORF“ zu sehen. Nirgendwo in der oberösterreichischen Fernsehlandschaft findet sich eine derartige Vielfalt an kulturellen und künstlerischen Inhalten.

Die vielfältigen kulturellen und zivilgesellschaftlichen Anliegen bekommen mit DORF TV eine zusätzliche Öffentlichkeit.  „Fernsehen-selber-machen“ ist auch Empowerment und bereits selbst ein wertvoller Beitrag zur regionalen Kulturproduktion. Jede/r gestaltet ihre/seine Inhalte selbst und transportiert dadurch auch ein authentisches Bild von dem, was gezeigt und angesprochen werden soll – ohne auf Verwertungsinteressen Rücksicht nehmen zu müssen.

Großer Wert wird bei DORF TV auf die Einbeziehung des „State of the Art“ technologischer Entwicklungen und die netzorientierte Praxis jüngerer Generationen gelegt, die mit Smartphones, Youtube und Facebook bestens vertraut sind. Diese Philosophie öffnet das Fernsehen für eine Dimension der alltäglichen Produktion, die sich in den Nischen der Social Interest und Community Szenen des Netzes abspielt und nur den „Eingeweihten“ der jeweiligen Szenen zugänglich ist. Mit dem Fernsehen als Distributionsmedium für diese Produktionen werden die regionalen Informationskreisläufe zusätzlich aktiviert und gestärkt. Der lineare Ablauf des Sendens eröffnet Blicke, die ansonsten im Hypertext untergehen. 

Der ständige mediale Overflow an Information mit all den katastrophalen Bildern und Emotionen überfordert und paralysiert eher, als dass er zum Handeln anregt. Die Aktivierung regionaler Informationskreisläufe führt zu Überschaubarkeit und Unmittelbarkeit: Beides sind Voraussetzung und Anregung, um sich zu beteiligen.

„Einfach produzieren“ ist nicht nur die programmatische Aufforderung, die Initiative zu ergreifen - sondern steht auch für einen ästhetischen Anspruch. Fernsehen auf die Einfachheit und Normalität herunterzubrechen und jenen „feinstofflichen Zwischentönen“ Raum zu geben, die im Mediengetöse untergehen.

Wie kein anderer Sender setzte DORF TV von Anfang an auf die Verschränkung von Internet und klassischem Fernsehen: Vom Community TV zum UserInnen-generierten Fernsehen. Die Möglichkeit, online ein Video hoch zuladen, das auch im Fernsehen gesendet wird, ist nach wie vor einzigartig in der österreichischen Fernsehlandschaft.  Was vielen VideoproduzentInnen im Web bereits geläufig ist, findet bei DORF TV seine Anwendung für das Fernsehen. Auf diese Weise entsteht ein innovativer Hybrid zwischen TV und Internet, der die Grenzen zwischen Netz und TV verwischt. Trotzdem bleibt DORF TV auch „Fernsehen“ mit allen Qualitäten und Potentialen dieses „traditionellen“ Mediums - mit der Verankerung im regionalen Kontext und in der unmittelbaren Lebensumwelt der Menschen

Repräsentative Studien von 2011 und 2015 unterstreichen den Mehrwert und die Notwendigkeit von DORF TV. DORF TV ist nicht „More oft the same“ – und die Linzer /innen und OberösterreicherInnen wünschen sich Alternativen.

Jeder/r Zweite vermisst im ORF und bei kommerziellen Privaten „unabhängige, kritische Berichterstattung zu sozialen, politischen und kulturellen Themen“ sowie „Meinungsvielfalt" und "lokalen und regionalen Themen“ in den Medien. 70% wünschen sich mehr Vielfalt in der Berichterstattung. 85% sind der Meinung, dass es auch werbefreie Radio und TV-Angebote geben muss